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Dienstag, 28. Juni 2022

Sicher kommt besser an

 Beim Radverkehr in der Innenstadt läuft es nicht rund. Davon konnten sich der Vorsitzende der Mülheimer Verkehrswacht Gunter Zimmermeyer und seine Verkehrswacht-Kolleginnen Susanne Kluge und Ursula Schröder am Samstag ein Bild machen. Allein zwischen 11 Uhr und 12.30 Uhr sprachen sie mehr als 60 Geisterfahrer auf dem Radweg an der Leineweberstraße an.

Es handelte sich dabei um Verkehrssünder, die entgegen der Ausschilderung den Radweg in Richtung Eppinghofer Straße befuhren und damit nicht nur sich selbst, sondern auch korrekt entgegenkommende Radfahrer und querende Fußgänger akut gefährdeten. Eigentlich, so klärten die Verkehrswächter immer wieder freundlich, aber bestimmt auf, müssten sie in Richtung Eppinghofer Straße und Dickswall den eigens von der Stadt markierten Radfahrstreifen auf der gegenüberliegenden Straßenseite benutzen.

Sie müssen aber angesichts der Straßenverkehrsrealität im Gespräch mit Radfahrern, Fußgängern und Anwohnern einräumen, dass der Verkehrsmix an der Leineweberstraße theoretisch gut gemeint, aber praktisch schlecht und damit für alle Verkehrsteilnehmer riskant gemacht worden ist. Denn der Radfahrstreifen, der nur auf die Fahrbahn aufgemalt worden ist, ist ohnehin schmal und wird rechtmäßig, aber offensichtlich sehr riskant von Rad- und Autofahrern gemeinsam benutzt. Der vorgeschriebene Sicherheitsabstand von 1,5 Metern wird nur selten von Autofahrern beachtet. Hinzu kommt, dass Fußgänger die Leineweberstraße nicht nur auf den dafür vorgesehenen Übergängen queren.

Ein zusätzliches Unfallrisiko sieht ein Anwohner der Leineweberstraße täglich darin, „dass immer wieder Autofahrer, die von der Eppinghofer Straße kommen, regelwidrig auf den Straßenbahngleisen in die Leineweberstraße abbiegen, um dann weiter stadteinwärts über die Leineweberstraße in Richtung Innenstadtkreuzung zu fahren oder gleich nach links in die Bachstraße einzubiegen.“

Der Vorsitzende der Verkehrswacht gibt sich keinen Illusionen hin. „Wir müssten hier nicht nur am Tag der Verkehrssicherheit, sondern regelmäßig hier stehen, um Verkehrsteilnehmer für mehr Rücksicht und Vorsicht im Straßenverkehr zu sensibilisieren, der auch ökologisch dann am wenigsten umweltschädlich ist, wenn er störungsfrei fließt“, sagt Gunter Zimmermeyer. Dass die Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten des Ordnungsamtes begrenzt sind, macht dessen Mitarbeiterin, Nicole Knospe, mit dem Hinweis deutlich: „Wir haben gerade einmal acht Verkehrsüberwacher in Mülheim, die rechtlich aber auch nur für den ruhenden Verkehr zuständig sind, während die Polizei für die Kontrolle des fließenden Verkehrs verantwortlich ist.“

Am Tag der Verkehrssicherheit wurden zwei weitere Schwachstellen im Mülheimer Radverkehrsnetz angesprochen. „Die dort aufgestellten Poller sind unzureichend. Denn sie werden in ihrer verkehrsführenden Funktion von vielen Verkehrsteilnehmern nicht richtig wahrgenommen, so dass manchmal sogar Fußgänger auf den eigentlich nur für Radfahrer vorgesehenen Fahrbahnabschnitten laufen“, stellt der Vorsitzende der Verkehrswacht, Gunter Zimmermeyer, mit Blick auf die Tempo-30-Zone auf der durch Poller für den motorisierten Verkehr stark eingeengte Mendener Straße fest.

Und der ehemalige FDP-Stadtrat Wolf D. Hausmann weist darauf hin, dass der regelmäßige Defekt des Aufzugs am Radruhrschnellweg-Zugang Bahnstraße dessen Nutzung massiv behindert. Als Grund für die häufigen technischen Störungen des Radweg-Lifts sieht der Diplom-Ingenieur, „dass der hier von der Stadtverwaltung installierte Aufzugtyp nur für Innenräume, aber nicht für Außenräume mit starken Witterungs- und Temperaturschwankungen“ geeignet sei.




Donnerstag, 2. Dezember 2021

Ein Dorf bremst

 Die für die Linksruhr-Stadtteile Saarn, Selbeck, Mintard und Speldorf zuständige Bezirksbürgermeisterin kam am 30. November ungewollt hoch hinaus. Obwohl es um 14 Uhr in Strömen regnete, ließ sich die christdemokratische Kommunalpolitikerin mithilfe eines Hubwagens in die Höhe schrauben, um die direkt an der Kirchplatzmauer von St. Laurentius an der Ecke Dorfstraße/August-Thyssen-Straße montierte Ausschilderung der neuen Tempo-30-Zone im Mintarder Ortskern gut sichtbar für die Autofahrer zu enthüllen.

"Seit fünf Jahren haben Bürger aus Mintard immer wieder den Wunsch nach einer Tempo-30-Zone im Ortskern an die Mitglieder der Bezirksvertretung herangetragen, da die August-Thyssen-Straße von vielen Kindern, Jugendlichen, Radfahrern und Fußgängern gequert wird. Jetzt war es höchste Zeit, diesen Wunsch endlich zu erfüllen. Nun muss man natürlich erst Mal genau beobachten, wie sich das Ganze anlässt und ob die Tempo-30-Zone vom regen Durchgangsverkehr auch beachtet wird", sagte Oesterwind nach ihrem feuchten Ortstermin im Gespräch mit der Mülheimer Woche.

Bürgerwunsch erfüllt

Neben Vertretern der Verwaltung waren auch Vertreter des Sportvereins DJK Blau Weiß Mintard und Vertreter des Bürgervereins Wir in Mintard  beim offiziellen Tempo-30-Start im südlichsten Zipfel Mülheims anwesend.

Es passt gut, dass gerade erst die Geschwindigkeitsmessgeräte der Linkruhr-Bezirksvertretung 3 wieder instandgesetzt werden konnten. In erster Linie ist bei der Verkehrsüberwachung natürlich die Polizei gefordert. Auch die anderen beiden Mülheimer Bezirksvertretungen haben eigene Geschwindigkeitsmessgeräte, die die Polizei in ihrem Auftrag einsetzen kann, um Rennstrecken zu identifizieren.

Auf Bus und PKW angewiesen

Oesterwind räumte ein, dass die knapp 1000 Bewohner Mintards, trotz der Buslinie 134 auf die Nutzung ihrer PKWs angewiesen seien. Der 134er fährt im Stundentakt und hält in Mintard am Wasserbahnhof, an der Kirche und am Biestenkamp. Die Teilstrecke Saarn-Mintard wird nach Angaben der Ruhrbahn pro Werktagswoche von 150 Fahrgästen genutzt. Die Zeiten, in denen Mintard noch einen Bahnhof hatte und mit dem Zug erreichbar war, sind seit Mitte der 1960er Jahre Geschichte. Die Busverbindung zwischen der Stadtmitte und dem 1975 eingemeindeten Mintard (auf der Linie 133) wurde vor fünf Jahren gekappt Die nächst größere Einkaufsmöglichkeit für die knapp 1000 Mintarder befindet sich in einem Supermarkt an der Kölner Straße. Eine Tante Emma gibt es nicht. Kinder und Jugendliche müssen mit dem Bus oder mit dem Elterntaxi zur Schule nach Kettwig oder Saarn gebracht werden.

Die Einrichtung der Tempo-30-Zone in Mintard geht auf einen Arbeitsauftrag zurück, den CDU und Grüne im Juni 2021 an die Verwaltung vergeben haben.  Als Ergebnis ist jetzt die Tempo-30-Zone in Mintard eingerichtet worden. Bei sieben weiteren Straßenabschnitten sieht das federführende Amt für Verkehrswesen ebenfalls die Möglichkeit, sie aus dem Vorbehaltsnetz herauszunehmen, ohne dass die damit verbundene Geschwindigkeitsreduzierung von 50 auf 30 Stundenkilometern den von der Stadt zu gewährleistenden Verkehrsfluss übermäßig zu beeinträchtigen.

Kein Unfallschwerpunkt

Bei ihren Geschwindigkeitsmessungen und Unfallstatistiken an der August-Thyssen-Straße hat die Polizei bisher keine Auffälligkeiten feststellen können. Allerdings bestätigt sie, die besondere Sicherheitsrelevanz der Tempo-30-Zone im Mintarder Ortskern und verweist in diesem Zusammenhang auf den dortigen Querungs-Abschnitt des Ruhrtalradweges, sowie einen nahegelegenen Sportplatz und einen nahegelegenen Kindergarten. 
 

Weitere Tempo-30-Zonen?

Zurzeit stehen aber noch fünf weitere Straßen, die Bruchstraße in Eppinghofen, die Felackerstraße in Heimaterde, die Kaiser-Wilhelm-Straße in Styrum auf der Tempo-30-Wunschliste von Schwarz-Grün, die am 2. Dezember im Mobilitätsausschuss beraten werden.


Mülheimer Woche, 30.11.2021

Zur Mülheimer Woche

Freitag, 2. August 2019

Vom Hobby zum Beruf


„Warum machst du dein Hobby nicht zum Beruf“, fragte sich Frank Korte. Das war die Geburtsstunde seines Fahrradfachhandels, zu dem eine Reparaturwerkstatt gehört. Seit 25 Jahren ist der Herner Fahrradspezialist, der in seinem ersten Berufsleben als IT-Fachmann und Anlagenelektroniker gearbeitet hat, für alle eine gefragte Adresse, die sich auf zwei Rädern durchs Leben bewegen.

„Meine technische Ausbildung kommt mir heute zugute“, sagt Korte. Als er mit acht Jahren sein erstes Fahrrad bekam, dem zwei Jahre später ein Bonanzarad und sechs Jahre später sein erstes Rennrad folgten, war von E-Rädern und E-Tretrollern noch keine Rede. Auch Smartphones, mit denen man heute sein E-Rad steuern kann, kannte man damals noch nicht. Wie in der Autowerkstatt, gehört heute auch in der Fahrradwerkstatt der Kollege Computer selbstverständlich dazu. Technik und Werkzeuge sind spezieller und komplexer geworden. Seit große Unternehmen wie Panasonic oder Bosch in die Fahrradproduktion eingestiegen sind, sind Innovationszyklen der Branche schneller geworden. Früher reichte eine Sieben-Gang-Schaltung als Spitze des fahrradtechnischen Fortschritts noch für ein ganzes Jahrzehnt“, beschreibt Korte den Wandel in seinem Beruf, der für ihn Berufung ist. „Fahrradfahren ist für mich Mobilität und Freiheit“, sagt der 51-Jährige, der in seiner Jugend auch Radrennen gefahren ist.

Die umweltfreundliche und sparsame Mobilität des Fahrradfahren, dem E-Rad sei Dank, haben inzwischen auch Menschen für sich entdeckt, die früher nie aufs Rad gestiegen wären. „Die Elektronik im Rad macht das Radfahren auch für Menschen attraktiv, die weder jung noch sportiv sind und deshalb früher weder Radtouren gemacht oder mit dem Rad zur Arbeit gefahren wären, das jetzt aber als ein Stück ihrer Lebensqualität nicht mehr missen wollen“, stellt Frank Korte bei seinen generationsübergreifenden Beratungsgesprächen fest. „Gerade, weil die Fahrradtechnik sich in den letzten Jahren so innovativ entwickelt hat, ist eine individuelle Fachberatung wichtiger denn je, um herauszufinden, welches Rad zu welchem Kunden passt“, sagt Korte. Und er hat in seinem Geschäft auch schon die nächste Mobilitäts-Innovation auf zwei Rädern stehen. Auf dem Radweg vor seinem Geschäft führt er einen der neue E-Scooter vor, die aus seiner Sicht „perfekt für die Mobilität der letzten Kilometer zwischen Haltestelle und Arbeitsplatz sind.“

Wenn der Bundesrat Mitte Mai grünes Licht gibt, werden die bis zu 20 km/h schnellen E-Tretroller auch auf Rad- und Gehwegen unterwegs sein können. Doch ob mit oder ohne elektronische Verstärkung: Das schönste Fahrrad ist in den Augen von Frank Korte immer nur so schön, wie es die Radwege einer Stadt und die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer erlauben. Und was die Verkehrsinfrastruktur betrifft, daran lässt Frank Korte, keinen Zweifel können wir uns im Ruhrgebiet und in Deutschland noch das eine oder andere Beispiel etwa der Fahrradstraßen bei unseren europäischen Nachbarn in den Niederlanden und in Dänemark abschauen. Für Korte ist klar, dass dem Fahrrad in Zeiten des Klimawandels und des demografischen Wandels die verkehrstechnische Zukunft gehört, weil wir uns in unseren Städten keinen massenhaften Autoverkehr mehr leisten können und wollen.

Im Mai 2019 erschien in dieser Beitrag im Magazin Reviermanager

Montag, 11. Juni 2018

Mobiles Mülheim

533. Meine Zahl des Tages. Sie erfuhr ich auf Anfrage gestern im Rathaus. 533 Autos kommen auf 1000 Mülheimer. Wenn man bedenkt, dass es viele Mülheimer gibt, die, so wie ich, gar kein Auto besitzen oder altersbedingt bestenfalls hinter dem Lenkrad eines Bobbycars oder eines Kettcars sitzen dürfen, dürfte der Trend bei manchen Mülheimern zum Zweitauto gehen. Denn legt man nur die erwachsene Stadtbevölkerung zugrunde, kommen in Mülheim sogar 632 Autos auf 1000 Einwohner. Da sind die Motorräder noch gar nicht mit eingerechnet. 

Ist der demografische Wandel unserer Stadtgesellschaft schon so weit voran geschritten, dass sich viele Mitbürger nur noch auf vier Rädern fortbewegen können. Doch eine andere Zahl aus dem Rathaus besagt, dass 30 Prozent der Mülheimer 60 Jahre und älter sind. Das bedeutet die Zahl der Menschen, die sich in einem Alter bewegen, in dem man immer öfter gefahren werden muss, hält sich, demografischer Wandel hin oder her, doch noch deutlich unter 100 Prozent. Das wäre ja auch noch schöner, wenn die Alterung in unserer offensichtlich PS-starken Stadt so rasant fortschreiten würde, wie ihre Motorisierung.

Das mag mancher Fußgänger, Radfahrer oder abgasgeplagter Anwohner mit Blick auf die klimaschädlichen Emissionen beklagen, doch immerhin zeigt diese Zahl, dass die Mülheimer ein mobiles Völkchen sind. Doch wie wird unsere Stadt aussehen, wenn wir immer mehr Menschen haben werden, die altersbedingt ihren Führerschein abgeben müssen und statt mit ihrem Auto mit einem Rollator oder einem Elektrorolli unterwegs sein werden. Wer weiß? Vielleicht bleiben dann mehr Menschen in unserer Stadt und kaufen hier auch ein und verbringen hier ihre Freizeit, so wie es ihre Großeltern und Urgroßeltern einst taten. Dann könnte die Demografie für unsere Stadt vielleicht sogar zum Konjunktur- und Klimaschutzprogramm werden. 

Dieser Text erschien am 11. Juni 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung

Montag, 3. Februar 2014

Grenzenlos mobil oder nur bedingt barrierefrei? Wie Menschen mit Behinderung mit Bus, Bahn und Zug unterwegs sein und dabei erfahren können


Eine NRZ-Leserin, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist, fährt mit dem Zug von Mülheim nach Krefeld. Während sie beim Start ihrer Reise von einem freundlichen Bahnmitarbeiter die Hilfe bekommt, die sie beim Einsteigen braucht, zeigt ihr ein unfreundlicher Kollege beim Ausstieg in Krefeld die kalte Schulter und lässt sie wissen: „Da könnte ja jeder kommen.“ Auch der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Behindertenverbände (AGB), Alfred Beyer, kann sich daran erinnern, dass er nach einem Krankenhausaufenthalt zeitweise einen Rollstuhl brauchte und eines Tages an einer Speldorfer Haltestelle von einem ignoranten Busfahrer einfach stehen gelassen wurde.

Fast wortgleich beteuern die Sprecher der Deutschen Bahn und der Mülheimer Verkehrsgesellschaft: „So etwas darf eigentlich nicht vorkommen!“

Doch die zwei Erfahrungen mit der DB und der MVG werfen eine Frage auf: „Wie geht also barrierefrei Mobilität mit Bus, Bahn und Zug, wenn sie gut geht?“ Die NRZ wollte es wissen und fragte bei der DB und bei der MVG nach

Beispiel Deutsche Bahn Wer eine Mobilitätshilfe braucht, weil er mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen auf Reisen gehen will, sollte sich spätestens zwei Tage vor Reiseantritt unter der täglich zwischen 6 und 22 Uhr erreichbaren Rufnummer 01806/512512 bei der in Frankfurt am Main ansässigen Mobilitätsservicezentrale der Deutschen Bahn anmelden und mitteilen, wo und wann man einsteigen, abfahren, ankommen und aussteigen will.

Die Mitarbeiter der Servicezentrale, bei denen die entsprechenden Daten und Fakten aller deutschen Bahnhöfe zusammenlaufen, sorgen dafür, dass ein Mobilitätshelfer der DB an Ort und Stelle ist oder sie geben Hinweise auf vorhandene Aufzüge und Rolltreppen. Dieser Mobilitätsservice ist kostenlos. Der Anruf bei der Service-Hotline kostet aber 20 Cent pro Minute, wenn man aus dem deutschen Festnetz anruft. Alternativ kann man den Mobilitätsservice der DB aber auch per E-Mail an: msz@deutschebahn.com anfordern.

Fährt man mit der S-Bahn, können Zugführer oder Zugbegleiter bei Bedarf per Hand eine Ein- und Einstiegsrampe anlegen. Mit dem Drücken eines blauen Halteknopfes, auf dem ein Rollstuhllogezu sehen ist, kann der Rollstuhl- oder Rollatorfahrer signalisieren, dass er aussteigen will und entsprechende Hilfe benötigt. Fährt man mit einem Intercity der Deutschen Bahn, kommt eine hydraulische Hebebühne zum Einsatz, die an den Zug herangefahren wird und Rollstuhl- oder Rollatornutzern den Zustieg ermöglicht.

Ein Regionalexpress hat gleich hinter der Zugmaschine oder am Zugende einen tiefergelegten Eingang, der auch von Fahrgästen mit Fahrrad genutzt werden kann und über eine Einstiegsrampe verfügt, die bei Bedarf mechanisch ausgefahren werden kann.

Beispiel Mülheimer Verkehrsgesellschaft
Die MVG hat 2010 einen Begleitservice für in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste ins Leben gerufen. Dieser kostenlose Service, der von 24 Mitarbeitern der MVG geleistet wird, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 2010 wurde er 390 Mal, 2011 790 Mal, 2012 2461 Mal und 2013 2927 Mal angefordert.

Wer diesen Mobilitätsservice der MVG in Anspruch nehmen möchte, muss sich am Tag vor der Bus- oder Bahnfahrt zwischen 8 und 14 Uhr unter der Rufnummer 451-1133 anmelden. Aufgrund der finanziellen und personellen Grenzen kann dieser Begleitservice allerdings nur montags bis freitags von frühestens 6.45 Uhr bis spätestens 20 Uhr angeboten werden. Die Kernarbeitszeit der MVG-Mobilitätshelfer beginnt um 7.30 Uhr und endet um 19 Uhr. Wer also am späten Abend oder am Wochenende mit Handicap mobil sein will, muss sich also anderweitig helfen. Laut MVG sollen bis 2022 alle Haltestellen mit Aufzügen oder erhöhten Einstiegsplateaus barrierefrei umgebaut sein. Bisher gelten 40 Prozent der Haltestellen als barrierefrei. Hinzu kommt, dass alle Busse und zumindest alle neu bestellten Straßenbahnen der MVG mit einer Rampe für Rollstuhl- und Rollatorfahrer sowie Kinderwagen ausgestattet sind.

iWeitere Informationen im Internet unter www.mhvg.de und www.deutschebahn.com

 
Dieser Text erschien am 29. Januar 2014 in der Neuen Ruhr Zeitung

Schwarzes Gold

  Noch bis zum 1. Dezember kann man im Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße in die Geschichte des Mülheimer Bergbaus eintauchen...