Dienstag, 14. April 2026

Denk ich an Thyssen

Der vor 100 Jahren gestorben August Thyssen ist zurecht als Großindustrieller in die Geschichte eingegangen. In seinem Todesjahr arbeiteten rund 65.000 Menschen für sein Unternehmen, das er 55 Jahre zuvor mit einem Stahlwerk und 70 Arbeitern auf einem ehemaligen Bauernhof in Styrum gegründet hatte.

Aus gutem Grund hatte ihn der Stadtrat, dem er damals selbst angehörte, 1912, zum Mülheimer Ehrenbürger ernannt. Denn in diesem Jahr hatten August Thyssen und sein Bruder Josef mit ihrer Stiftung die Eröffnung des Stadtbades an der Ruhr ermöglicht.

Auch die 1894 eingeweihte Marienkirche in Styrum und das 1927 im Luisental eröffnete Franziskushauses gehen auf seine Stiftung zurück. Mit seiner Initiative verbunden sind auch die Gründungen des Rheinischen Westfalen Elektrizitätswerkes und des Rheinischen Westfälische Wasserwerkes (RWW) sowie der Bau der heutigen Mausegattsiedlung, in der früher Bergarbeiter und ihre Familien lebten sowie der Bau von 128 Werkswohnungen an der Moritzstraße und des Styrumer Wasserturms, den wir seit der Landesgartenschau Müga 1992 als Wassermuseum Aquarius kennen.

1922 dankte August Thyssen in einem Beitrag für die Jubiläumsausgabe der Mülheimer Zeitung vor allem seinem Arbeitern und seiner Familie für deren Unterstützung, die seinem Erfolg als Unternehmer erst möglich gemacht hätten.
Seine ehemalige Firmenzentrale an der Wiesenstraße kennen wir seit 2005 als Haus der Mülheimer Wirtschaft und seit 2008 als Mülheim Unternehmer Museum kennen, Auch eine Straße, die durch Mintard zu seinem letzten Wohnsitz Schloß Landsberg führt, wurde bereits zu seinem 80. Geburtstag nach ihm benannt.

Noch bevor er selbst 1903 auf Landsberg, das heute als Tagungsstätte genutzt wird, zu Schlossherrn wurde, hatte August Thyssen 1890 das Schloss Styrum als Wohnsitz für seine Generaldirektor erworben. Nachdem 1958 der letzte Thyssen General auf Schloss Styrum verstorben war, wurde aus dem Schloss in Styrum Mülheims erste Seniorentagestädter und ein Ausstellungsraum für die Kunstsammlung der Stadt. Diese Tradition wird heute mit den städtischen Künstlerateliers im Schloss Styrum fortgesetzt. Fortgesetzt wird bis heute auch das unternehmerische Lebenswerk des vor 100 Jahren verstorben August Thyssen, mit der Firma Thyssen Schachtbau, die mit ihrer Firmenzentrale an der Sandstraße residiert und heute 1700 Menschen in 51 Ländern beschäftigt.

Mittwoch, 8. April 2026

Kunst bildet

Die Mülheimer Künstlerin Ronja Nekes hat das ehemalige Naturfreundehaus nicht nur zu ihrem Lebens- und Arbeitsplatz, sondern auch zu einem Centrum für Freiraum umgebaut. Zuletzt war sie dort Gastgeberin eines Art-Xplore-Workshops den die Malerinnen Claudia Desgranges und Lara Kaiserfür sieben junge und kreative Künstlerinnen zwischen 14 und 17 Jahren gaben. Möglich gemacht hatten den Workshop der Ruhepreisträger Dirk Salz und seine Frau Inge mit ihrer Kulturstiftung. "Es geht uns nicht nur um Malen und Zeichnen, sondern um kulturelle Bildung und den Mut, auch mal einen anderen Blick auf die Welt zu werfen, der das Leben nicht nur nach Geld und Zahlen bewertet", erklärt der im Uhlenhorst wohnende und an der Aktienstraße arbeitende Maler Dirk Salz die Motivation seiner Stiftung. 

Deshalb soll der von Mal-Profis geleitete Workshop in Rona Nekes Centrum für Freiraum im Juli und Oktober 2026 mit Alexander und Maja Voß sowie mit Frauke Wilken und Marie Spellenberg eine Fortsetzung erfahren.

Nach ihrem persönlichen Mehrwert befragt, sprechen die Teilnehmerinnen von der inspirieren Arbeit mit professionellen Malerinnen und gleichgesinnten Gleichaltrigen, die Ihnen neue Perspektiven und den Mut zur künstlerischen Improvisation, Spontanität und Experimentierfreude vermittelt hätten. Keine Frage, dass am Ende des dreitägigen Workshops am Böllrodt in Raadt Rufnummern ausgetauscht und neue Netzwerke gebildet wurden.


Mittwoch, 1. April 2026

Die Stadthalle heute

 Die Mülheimer Stadthalle am Broicher Ruhrufer wird seit 2001 von der Mülheimer Stadtmarketinggesellschaft MST gemanagt. Deren Geschäfte werden aktuell von Michael Birr geführt. Er muss damit auch die Millionen-Investitionen verantworten, die notwendig sind um das 100 Jahre alte Gebäude instand zuhalten, in dem Theateraufführungen, Konzerte, Kongresse, Empfänge und andere Veranstaltungen über die Bühne gehen. 

Im Gespräch, das ich für die Lokalredaktion führen konnte, verwies er auf steigende Personal- und Energiekosten, aber auch auf die finanzielle Förderung, die der Stadthallenbetrieb durch das Land Nordrhein-Westfalen und seinen Partner Westenergie erhält, aber auch auf einen 40-prozentigen Mietrabatt, den die MST gemeinnützigen Organisationen für Ihre Veranstaltungen in der Stadthalle gewährt.

Die Restaurierung der Stadthallenarkaden, eine neue Verglasung, eine neue Tonanlage und eine neue LED-Beleuchtung für den 1073 Gästen Platz bietenden Theatersaal, der über eine 14 Meter breite Bühne verfügt, den Anschluss an das Glasfasernetz und das mit verbundene digitale Contentmanagement der Stadthalle und eine moderne Klima- und Energietechnik sind die aktuellen Baustellen des Stadthallenmanagements. 

Auf der Haben-Seite der Stadthalle hält Michael Birr die Tatsache fest, "dass die Stadthalle mit ihrer Lage an der Ruhr als Veranstaltungsort einen besonderen Charme hat und dass wir die Folgen der Corona-Pandemie heute nicht mehr spüren, weil die Menschen Kultur wieder live erleben wollen!" 

Samstag, 21. März 2026

Denk(m)al Kirche

 Die Zeiten ändern sich. Als St. Theresia 1892 für die katholischen Bergleute in Selbeck und 1901 die Evangelische Kirche an der Wilhelminenstraße in Broich eingeweiht wurden, waren die christlichen Kirchen Volkskirchen. Vergangenheit. 

Heute wird der 125. Kirchengeburtstag an der Wilhelminenstraße in der zum Jahresbeginn neugegründeten Brückengemeinde gefeiert. Und in der Linksruhrpfarrei St. Mariä Himmelfahrt macht sich ein von Michael Gatz-Kippert geleitetes Team Theresia darüber Gedanken, wie die baufällige, aber denkmalgeschützte Kirche an der Karl-Forst-Straße auch ohne Kirchensteuermittel erhalten und auch außerhalb der sonntäglichen Gottesdienste für die Bürgerschaft nutzbar gemacht werden kann.

Im neugotischen Stil errichtet, wirkt die Kirche an der Wilhelminenstraße, wie eine Zeugin aus Kaisers Zeiten, als Kaiserin Auguste Viktoria deren Altarbibel stiftete und ihr kaiserlicher Gatte Wilhelm II. im Kriegsjahr 1917 die drei Kirchenglocken für seine Rüstung einschmelzen ließ.

Wie durch ein Wunder hat die Kirche an der Wilhelminenstraße, die bei ihrer Einweihung im März 1901 noch in einer Landbürgermeisterei Broich stand, zwei Weltkriege fast unbeschadet überstanden. Nur die Kirchenfenster gingen während des Luftkriegs zu Bruch, um dann in den Jahren 1948 bis 1953 wiederhergestellt zu werden. Auch die vor 125 Jahren vom preußischen Hoforgelbauer Wilhelm Sauer montierte Orgel erklingt bis heute im spätromantischen Musikstil ihrer Zeit. Und die vor 100 Jahren installierten Art-Deko-Lampen beleuchten immer noch, zeitlos schön, das gottesdienstliche und Gemeindeleben im altehrwürdigen Gotteshaus.

Man könnte meinen, die seit 1892 so benannte Wilhelminenstraße, an der die evangelische Kirche steht, sei dem Geist ihrer Zeit entsprechend, nach der Schwester Friedrich II., Wilhelmine, benannt. Doch weit gefehlt. Ihre Namensgeberin war die frühverstorbene Frau des Gemeindemitglieds Ferdinand Roßkothen, der im Andenken an seine Frau, seiner Gemeinde, die ursprünglich mit ihrer  Nachbargemeinde in Speldorf fusionieren sollte, im Drei-Kaiser-Jahr 1888 den Baugrund stiftete, auf dem später ein Pfarr- und ein Gemeindehaus sowie ein Teil der Kirche errichtet werden sollte. 


Dienstag, 17. März 2026

Legendäre Luise

Lange bevor von Diana Spencer die Rede war, war Luise hierzulande die Königin der Herzen und das weit über ihren frühen Tod hinaus.

Als preußische Madonna wurde sie von ihren Landesleuten verehrt und verklärt. Vor 250 Jahren wurde Luise am 10. März 1776 als Prinzessin von Mecklenburg Strelitz geboren. Elf Jahre später besuchte sie zusammen mit ihrer Schwester Friederike und mit ihrer Großmutter Marie-Luise-Albertine von Hessen-Darmstadt und Leiningen-Dagsburg das Schloss Broich. Dort, wo ihre Großmutter als regierende Landgräfin nach dem Rechten schaute, verbrachte sie nach 1787 auch noch einmal 1789 und 1791 ihre Sommerfrische. 

Damals soll sich die junge Prinzessin die Herzen des Broicher Volkes erobert haben, in dem sie Kindern vorlas, ihnen ihr Spielzeug schenkte und den Bürgersleuten mit kindlicher Neugier in die Kochtöpfe schaute.
Damals war noch nicht absehbar, dass sie 1793 den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm heiraten würde, mit dem sie 1797 den preußischen Thron besteigen sollte.

Luise war nicht nur Landesmutter, sondern auch siebenfache Mutter. Mit ihrem Ehemann und ihren Kindern lebte sie ein liebevolles Familienleben. Gemäßigt gebildet, war Luise als Mit-Regentin des aufgeklärten Absolutismus nur insofern politisch wirksam, als das sie die Reformen ihrer Minister vom Stein und von Hardenberg befürwortete und Napoleon 1807 bei einem Treffen in Tilsit vergeblich um einen milden Frieden für Preußen bat. Preußen verlor seine westelbischen Gebiete.

Der Kaiser der Franzosen verspottete sie erst, war aber nach der Begegnung von ihr beeindruckt. In ihre Regentschaft fallen der Beginn der Kommunalen Selbstverwaltung und das Ende der Leibeigenschaft auf dem Lande.

Ihre Regentschaft endete mit ihrem Tod am 19 Juli 1810 auf ihrem elterlichen Schloss in Mecklenburg. Wie wir heute wissen, starb sie an den Folgen eines Lungentumors, der auf ihren Herzmuskel übergegriffen hatte.

Postum entfaltete Luise als preußische Nationalheilige und als Ikone der deutschen Nationalbewegung ihre größte Wirkung. Die 1838 gegründete Freimaurerloge zur verkehrten Luise, die 1892 sogenannte Luisenschule, das Luisental und die 1914 sogenannte Prinzess-Luise-Straße erinnern uns bis heute an den Luisenkult, der auch in einer Büste zum Ausdruck kommt, die bis 1922 in den Ruhranlagen stand und heute im Schloss Broich steht, wo die kleine Luise einst herumgetollt ist. Selbst als nach 1918 die Monarchie in Deutschland untergegangen war, wurde die preußische Königin Luise von der antirepublikanischen deutschen nationalen Volkspartei (DNVP) als politisches Covergirl instrumentalisiert.

Sonntag, 15. März 2026

Bühnenreife Schule

Mit ihrer Musicalklasse hat die Gesamtschule Saarn ein echtes Alleinstellungsmerkmal. 110 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren haben jetzt ihre inzwischen 19. Musicalproduktion auf die Bühne gebracht und ihre neue Schulaula in einen kleinen Broadway verwandelt.

Nach der "School of Rock" haben die beiden Lehrer Stephanie von der Marwitz und Sebastian Klein mit ihren Nachwuchsstars "Anastasia" die Geschichte der jüngsten Zarentochter, auf die Bühne gebracht.

Wer die Generalprobe gesehen hat, staunt über die enorme Professionalität von Jugendlichen, die ihre Bühnenarbeit, inklusive des Textlernens und der Gesangsproben, neben ihrem Schulalltag bewältigen. Für die jungen Damen und Herren aus der Musicalklasse ist jeder Samstag ein Probetag. Und nach der Premiere ist vor der Premiere. Die Castings für die 20. Musicalproduktion laufen bereits.

Wer in einer Pause mit den jungen Darstellerinnen und Darstellern ins Gespräch kommt, spürt schnell ihren Enthusiasmus und ihre Energie, mit der sie alle Zeit und Arbeit vergessen lassen, die sie in das Projekt investieren. Einige der Schülerinnen und Schüler haben sich zuvor mit der Geschichte der letzten Zarenfamilie auseinandergesetzt, um ihre Rolle besser spielen zu können. Andere zeigen sich als kreative Schauspieltalente, die von einer zur nächsten Probe immer besser und intensiver in ihre Rolle hineinschlüpfen.

Einig sind sich die Schülerinnen und Schüler, dass ihre Gemeinschaftsarbeit an dem Projekt Musical, für Sie eine seelische Vitaminspritze par excellence ist, die ihrem Selbstwertgefühl und ihrem Selbstbewusstsein gut tun. Und sie lassen keinen Zweifel daran, dass sie sich anstrengen müssen und wollen, um das Eintrittsgeld ihres Publikums wert zu sein. Dieser gemeinsame Ehrgeiz lässt Lehrende und Lernende ihre Inszenierung immer wieder optimieren.

Dahinter steht aber nicht nur Ehrgeiz, sondern auch die materielle Notwendigkeit, die Produktionskosten von rund 30.000 Euro einspielen zu müssen, nicht nur durch den Verkauf von Eintrittskarten, sondern auch durch Catering und das Einwerben von Spenden und Sponsoring.

Denn bezahlt werden müssen die Aufführungsrechte und die via Internet gekauften Kostüme sowie  die Licht- Ton- und Bühnentechnik Allerdings kann das Musicalensemble der Gesamtschule Saarn bei ihren Requisiten auf die Marke Eigenbau zurückgreifen. Dem 3-D-Drucker von Sebastian Klein sei Dank. Klein, der als Musiklehrer auch den Schulchor leitet, ist unter anderem für das Gesangstraining des Ensembles sowie für die Ton- und Lichttechnik verantwortlich. Viel Geld wurde, dem Förderverein und den Sponsoren sei Dank, auch in eine moderne Videowand investiert. Mit ihrer Hilfe kann man die unterschiedlichsten Kulissenauf die Bühnenwand projizieren, was sich auf mehrere Produktionen hochgerechnet, schnell auszahlt und darüber hinaus ein sehr professionelles Theatererlebnis kreiert.

Am Ende bleibt bei dem begeisterten Zuschauer der Eindruck, dass man die eine oder andere Schülerin und den ein oder anderen Schüler später noch einmal auf der einen oder anderen Profibühne wiedersehen und wieder hören wird, dass aber auch die anderen Ensemblemitglieder, die nach ihrer Schulzeit einen anderen beruflichen Weg einschlagen werden, in der Musicalklasse ihrer Schule viel für die Rolle ihres Lebens gelernt haben. Denn hier werden ganz neben bei Sozialverhalten, Kreativität und Teamfähigkeit geschult. 

Mehr über die Gesamtschule Saarn erfährt man unter anderem hier. 

Sonntag, 8. März 2026

Warum sich der Sozialstaat auszahlt

Wer Helga Albrecht-Faßbender begegnet, trifft eine starke, ausgeglichene und lebensbejahende Frau.

Wenn sie es nicht selbst erzählen würde, käme man nicht darauf, dass sie eine familiäre und eine eigene Alkohol- und Drogengeschichte hinter sich hat.

Heute kann die 67-Jährige EDV-Dozentin von sich sagen: "Ich bin  seit 25 Jahren trocken und rauchfrei." Ihre Lebenserfahrung gibt sie heute als ehrenamtliche Vorsitzende des Mülheimer Kreuzbundes an Menschen weiter, die eine vergleichbare Suchtgschichte mit ihr teilen.

Aufgewachsen ist Helga Albrecht-Faßbender mit drei Geschwistern in einem Elternhaus, das von der Alkoholsucht ihres vom Zweiten Weltkrieg traumatisierten Vaters geprägt war. "Die Generation meiner Eltern hätte nach dem Krieg komplett auf die Couch gehört. Aber damals hat sich niemand um die seelische Gesundheit der Menschen gekümmert, die im Krieg traumatisiert worden waren", erinnert sich Albrecht-Faßbender an ihre Kindheit und Jugend.

Mit 16 hielt sie es zu Hause nicht mehr aus und kam mit Hilfe des Jugendamtes in einem Mädchenwohnheim unter. Von da an schien es, auch mit Hilfe engagierter Erzieherinnen und Erzieher, für Sie bergauf zu gehen. Sie besuchte die Berufsschule und machte das Fachabitur nach. Aber dann kam sie mit falschen Männern und mit falschen Menschen zusammen und lebte ein Leben zwischen Cannabis und Alkohol. "Ich wundere mich noch heute, dass mich die Erfahrung meiner Kindheit nicht so weit sensibilisiert hat, um nicht in die Sucht abzugleiten!" Das sagt Albrecht-Faßbender im Rückblick auf ihre nassen und durchrauchten Jahre.

Doch dann, vor etwa 27 Jahren, traf sie einen Schicksalsgenossen, mit dem Sie den Mut und die Kraft zum Neuanfang hatte. Rat und Hilfe fanden sie bei der Caritas, die zusammen mit der Diakonie in Mülheim seit Jahrzehnten eine professionelle Suchtberatung betreibt.

"Ich habe hier Menschen getroffen, die mich so genommen haben wie ich bin und mir keine Vorwürfe gemacht haben. Gemeinsam haben wir überlegt, wie unser Leben ohne Alkohol und Cannabis aussehen könnte. Eine Alternative, die wir gefunden haben war das Fahrradfahren."

Trocken und rauchfrei fand Albrecht-Faßbender auch die Kraft zum beruflichen Durchstarten. Sie machte ihr Abitur nach und absolvierte anschließend eine Ausbildung zur technischen Redakteurin.

Ihre wichtigsten Lebenserfahrung lautet: "Ich hatte das Glück im Unglück, dass ich in einer Zeit aufgewachsen bin, in der der Sozialstaat ausgebaut und nicht, wie heute, zusammengeschrumpft wurde. Ohne diesen Sozialstaat hätte ich nicht die professionelle Hilfe bekommen, die es mir erlaubt hat, aus meiner Lebenskrise gestärkt hervorzugehen und auch als berufstätige Frau wieder in die Sozialsysteme unserer Gesellschaft einzahlen zu können. Schicksalsgenossen rät sie, "sich den eigenen Hilfebedarf einzugestehen und sich die professionelle Hilfe zu holen, die es Gott sei Dank immer noch in unserem Land gibt. Ohne die professionelle Beratung durch die Caritas hätte mein Leben einen ganz anderen Verlauf genommen", ist sich Albrecht- Faßbender sicher.

Weitere Informationen über die Suchtberatung in Mülheim finden Sie hier und hier.

Denk ich an Thyssen

Der vor 100 Jahren gestorben August Thyssen  ist zurecht als Großindustrieller in die Geschichte eingegangen. In seinem Todesjahr arbeiteten...