Der vor 100 Jahren gestorben August Thyssen ist zurecht als Großindustrieller in die Geschichte eingegangen. In seinem Todesjahr arbeiteten rund 65.000 Menschen für sein Unternehmen, das er 55 Jahre zuvor mit einem Stahlwerk und 70 Arbeitern auf einem ehemaligen Bauernhof in Styrum gegründet hatte.
Aus gutem Grund hatte ihn der Stadtrat, dem er damals selbst angehörte, 1912, zum Mülheimer Ehrenbürger ernannt. Denn in diesem Jahr hatten August Thyssen und sein Bruder Josef mit ihrer Stiftung die Eröffnung des Stadtbades an der Ruhr ermöglicht.Auch die 1894 eingeweihte Marienkirche in Styrum und das 1927 im Luisental eröffnete Franziskushauses gehen auf seine Stiftung zurück. Mit seiner Initiative verbunden sind auch die Gründungen des Rheinischen Westfalen Elektrizitätswerkes und des Rheinischen Westfälische Wasserwerkes (RWW) sowie der Bau der heutigen Mausegattsiedlung, in der früher Bergarbeiter und ihre Familien lebten sowie der Bau von 128 Werkswohnungen an der Moritzstraße und des Styrumer Wasserturms, den wir seit der Landesgartenschau Müga 1992 als Wassermuseum Aquarius kennen.
1922 dankte August Thyssen in einem Beitrag für die Jubiläumsausgabe der Mülheimer Zeitung vor allem seinem Arbeitern und seiner Familie für deren Unterstützung, die seinem Erfolg als Unternehmer erst möglich gemacht hätten.
Seine ehemalige Firmenzentrale an der Wiesenstraße kennen wir seit 2005 als Haus der Mülheimer Wirtschaft und seit 2008 als Mülheim Unternehmer Museum kennen, Auch eine Straße, die durch Mintard zu seinem letzten Wohnsitz Schloß Landsberg führt, wurde bereits zu seinem 80. Geburtstag nach ihm benannt.