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Montag, 14. September 2020

Ausgezeichneter Nachwuchs

 Unter dem Eindruck der Corona-Krise schauen viele Menschen ängstlich in die Zukunft. Was soll aus unserer Stadt und aus unserem Land werden? Da kam die Preisverleihung der Bürgerstiftung gerade richtig. Sie nominierte 24 Jugendliche für ihre Preise, die herausragendes Engagement in den Bereichen Zivilcourage, Soziales Engagement, Natur- und Geisteswissenschaften würdigen. Am Ende konnten sich fünf junge Mülheimer über ein Preisgeld von 3000 Euro freuen.

Mit Rücksicht auf Corona-bedingten Abstands- und Hygieneregeln fand die 15. Preisverleihung der Bürgerstiftung nicht im Haus der Wirtschaft, sondern in der luftigen Tengelmann-Arena des neuen Styrumer Sportparks statt.

In ihrer Begrüßung würdigte Stiftungsvorstand Bettina Gosten die Nominierten und Preisträger. "Ihr seid engagiert, ideenreich und klug. Ihr seid willens und in der Lage, ein aktiver Teil einer Bürgergesellschaft zu sein, die uns voranbringt. Deshalb bringt euch ein und kämpft um eure Ziele."

Vielseitiges Engagement

Ihre Vorstandskollegin und Unternehmerin Gabriela Grillo, die den Preis für Zivilcourage gestiftet hat, sagte in ihrer Laudatio: "Mut und die Bereitschaft, sich für andere Menschen einzusetzen, ist die wichtigste Tugend, weil nur die Mutigen die Freiheit und das Himmelreich gewinnen werden."  Stiftungs- und MWB-Vorstand Frank Esser betonte in seiner Lobrede auf die Nominierten des von ihm gestifteten Preises für soziales Engagement: "Ihr folgt nicht dem leider weitverbreiteten Schwarz-Weiß-Denken. Ihr besitzt eine differenzierte Weltsicht, die darum weiß, dass unsere Welt nicht schwarz-weiß, sondern bunt ist und das es deshalb für viele Probleme keine einfachen Lösungen gibt."

Der 21-jährige HRW-Student Gero Spinelli wurde für seine Zivilcourage ausgezeichnet, weil er im Januar 2019 einem Jugendlichen beigestanden hatte, der im Forum von drei anderen Jugendlichen zusammengeschlagen wurde. Spinelli konnte die Angreifer erfolgreich abwehren und in die Flucht schlagen.

Carol Ann Dobmann (16) und Pascal Wiesenmüller (17) von der Dümptener Hexbachtalschule wurden unter anderem für ihr soziales Engagement in ihrer Kirchengemeinde St Joseph (Oberhausen) ausgezeichnet. Die Spannbreite ihres ehrenamtlichen Einsatzes reicht von der der Organisation einer Kinderdisco über die Meßdiener- und Kommuniongruppenarbeit bis hin zum Engagement in der Jugend des Technischen Hilfswerkes und der ehrenamtlichen Mitarbeit in einem Kanuverein.

Bernd Jotzo, Vorstand der Isam AG, konnte den von ihm gestifteten Preis für Naturwissenschaften an den Luisenschüler, Mark Kingsley, vergeben.  Kingsley zeichnet  sich nicht nur durch seine hervorragenden naturwissenschaftlichen Leistungen aus. Er ist auch bereit, seine Wissen in verständlicher Weise an seine Mitschüler weiterzugeben. Außerdem versteht er es, sein naturwissenschaftliches Interesse auch auf gesellschaftspolitische Fragen anzuwenden.

Obwohl Ingenieur, übernahm der Geschäftsführer der Mülheimer Entsorgungsgesellschaft, Günther Helmich, erstmals die Preisstiftung und Laudatio für die Geisteswissenschaften. Ausgezeichnet wurde hier die 17-jährige Broicher Abiturientin Constanza Sophia Victoria Zurawka. Hellmich über Zurawka. Sie ist mit herausragendem Erfolg im Bereich Literatur und Sprache(n) aktiv. Helmich: "Sie hat einen unabhängigen und selbstbewussten Geist. Sprache und Literatur sind ihre Leidenschaft. Ihre berufliche Zukunft  sieht sie in der Literatur und im Journalismus. Wir dürfen also gespannt sein, was wir von ihr noch lesen und hören werden."


Dieser Text erschien am 13. September 2020 im Lokalkompass der Mülheimer Woche

Mittwoch, 4. April 2018

CBE: Starthelfer kommen mit Flüchtlingen ins Gespräch

Sie sollen die deutsche Sprache erlernen. Das erwarten Einheimische von den Flüchtlingen. „Es ist gar nicht so leicht, auf fremde Menschen und Gruppen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen“ sagt der syrische Abiturient, Yazan Alzoubie, in erstaunlich gutem Deutsch.
Der junge Syrer, der vor einem Jahr nach Mülheim kam, besucht zurzeit einen Sprachkurs und hat gute Chancen, im August eine Ausbildung als Wirtschaftsinformatiker beginnen zu können.

In die Alltagssprache eintauchen

Um ganz praktisch in die deutsche Alltagssprache eintauchen zu können, hat das Centrum für bürgerschaftliches Engagement ihm mit. Markus Wisniewski einen seiner bisher 100 Starthelfer an die Seite gestellt. Der 21-Jährige absolviert seinen Bundesfreiwilligendienst beim CBE. „Es war ein schönes Gefühl, zusammen mit Yazan die Stadt zu erkunden und zum Beispiel das Rathaus und das Fundbüro zu besuchen. Außerdem habe ich bei unseren Gesprächen festgestellt, dass wir trotz aller Unterschiede als Geschwisterkinder sehr ähnlich aufgewachsen sind“, berichtet Wisniewski.

Die 21-jährige Wirtschaftsstudentin, Rena Gulmammadova aus Aserbaidschan,, und ihre gleichaltrige Kommilitonin und Starthelferin, Alena Mühlbauer, kamen beim Besuch des Kunstmuseums Alte Post und beim gemeinsamen Essen, miteinander ins Gespräch. „Ich habe vorher noch nie darüber nachgedacht, wie die Menschen in Aserbaidschan leben“, beschreibt die vor einem Jahr aus Bayern zugezogene Wirtschaftsstudentin Mühlbauer die Horizonterweiterung, die sie durch die 1:1-Gespräche mit Rena erfahren hat.
Rena und Yazan haben ihre Heimatländer verlassen, weil sie nicht in einer Diktatur leben wollten. „Die Treffen und Gespräche mit Alena sind gut für mich, weil ich durch sie die deutsche Kultur kennenlerne. Das ist wichtig für mich, wenn ich hier leben und studieren will“, sagt Gulmammadova. Auch Yazan Alzoubie hat durch seinen deutschen Starthelfer einen Motivationsschub erfahren. Den beschreibt er so: „Ich will auf stehen, um etwas zu machen und zu geben und nicht nur Hilfe zu bekommen.“

Ergänzende Gruppen-Exkursionen

Für CBE-Mitarbeiterin Julia Weber kommt es bei dem 2017 aufgelegten Starthelferprojekt darauf an, „dass die Chemie zwischen den beiden Tadem-Partnern stimmt. Deshalb bringen wir die Beteiligten vor ihren drei gemeinsamen Stadterkundungen, hier im CBE zusammen, damit sie sich in einem von uns moderierten Gespräch kennenlernen können. Danach vereinbaren beide Tandem-Partner ihre Termine selbstständig. Ob es dann bei drei Treffen bleibt, entscheiden sie selbst.

„Um unseren Starthelfer-Tandems Anregungen zu geben, planen wir auch weiterhin zusätzliche Gruppen-Exkursionen, mit denen wir zum Beispiel im Einzelhandel, in der Kita, bei der Feuerwehr, bei der Polizei, am Flughafen, im Amtsgericht oder im Pflegeheim die Berufswelt und ihre Möglichkeiten erkunden.“, erklärt CBE-Projekt-Mitarbeiterin Katharina Wehner.

Für den CBE-Geschäftsführer Max Schüring geht es beim Starthelfer-Projekt darum, „über den reinen Spracherwerb hinaus Flüchtlingen und Zuwanderern eine Perspektive für ihr weiteres Leben in Deutschland aufzuzeigen und auf der anderen Seite Menschen, die sich zeitlich begrenzt engagieren möchten, ein einfaches, aber effektives Angebot machen zu können.

Weitere Starthelfer willkommen

Wer sich für ein ehrenamtliches Engagement als Starthelfer interessiert, sollte unter der Rufnummer 0208-97068213, per-Email an: Katharina.Wehner@cbe-mh.de oder persönlich an der Wallstraße 7 Kontakt mit dem CBE-Team aufnehmen.

Dieser Text erschien am 29. März 2018 im Lokalkompass und in der Mülheimer Woche

Schwarzes Gold

  Noch bis zum 1. Dezember kann man im Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße in die Geschichte des Mülheimer Bergbaus eintauchen...