Posts

Es werden Posts vom August, 2021 angezeigt.

Konzert in toller Kulisse

Ein Hauch von Berliner Waldbühne und Night oft he Proms machte sich am Samstagabend bei einem Freiluftkonzert im Styrumer Schlosspark breit. 260, mehrheitlich reife Musikfreunde Semester, kamen dort 70 Minuten lang in den Klanggenuss von Beethovens „Violinenromanze“ und seine 6. Sinfonie, die „Pastorale.“ Der Abend, zu dem der Verein Klangwelten und dessen Sponsoren Kulturbetrieb, MST und Leonhard-Stinnes-Stiftung eingeladen hatten wurde auch deshalb zu einem musikalischen Sommerabendtraum, weil das Wetter mitspielte. Die 32 Musiker auf der Bühne, die sich eigens für das erste Open-Air-Sinfoniekonzert im Styrumer Schlosspark zu einem Projekt-Orchester zusammengefunden hatten und ihre Zuschauer, die in Korbsesseln, auf Klappstühlen und auf Biertischbänken Platz genommen hatte, wurden nicht nur von märchenhaften Klängen, sondern auch von einem lauen Sommerlüftchen und den angenehmen Strahlen der Abendsonne gestreichelt. Märchenhaft wirkte auf den Betrachter der musikalischen Samstagabend

Wie Willy Brandt in Mülheim wirkte

  Vor 60 Jahren geht Mülheim im Schatten des Berliner Mauerbaues zur Bundestagswahl. Was Willy Brandt als „deutscher Kennedy“ damit zu tun hatte. Schaut man auf die Mülheimer Bundestagswahlgeschichte, fällt auf, dass die SPD seit 60 Jahren das Mülheimer Direktmandat gewonnen hat, bei der Bundestagswahl 2017 aber nur noch mit einem Vorsprung von 3,5 Prozentpunkten. Vor 60 Jahren gehen die Mülheimerinnen und Mülheimer im Schatten des Berliner Mauerbaues vom 13. August 1961 zur Wahl. Die SPD und ihr Direktkandidat Otto Striebeck können von der Popularität des damaligen Regierenden Bürgermeisters von  Berlin und SPD-Kanzlerkandidaten Willy Brandt profitieren . Bei den Bundestagswahlen  von 1953 und 1957 haben die CDU-Kandidaten Gisela Prätorius und Max Vehar von der Popularität des amtierenden Bundeskanzlers Konrad Adenauer profitieren können und den damaligen Mülheimer Stadtwahlkreis 88 mit relativer Mehrheit gewonnen. Vor allem die Wahl 1957 wird angesichts des wachsenden Wohlstandes in

Der Ton macht die Musik

  Manchmal hat man das Gefühl, dass man in die falsche Richtung fährt, obwohl man in der richtigen Buslinie sitzt. Dieses Gefühl beschlich mich, als ich jetzt im richtigen Bus, aber offensichtlich im falschen Film saß. Denn ich musste unfreiwillig folgenden Dialog zwischen zwei jungen Männern und einer alten Dame mit anhören. Da die jungen Herren allzu lautstark schwadronierten, bat sie eine in ihrer Nähe sitzenden, aber Welten von ihnen entfernte alte Dame zu Recht um eine moderatere und somit sozialverträgliche Tonlage. Einer der jungen Männer antwortete ihr darauf flapsig und unverschämt: „Wenn Sie Ruhe haben wollen, können Sie sich ja auf den Friedhof legen. Daraufhin kam es zu lautstarken Wortgefechten zwischen der alten Dame und den jungen Herren, die offensichtlich keine gute Kinderstube hatten oder sie schlicht vergessen hatten. Auch die Mehrheit der Mitfahrenden zeigte sich mit der verunglimpften Seniorin solidarisch. Die jungen Herren zeigten sich derweil überrascht, ob des G

Politischer Plausch

  99 unmaskierte Mülheimer nehmen sich am Sonntagnachmittag die Zeit für einen politischen Plausch zwischen Sigmar Gabriel. Der Ex-SPD-Chef und Ex-Bundesminister und SPD-Bundestagskandidat Sebastian Fiedler, seines Zeichens, Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, nehmen in der Alten Dreherei auf zwei roten Ledersesseln Platz. 90 Minuten diskutieren sie vor einem alten Straßenbahnwaggon der Linie 17, wohin die Fahrt politisch gehen soll, nach der Bundestagswahl am 26. September. "Fiedler will's wissen" heißt das Veranstaltungsformat. "Den Titel hat sich meine Frau ausgedacht", verrät der Kandidat. "Ich will mich mit unserem Gesprächsformat als politischer Seiteneinsteiger auf den Gebieten schlau machen, auf denen ich noch keine Expertise habe", sagt Fiedler. Doch im Gespräch mit Parteifreund Gabriel sucht Fiedler dann doch immer wieder mit Themen der Inneren Sicherheit das politische Heimspiel.  Wenn er zum Beispiel die Datenvorratsspeicherung im Ka

Die Dosis macht das Gift

  Früher hört man schon mal die Flöhe husten. Heute reagiert man auf jeden Wassertropfen allergisch, der vom Himmel fällt. "Regnet es schon wieder?" fragt man heute, wenn man auch nur den Hauch eines Schauers hört. Jetzt hörte ich sogar das meiner Ansicht nach besonders laute und heftige Wasserrauschen in der Kanalisation, als ich an einer Haltestelle auf meinen Bus wartete. Unheimlichkeit machte sich in mir breit. Das nennt man wohl eine posttraumatische Belastungsstörung. Dabei sind wir in Mülheim mit dem Ruhrhochwasser ja noch vergleichsweise glimpflich davongekommen. Sicher. Wasser ist lebenswichtig. Aber wenn es einem bis zum Hals steht, ist eben auch lebensgefährlich. Mit dem Wasser ist eben, wie mit allen Lebensmitteln und Lebensmitteln. Die Dosis macht das Gift. Und während ich das so schreibe, ahne ich, dass wir noch auf so manche Öko-Diät in Sachen Häuslebau, Flächenverbrauch, Urlaubsreisen und Automobilität gesetzt werden, um uns mit einer Überdosis umwelt- und kli

Impfen im Vorbeigehen

Corona-Impfung zwischen Klamottenkauf und Einkaufsbummel: Im Rhein-Ruhr-Zentrum erhalten Kurzentschlossene den Piks. Wer samstags im Rhein-Ruhr-Zentrum einkauft, sucht besondere Angebote. Ein solches Angebot hielten am letzten Juli-Samstag auch Feuerwehr, Rotes Kreuz, Kassenärztliche Vereinigung, die Vollmergruppe und das kommunale Impfzentrum auf der Shopping-Mall bereit.  Auch am ersten Samstag im August gibt es das Angebot noch einmal. Das improvisierte Impfzentrum in der Nähe des Osteingangs im ehemaligen Esprit-Ladenlokal kann man nicht verfehlen. Dort, wo früher Kunden neue Modetrends anprobierten, werden Bürger während der normalen Ladenöffnungszeiten zwischen 10 und 20 Uhr mit dem Impfstoff Johnson und Johnson gegen eine mögliche Covid-19-Erkrankung gewappnet. Impfwillige sehen Vorteile: Den Piks gibt’s ohne Termin im Rhein-Ruhr-Zentrum Jeanette Ayvaz und Manuel Rettweiler, die zum Impfen ins Rhein-Ruhr-Zentrum gekommen sind, waren sich einig: „So ein niederschwelliges Impf

Ein Lehrbeispiel

  Mülheim hat nicht zu viele Erfolgsgeschichte. Doch die 2009 gegründete Hochschule Ruhr-West ist eine Mülheimer Erfolgsgeschichte. Und ihr gerade mit einem vom Auswärtigen Amt finanzierten Stipendium des Deutschen Akademischen Austauchdienstes ausgezeichneter Maschinenbaustudent Adil Et-Tajani ist Teil dieser Erfolgsgeschichte, mit denen sich die Globalisierung von einer ihrer positiven Seiten zeigt. Im Gespräch mit dieser Redaktion berichtet der 27-jährige Marokkaner über seine Studienerfahrungen an der HRW und berichtet, was ihn antreibt. Die Fragen stellte Thomas Emons   Was fasziniert Sie am Maschinenbau und am technischen Produktionsmanagement?   D ass ich die Produktionsabläufe in der Automobilindustrie optimieren kann, indem, wie in vielen Bereichen, Fertigungstechniken, Produktionsschritte digitalisiert werden.   Warum haben Sie sich für die HRW entschieden?   Um meinen Schulabschluss anerkennen zu lassen und mich auf ein Ingenieurstudium an einer deutschen Hochschule vorzuber