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Es werden Posts vom April, 2021 angezeigt.

Sie hat schon viele zum Kochen gebracht

  Mit einer Quarkspeise in Mutters Küche begann Ulrike Dambergers Leidenschaft fürs Kochen. Inzwischen ist sie als die Fachbereichsleiterin für den Bereich Hauswirtschaft und Ernährung, die auch die Bereiche Mode, Kreativität und Gesprächskreise betreut, die dienstälteste Mitarbeiterin der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFBS) am Scharpenberg. "Eigentlich wollte ich das nur drei Jahre lang machen und dann als Hauswirtschaftslehrerin in die Berufsschule wechseln", erinnert sich die gelernte Ökotrophologin an ihren Dienstantritt am 1. September 1977. An ihrem zweiten Arbeitstag feierte sie ihren 22. Geburtstag, Dass sie ihrer ersten Stelle nach ihrer Berufsausbildung in Wuppertal treu geblieben ist, erklärt Ulrike Damberger so: "Anders, als in den Hauswirtschaftsklassen der Berufsschulen kommen die Menschen freiwillig hier hin, um mit anderen Menschen zu kochen!" Im Laufe der Jahre sind ihre Kochkurse zu einem immer beliebteren Gemeinschaftserlebnis geworden. Au

Erfahrungen eines Fußgängers

 Wer früher ein Abenteuer erleben wollte, musste in die weite Welt hinaus. Heute reicht der normale Alltag vor der Haustür. Längst sind auch Fußgängerzonen und Bürgersteige zu Rennstrecken für E-Rollern, die kaum hörbar, aber blitzschnell und lebensgefährlich an einem vorbeirasen. „Was ihr könnt, kann ich schon lange“, sagt sich da so mancher rasende Radfahrer. Auch manche Autofahrer beschränken sich heute bei weitem nicht mehr auf Fahrbahnen und Parkplätze. Sie nehmen auch schon mal erstaunlich selbstverständlich und rasant eine Abkürzung durch die Fußgängerzone oder parken, weil sie es ja besonders eilig haben und jeder zu Fuß zurückgelegter Meter für sie die reinste Zeitverschwendung ist, auch die Bürgersteige zu, die noch nicht als Parkplätze ausgewiesen sind. Und selbst, wenn man sich als Fußgänger in Bus- und Bahn flüchtet, ist man seines Lebens nicht immer sicher. Denn da gehen die Automatiktüren auch schon mal vor der Zeit zu und bringen den für unsere schnelllebige Zeit zu lan

Mülheimer Bodenschätze

  Am Wasserbahnhof kann man zu einer Tour mit der Weißen Flotte aufbrechen. Man kann aber auch auf der Schleuseninsel in die Erlebnisroute Mülheimer Bodenschätze einsteigen. Mit Hilfe des Landes konnte die Stadt jetzt den aus elf Stationen bestehenden geologischen Lehrpfad aktualisieren.  Dafür hat der Regionalverband Ruhrgebiet 127.000 Euro aus dem Landeshaushalt an die Stadt Mülheim weitergegeben. Mit dem Geld konnten die elf Stationen zwischen Schleuseninsel, Luisental, Fossilienweg, Auberg, Kahlenberg und Mintarder Ruhrtalbrücke digitalisiert und an die heutigen Lesegewohnheiten angepasst werden. Wer sich mit seinem Smartphone auf die geologische Lehrwanderung durch Mülheim begibt, kann sich mit dem Abfotografieren eines QR-Codes die auf der Internetseite der Stadt hinterlegten Informationen über Mülheimer Bodenschätze und Bodenprofile als Audiodatei aufrufen. Ergänzt werden die Stationen des geologischen Lehr- und Erlebnispfades durch zehn Infotafeln, die als "Boden-Botschaft

112, bitte kommen!

112. Das ist die Rufnummer für Notfälle, wenn der Rettungsdienst kommen muss, um zu helfen. Gleich zweimal in kurzer Folge hatte ich jetzt so ein Beinahe-112-Gefühl, und das nur, weil ich nicht schnell genug aus der 112 aussteigen konnte. Auf dieser Linie, die zwischen Oberhausen und Mülheim-Hauptfriedhof verkehrt, muss man als Fahrgast schon von der schnellen Truppe sein. Wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass diese Linie auch öfter in Tarngrün Werbung für die Bundeswehr fährt. Klar. Wer bei der Bundeswehr mitfahren bzw. mithalten will, muss schon von robuster Natur sein. Kann es sein, dass die Ruhrbahn mit dem neuen wehr tüchtigen Werbekunden im Rücken einen Takt schneller fährt und deshalb auch die Schließ- und Öffnungsautomatik ihrer Schiebetüren beschleunigt und auf den Modus Fallschirmjäger eingestellt hat. Wer kein Tempo macht, weil er kein Sprinter ist oder gar mit Rollator, Stock und Co in der flotten Truppen-Tram unterwegs ist, der muss sich zeitig und zackig zum Absprung,

Auf gut deutsch

Als ich in der Zeitung las, dass Heino im Herbst in seiner Heimatstadt Düsseldorf einen „deutschen Liederabend“ veranstalten will, den der Intendant der dortigen Tonhalle nicht bewerben will,  weil das in seinen Augen einen nationalistischen und deutschtümelnden Beigeschmack hätte, musste ich an ein „Abschiedskonzert“ denken, das Heino schon vor Jahren in der Mülheimer RWE-Halle gegeben hat. Auch damals hat er, wie es seine Art ist, deutsche Volkslieder und deutsche Schlager gesungen, sehr zum Gefallen seines erstaunlich generationsübergreifenden Publikums, das aber auch so gar keinen aggressiv-nationalistischen Eindruck auf mich machte. Jetzt will Heino, der das Singen auch nach diversen Abschiedskonzerten, nicht sein lassen kann, auf seine alten Tage ganz klassisch Lieder von Schubert, Beethoven, Bach und Brahms zum Besten geben. Von allen drei Strophen des Deutschlandliedes, die Heino auch schon gesungen hat, ist nicht die Rede, obwohl auch das ein Teil der deutschen Kulturgeschicht

Nur nicht unter die Räder kommen

In diesen Zeiten muss man manchmal Angst haben, unter die Räder zu kommen, und das nicht nur, weil das Corona-Virus unterwegs ist. Dieses Gefühl, unter die Räder zu kommen. hatte ich jetzt gleich in kürzesten Abständen, als ein Fahrradkurier, der schneller durch den Übergang zwischen Forum und Hauptbahnhof an meiner Nasenspitze vorbeifuhr, als es die Polizei erlaubt. Die war allerdings gerade, wir ahnen es, nicht zur rechten Zeit am rechten Ort, um den Rad-Rowdy zu stoppen. Überhaupt habe ich in den letzten Jahren das Gefühl, dass ich in unserer Innenstadt nur noch motorisierte Polizeistreifen sehe, die anders, als ihre Vorgänger, nicht mehr zu Fuß, sondern nur noch auf vier Rädern in ihren Streifenwagen nach dem rechten schauen. Leider nicht anwesend waren die Kollegen von der Polizei auch, als sich zur bereits dunklen Abendstunde unvorsichtigerweise mit einem Hakenprosche nach meinem Tageseinkauf aus einem Supermarkt an der Zentralen Haltestelle in der Friedrich-Ebert-Straße hervor t

Mobiles Mülheim

 Über Jahrhunderte waren die Menschen auch in Mülheim zu Fuß oder mit Pferd und Wagen unterwegs. Hinzu kam die schiffbare Ruhr, die auf14 Kilometern, die Stadt durchfließt. Bis zum Eisenbahnanschluss im Jahr 1862 war die Ruhr ein von Transportschiffen stark befahrener Fluss. Doch um 1880 kam die industrielle Ruhrschifffahrt zum Erliegen. Es sollte bis 1927 dauern, ehe mit dem Wasserbahnhof und der Weißen Flotte ein neues; touristisches Kapitel, der Ruhrschifffahrt aufgeschlagen werden konnte. Der Bau der ersten Mülheimer Ruhrschleuse hatte die Ruhrschifffahrt beschleunigt. Die heutige Ruhrschleuse auf der Schleuseninsel wurde 1845 fertiggestellt. Bereits 1844 war mit der Kettenbrücke der erste Brückenschlag über die Mülheimer Ruhr gelungen, die bis dahin ausschließlich mit der schollschen Fähre hatte überquert werden konnte. Unvorstellbar. In der ersten Saison 1927/28 beförderten die Schiffe der Weißen Flotte fast 500.000 Fahrgäste. Die Mobilität auf Schienen hatten die Mülheimer 1838

Im Zeichen des Regenbogens

  Selbeck. Seit dem 27. März weht an der Kirche der hl. Theresia von Avila die Regenbogenfahne. Die Farben des Regenbogens symbolisieren seit alttestamentarischen Zeiten den nachsintflutlichen Frieden zwischen Gott und den Menschen. Heute stehen seine Farben auch für den irdischen Frieden zwischen den Nationen und Menschen. Sie sind ein Bekenntnis zur gleichberechtigten Vielfalt der Gesellschaft. Deshalb haben auch Friedensbewegte, Verteidiger der Menschenrechte sowie die Bewegung der schwul und lesbisch lebenden Menschen die Regenbogenfahne als ihr Symbol erkoren. Die zwölf Mitglieder des Sachausschusses von St. Theresia von Avila verstehen vorösterlichen Fahnenschmuck an der Karl-Forst-Straße als kirchen-politische Kritik an Papst Franziskus, der die kirchliche Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften ablehnt. Die katholischen Christen von der Gemeindebasis der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt stehen mit ihrer Papst-Kritik in diesem Punkt nicht allein. Die katholischen Pfarrer