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Heiliges Blech

  In einer  Zeit,  in der sich alles  i n unserem Land schnell verändert ,   g ibt es doch eine Konstante .   D as Auto ist und bleibt des Deutschen liebstes Kind , auch und gerade, wenn er aus Mülheim kommt.  Das sieht man in unserer Stadt. So mancher lässt vielleicht Frau und Kinder im Regen stehen ,  aber nicht sein geliebtes Auto. Da müssen zur Not auch schon mal ein oder  zwei  Garagen  her.  Und wenn die Garage n  nicht mehr ausreichen ,  weil  auch Kind und Kegel nicht mehr ohne Auto leben k önnen und  ein dritter Wagen angeschafft worden ist ,   d ann  wird  der  m otorisierte  Vierräderer   auf den Bürgersteig ge parkt . Es wäre  ja auch  zu schlimm ,   w enn dem geliebten Vehikel ,   dass  unvorsichtiger Weise am  Fahrbahn rand abgestellt  w ürde ,  e in Blechschaden  zustoßen könnte ,   w eil die  Straßen ja heutzutage so voll und die  Autos kaum noch  d urch die beidseitig   beparkten  und viel zu engen  Straßen. Da m üssen Fußgänger  schon mal  solidarisch  auf die Fahrbah

Gut erklärt

  Klimawandel. Das Wort ist in aller Munde. Aber was ist das? Und was bedeutet es für unser Leben? Das zu verstehen und überzeugend zu erklären, fällt selbst Politikern und Diplomaten schwer. Der UN-Klima-Gipfel in Glasgow zeigt es. Umso aktueller und bemerkenswerter ist jetzt die gerade erst im Haus Ruhrnatur auf der Schleuseninsel installierte Klimastation. Mit zwei Globen und einem interaktivem Computer-Monitor können sich Besucher im Haus Ruhrnatur der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft RWW ein Bild vom Klimawandel machen und ausprobieren, wie man den Anstieg der Temperatur begrenzen und damit das Leben auf unserem, im Weltall-Maßstab, kleinen blauen Planeten lebenswert erhalten kann.   Ungewöhnliche Perspektive Zwei, von RWW-Drohnen, aufgenommene Kurzfilme, die uns die vom Starkregen-Hochwasser überschwemmte Schleuseninsel und ihre so beeinträchtigte Flora und Fauna von oben zeigen, machen die aktuellen Folgen des Klimawandels ebenso anschaulich, wie die aufheizbaren

Um Ankunft wird gebeten

  Als Inhaber einer Monatskarte bin ich regelmäßiger Fahrgast der Ruhrbahn. Doch am Samstagabend beförderte sie mich nicht von A nach B, sondern machte mir Beine. Nachdem ich in jüngster Vergangenheit auch schon Mal an der Haltestelle Mendener Brücke vom Fahrer der Buslinie 753 link liegen bzw. stehen gelassen wurde, glänzte die Linie jetzt durch gänzliche Abwesenheit und zwang mich zu vorgerückter und entsprechend dunkler Stunde zu Fuß den Heimweg anzutreten. Insofern leistete die Ruhrbahn, nach dem sie mit ihrem nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal abschreckenden Service meinen Blutdruck in die Höhe schnellen ließ, mit meiner erzwungenen Bewegung an der frischen Luft einen Beitrag zu meiner Gesunderhaltung. Doch für die Zukunft, liebe Ruhrbahner, würde es mich als ihr zahlender Fahrgast noch glücklicher und gesünder machen, wenn Sie ihre in Aussicht gestellte Transportdienstleistung zur jeweils angezeigten Zeit auch tatsächlich ausführen und mir die Entscheidung, wann

Ein Pastor geht, um zu bleiben

  1993 kam der Norddeutsche Ekkehart Vetter aus Stade als Pastor In die Evangelisch freikirchliche Christusgemeinde. Jetzt wurde er von seiner Gemeinde In den Ruhestand verabschiedet. "Ich bleibe aber in der Gemeinde und werde künftig ehrenamtlich statt hauptamtlich mitarbeiten. Doch jetzt gönnen meine Frau Sabine, die ebenfalls in der Gemeinde mitarbeitet, und ich uns erst mal  eine Ruhe- und Reise-Pause!", sagt der Pastor a.D. Im Gespräch Mit der Mülheimer Woche. Generationsübergreifend Dass die an der Uhlandstraße im Dichterviertel ansässige Gemeinde unter seiner Führung neue Mitglieder hinzugewonnen hat und heute wieder eine generationsübergreifende und internationale Gemeinde vom Kind bis zum Senior ist, führt Vetter nicht nur auf sein eigenes Engagement zurück. "Da steckt immer ein ganzes Team hinter, das sich einbringt.  Also Pastor hat er immer wieder die Erfahrung gemacht, "dass sich Gemeindemitglieder gerne engagieren, wenn sie erkennen, dass eine Sache F

Wir sind noch zu retten

  „Ich bin grundsätzlich optimistisch, was die Zukunft der Menschheit betrifft, weil die Menschen leben wollen!“ Das war die zentrale Botschaft, die die Umweltaktivistin Dr. Monika Griefahn am Sonntag (7. November) als Kanzelrednerin in der Petrikirche vermittelte. Die 1954 in Mülheim geborene und in Holthausen aufgewachsene Sozialdemokratin nutzte ihre Kanzelrede für ein engagiertes Pladoyer zugunsten einer ökologisch nachhaltigen Kreislaufwirtschaft: „Wir müssen dazu kommen, dass wir Dinge nicht mehr besitzen, sondern nur noch nutzen und sie, wenn wir nicht mehr brauchen, nicht einfach auf den Müll werfen, sondern an die Hersteller zurückgeben, von denen wir sie erworben haben, so dass diese die knappen Rohstoffe wiederverwenden können und damit auch selbst ein Interesse an einer funktionierenden Kreislaufwirtschafen haben“, sagte die Sozialdemokratin, die im vergangenen Jahr als SPD-Kandidatin versucht hatte, Oberbürgermeisterin ihrer ersten Heimatstadt zu werden. Die Natur, so Gr

Botschafterin der Frohen Botschaft

  Am 6./7. November wählen die katholischen Christen ihre Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte! Deshalb sprach diese Zeitung mit der Leiterin der Styrumer Gemeinde St. Mariae Rosenkranz, Sigrid Geiger (58) darüber, warum sie sich in der Kirche engagiert und darüber, was für die Stadtkirche zur Wahl und zur Entscheidung steht. Viele Menschen verlassen die katholische Kirche. Sie engagieren sich in dieser Kirche. Geiger:  Abgesehen davon, dass die Kirche mein Arbeitgeber ist, sehe ich meine Arbeit als meinen Traumberuf, in dem ich mich verwirklichen kann, weil mir die Menschen in dieser Gemeinde am Herzen liegen und ich sie mit dem Evangelium Jesu Christi und der Liebe Gottes in Berührung bringen. Viele Menschen halten den christlichen Glauben für überholt. Geiger:  Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man, wenn man an Gott glaubt, eine besondere Kraftquelle hat, mit der man die Höhen und Tiefen des Lebens besser durchstehen kann. Worum geht es bei den Kirchen-Wahlen am Wochenende? Gei

Elfter im Elften

 Der 11.11. ist nicht nur der Sankt-Martins-Tag, sondern auch der erste Tag der Fünften Jahreszeit. Der Elfte im Elften als Sessionsauftakt geht auch auf den Todestag des heiligen Martin von Tours zurück, gestorben 397. Da der Bischof aus unserer französischen Partnerstadt, der auch Namenspatron einer Mülheimer Grundschule ist, unter anderem Schutzheiliger der Winzer und Wirte ist. Von wegen: „Schnaps, das war sein letztes Wort!“ Hinzu kommt, dass die 11 nicht nur als Schnapszahl gilt, sondern es auch 11 Apostel waren, die Jesus nicht verrieten und die ausgeschriebene Elf auch für die Losung der Französischen Revolution von 1789: „Gleichheit, Freiheit Brüderlichkeit“ (französisch: „Égalité, liberté, fraternité » In den 1950er Jahren weckten die mölmschen Karnevalisten ihren Hoppeditz auf dem Rathausmarkt, ehe sie in den 1960er Jahren mit ihrer Prinzenproklamation in den Festsaal der Stadthalle eingezogen. Mülheims erster Stadtprinz war 1958 der Brauer Erich Ibing, Erst ab

Ein Exportschlager kommt zurück

Von Saarn nach England und wieder zurück. So lässt sich die Geschichte der Kirmesorgel zusammenfassen, die die Gebrüder Wellershaus anno 1906 in ihrer Orgelwerkstatt an der Düsseldorfer Straße gebaut haben und die Schausteller Albert Ritter bei der Saarner Kirmes der interessierten Öffentlichkeit vorstellen wird. Schon vor 30 Jahren, so lange gehört Ritter auch schon zur Gemeinschaft der Saarner Schausteller, erstand er bei einem historischen Jahrmarkt einen Orgelwagen, Baujahr 1919. Nur eine entsprechende Kirmesorgel fehlte ihm.  Auf sie wurde er durch einen Schaustellerkollegen gestoßen, der sich, ebenso wie Ritter, „für das Kulturgut Kirmesorgel“ begeistern kann. Das Angebot, dem Ritter nicht widerstehen konnte, führte ihn im Juni 2015 in den Stall eines englischen Geflügelzüchters, der ihm dort auf der Wellershausorgel „Das ist die Berliner Luft“ und „Puppchen, du bist mein Augenstern“ intonieren konnte. Inzwischen hat sich Ritter 48 weitere Liederbücher besorgt, die wie eine

Sehr verdient

„Sie haben als Christ, wie Nikolaus Groß erkannt, dass die Frohe Botschaft Jesu eine politische Konsequenz hat, nämlich den Einsatz für Menschen, die unsere Hilfe brauchen.“ So würdigte Stadtdechant, Michael Janßen, den aktuellen Träger der Nikolaus-Groß-Medaille, Paul Heidrich. Der 67-jährige Familienvater und langjährige CDU-Kommunalpolitiker erhielt die Auszeichnung der Stadtkirche im Rahmen eines Abendgottesdienstes am Tag der Deutschen Einheit. Dieser Gottesdienst wurde mit 80 geladenen Gästen in der Pfarrkirche St. Barbara am Schildberg in Dümpten gefeiert. Unter ihnen war auch Thomas Groß, Enkel des 1898 in Hattingen geborenen und 1945 in Berlin ermordeten katholischen Arbeiterführers, Journalisten, siebenfachen Familienvaters und Widerstandskämpfers. Michael Janßen würdigte den 2001 vom damaligen Papst Johannes Paul II. selig gesprochenen Nikolaus Groß, „als einen tiefgläubigen Menschen, der seinem Gewissen gefolgt und deshalb mit einem unsterblichen Charisma begnadet ist.“ Die

Außer man tut es

Der Förderverein, den Paul Heidrich und Manfred Rixecker vor viereinhalb Jahren aus der Taufe gehoben und für den sie inzwischen 70 Mitglieder gewonnen haben, bringen die Menschen mit Behinderung, die im Selbecker Dorf der Theodor-Fliedner-Stiftung zuhause und behütet sind, voran.  Auf dem Platz vor dem Dorfrathaus übergaben Rixecker, dessen Bruder im Fliedner-Dorf gelebt hat und Heidrich, dessen Sohn dort zuhause ist, übergaben jetzt ein Fahrzeug, dass die Fliedner-Mitarbeiter Friedhelm Thissen und Andreas Hesse, stellvertretend für ihre Kollegen und die aktuell 162 Bewohner des Wohnbereiches für Menschen mit Behinderung in Empfang nahmen. "Mit dem neuen, sehr behindertenfreundlich, weil barrierearm konfigurierten Fahrzeug können wir seinen in die Jahre gekommenen Vorgänger ersetzen und zum Beispiel für Arzt- und Einkaufsfahrten oder auch für Ausflüge nutzen," freut sich Thissen, der den Wohnbereich für Menschen mit Behinderung leitet. Für ein Stück vom Glück Mit seinem für

In Memoriam

Norbert Greger leitete vom Ende der 1960er bis zum Ende der 1980er Jahre die Heinrich Thöne Volkshochschule. Er war ein Wegbereiter der 1989 begründeten deutsch-polnischen Städtepartnerschaft zwischen Mülheim und Oppeln, Jetzt ist der Politikwissenschaftler Und Sozialdemokrat im Alter von 92 Jahren gestorben. Nach der politischen Wende in Polen ging Greger von Mülheim nach Warschau, um dort Ein Institut zu leiten, das im postkommunistischen Polen eine freie und demokratische Erwachsenenbildung aufgebaut hat. Dafür wurde Greger mit dem Weißen Adler, dem höchsten Orden der Republik Polen ausgezeichnet. Wie der zwei Jahre ältere Literaturnobelpreisträger Günter Grass stammte Greger aus der Kaschubei. Schon früh engagierte sich für Versöhnung zwischen Deutschen und Polen. Bevor Greger Ende der 1960er Jahre als Leiter der Volkshochschule nach Mühlheim kam, drehte er für den Westdeutschen Rundfunk Dokumentarfilme über das damals noch kommunistische Polen. „Norbert Greger war ein literaturbe

Vorsicht, Zeitdiebe!

  Gerade haben wir Allerheiligen hinter uns. Da höre ich im Bus eine Frau zu ihrer Freundin sagen: „Wir haben nächste Woche unsere vorgezogene Weihnachtsfeier. Ich glaubte, nicht richtig gehört zu haben. Doch das folgende Gespräch bestätigte das Gehörte. Ich war also keiner Sinnestäuschung erlegen. Eine Weihnachtsfeier Anfang November. Da bleiben einem die vorgezogene Martinsgans und die verfrühten Dominosteine aus dem Supermarkt im Halse stecken. Je weniger Menschen etwas mit der frohen Botschaft von Weihnachten anfangen können, desto früher wird allerorten weihnachtlich dekoriert und ausgeleuchtet. Die Zeitdiebe, lies nach bei Michael Ende, sind keine Fiktion. Sie sind ganz realexistierend als blendende und geschäftstüchtige Scheinheilige unter uns, um uns unsere Zeit und unser Geld zu nehmen. Auch wenn ihre Fraktion immer zahlreicher und lauter wird, sollten wir uns, von ihnen weder zur Sommer- noch zur Winterzeit oder zur Fünften Jahreszeit zum Narren halten lassen. In der Ruhe lie

Wer wird noch Wirt?

  Viele Mülheimer gehen gerne gut essen. Doch wenige wollen selbst in der Gastronomie arbeiten. Die mit den Corona-Lockdowns verbundenen gastronomischen Zwangspausen haben den Personalmangel verschärft, weil viele Restaurantfachleute und Köche in andere, vermeintlich sicherere Branchen abgewandert sind. Das ist die Lage, die Gastronomen, der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA und die Agentur für Arbeit beschreiben. Martin Hesse vom Hotel-Restaurant Handelshof an der Friedrichstraße und Gabriele Sowa, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit, sehen vor allem die flexiblen Arbeitszeiten in der Gastronomie als größtes Abschreckungsmoment, wenn es um die Frage geht: „Soll ich in die Gastronomie gehen?“ Sowa: „Klar ist. In der Gastronomie muss ich dann arbeiten, wenn andere feiern und es sich gut gehen lassen!“ Der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststätten-Gewerbeverbandes, Thomas Kolaric, räumt ein, „dass die Gastronomen experimentieren und attraktive Pakete für ihr Personal schnüren mü