Kennen Sie noch Alfred Zerban? Der Mann machte einst für den WDR-Hörfunk Testfahrten mit Autos der verschiedenen Hersteller. Der Härtetest für die Fahrzeuge und den Fahrer war die sogenannte „Folterstrecke“, bei der es auf vier Rädern über mehr als nur über Stock und Stein ging,
Gestern fühlte ich mich wie Zerban auf der Folterstrecke. Dabei habe ich noch nicht mal einen Führerschein und bin deshalb oft zu Fuß unterwegs. Als Innenstadt-Bewohner dachte ich bisher,
das Fußgänger-Pflaster auf der Leineweber-Straße sei die größtmögliche aller Zumutungen und Stolperfallen. Seit gestern ist für mich in diesem Punkt aber der untere Steinknappen rekordverdächtig. Neben der wunderbar glatten Fahrbahn fühlt man sich als Fußgänger auf dem so genannten Gehweg wie ein Hindernisläufer oder ein Trabi in der DDR.
Die DDR und ihr real existierender Sozialismus sind nicht nur, aber auch an ihren Straßenzuständen gescheitert. Das sollte unserer Stadt zu denken geben. „Loch an Loch und hält doch“ An diesem Prinzip Hoffnung sollte man sich nicht zu lange festhalten, wenn man als Stadt mit erstklassigen Gewerbesteuersätzen, aber mit stellenweise drittklassigen Straßenverhältnissen keinen Schiffbruch oder besser gesagt Hals- und Beinbruch erleiden will.
Dieser Text erschien am 11. August 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung
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