Sonntag, 23. März 2025

Kultur macht stark

 Ist Kultur Luxus oder ein Lebensmittel, wie es einst Bundespräsident Johannes Rau formuliert hat? Letzteres haben jetzt die jahrgangsübergreifende Musical-Klasse der Gesamtschule Saarn und die drei Mülheimer Familienkonzerte unter Beweis gestellt. 

Letztere bringen die Musikpädagogin Ulrike Schwanse und Anja Schöne vom Stadttheater Hagen seit 2005 auch in der Mülheimer Stadthalle auf die Bühne. Mit von der musikalischen Partie waren diesmal bei Sergej Prokovejevs sinfonischer Dichtung "Peter und der Wolf" wieder Mülheimer Grundschüler aus acht Mülheimer Grundschulen, die Musiker des Münsteraner Studentenorchesters und die Schauspieler Julian Karow (als Wolf) und Gabriel Schunck (als Ente). "Wir wollen Kindern und ihren Eltern und Großeltern unser reiches musikalisches Erbe vermitteln und damit ein Kontrastprogramm für die Generation Smartphone auf die Bühne bringen", erklärt Ulrike Schwanse  das Ziel der von ihr moderierten und von Anja Schöne inszenierte Familienkonzerte. Mission gelungen, kann bestätigen, wer die jüngsten Familienkonzerte im Theatersaal der Stadthalle miterlebt hat. Nach dem letzten Akkord blieb der Eindruck, dass die gut komponierte Inszenierung mit Musik, Moderation, Musikerinterviews, gespielten Szenen, gemalten Bildern auch so manchen "normalen" klassischen Konzerten guttäte und vielleicht ein ungeahnt zahlreiches Publikum bescheren würde. 

Genauso lange währt nun auch schon die Erfolgsgeschichte der Schülermusicals, die von jeweils mehr als 100 Jugendlichen in der Regie der beiden Pädagogen Sebastian Klein und Stephanie von der Marwitz, an der Gesamtschule in Saarn, diesmal in einer nagelneuen Aula auf die Bühne gebracht werden.

Zuletzt wurde mit der Produktion "School of Rock" die Geschichte einer amerikanischen Highschool-Klasse, die von einem gescheiterten Rockmusiker, der sich an ihrer Schule als vermeintlicher Hilfslehrer eingeschlichen hat und die Klasse, unter den argwöhnischen Blicken seiner neidischen Kollegen, bei einer Battle of the Bands zu musikalischen Höchstleistungen motivierte.

Kein Wunder, dass der Musical-Nachwuchs von der Gesamtschule Saarn sich "zu 90 Prozent" mit seinen Rollen in der kurzweiligen 55-Minuten-Musical-Show identifizieren kann. Aussagen, wie diese: "Man muss sich im Leben etwas trauen und sich auch mal einen Schubs geben lassen!" oder: "Lehrende müssen sich das innere Kind bewahren, um den Spaß an ihrer pädagogischen Arbeit nicht zu verlieren", zeigen, wie reflektiert die 12- bis 19-Jährigen ihre Rollen gespielt und ausgefüllt  haben.

Mehr über die Gesamtschule Saarn lesen Sie hier und mehr über die Familienkonzerte lesen Sie hier

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