Dienstag, 8. Oktober 2019

Kommunalpolitik im Kindergarten

Das hätte ich nicht gedacht, dass mich die Stimmabgabe über den Bürgerentscheid zur Zukunft der Heinrich-Thöne-Volkshochschule ausgerechnet in den Kindergarten bringen würde. Dort, wo gestern im Evangelischen Kindergarten am Muhrenkamp die Stimmzettel für den VHS-Entscheid ausgegeben wurden, stand der Hinweis „Elefanten.“ Dabei hatte ich bei meiner Stimmabgabe in der Elefanten-Gruppe doch eher das Gefühl, dass es beim Bürgerentscheid darum gehe, eine Kuh vom Eis zu bringen, ohne dabei zu viel politisches Porzellan zu zerschlagen. Diese heikle Aufgabe bleibt unseren gewählten Dienstleistern im Rathaus auch nach dem Bürgerentscheid erhalten. Als Bürgerinnen und Bürger, die wir das Ergebnis, unabhängig von unseren persönlichen Vorlieben, mittragen und mit bezahlen müssen, bleibt uns nur der Wunsch und die Hoffnung, dass unsere gewählten Repräsentanten in Sachen VHS eine Entscheidung auf den Weg bringen, die als Lehrbeispiel für eine funktionierende und bürgerorientierte kommunale Selbstverwaltung in die Mülheimer Schul- und Geschichtsbücher eingehen kann und alle Skeptiker und Spötter widerlegt, die Kommunalpolitiker als einen Kindergarten betrachten, in dem gewinnt, wer im Sandkastenstreit das schönste Förmchen bekommt, der sich mit dem stärksten Organ und den stärksten Ellbogen durchsetzen kann.

Dieser Text erschien am 7. Oktober 2019 in der NRZ

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