Elfter im Elften

 Der 11.11. ist nicht nur der Sankt-Martins-Tag, sondern auch der erste Tag der Fünften Jahreszeit. Der Elfte im Elften als Sessionsauftakt geht auch auf den Todestag des heiligen Martin von Tours zurück, gestorben 397. Da der Bischof aus unserer französischen Partnerstadt, der auch Namenspatron einer Mülheimer Grundschule ist, unter anderem Schutzheiliger der Winzer und Wirte ist. Von wegen: „Schnaps, das war sein letztes Wort!“ Hinzu kommt, dass die 11 nicht nur als Schnapszahl gilt, sondern es auch 11 Apostel waren, die Jesus nicht verrieten und die ausgeschriebene Elf auch für die Losung der Französischen Revolution von 1789: „Gleichheit, Freiheit Brüderlichkeit“ (französisch: „Égalité, liberté, fraternité » In den 1950er Jahren weckten die mölmschen Karnevalisten ihren Hoppeditz auf dem Rathausmarkt, ehe sie in den 1960er Jahren mit ihrer Prinzenproklamation in den Festsaal der Stadthalle eingezogen. Mülheims erster Stadtprinz war 1958 der Brauer Erich Ibing, Erst ab Mitte der 1960er Jahre gönnten sich die mölmschen Jecken dann auch eine Stadtprinzessin und einen Kinderprinzen. Anders, als in der Karnevalshochburg Köln, beginnt die Session in Mülheim aber nicht schon am 11.11. um 11.11 Uhr, sondern erst mit der Prinzenproklamation um 19.30 Uhr. Aus finanziellen Gründen proklamieren die mölmschen Jecken ihre närrischen Regenten diesmal nicht im Festsaal der Stadthalle, sondern im Autohaus Wolf an der Düsseldorfer Straße 261 in Saarn. Zwei Tage nach der Prinzenproklamation und dem Hoppediz Erwachen, diesmal mit den Tollitäten Kevin und Tamara (Bongartz) unter dem Sessionsmotto: „Kunterbunte Mölmsche Welt, wir machen sie wie’s uns gefällt“ stellen die Jecken am 13. November um 11.11 Uhr mit Musik und Tanz am Kurt-Schumacher-Platz ihren Narrenbaum mit den Wappen der aktuell zwölf Karnevalsgesellschaften auf.


NRZ/WAZ, 10.11.2021

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