Ein Pastor geht, um zu bleiben

 1993 kam der Norddeutsche Ekkehart Vetter aus Stade als Pastor In die Evangelisch freikirchliche Christusgemeinde. Jetzt wurde er von seiner Gemeinde In den Ruhestand verabschiedet.

"Ich bleibe aber in der Gemeinde und werde künftig ehrenamtlich statt hauptamtlich mitarbeiten. Doch jetzt gönnen meine Frau Sabine, die ebenfalls in der Gemeinde mitarbeitet, und ich uns erst mal  eine Ruhe- und Reise-Pause!", sagt der Pastor a.D. Im Gespräch Mit der Mülheimer Woche.

Generationsübergreifend

Dass die an der Uhlandstraße im Dichterviertel ansässige Gemeinde unter seiner Führung neue Mitglieder hinzugewonnen hat und heute wieder eine generationsübergreifende und internationale Gemeinde vom Kind bis zum Senior ist, führt Vetter nicht nur auf sein eigenes Engagement zurück. "Da steckt immer ein ganzes Team hinter, das sich einbringt. 

Also Pastor hat er immer wieder die Erfahrung gemacht, "dass sich Gemeindemitglieder gerne engagieren, wenn sie erkennen, dass eine Sache Für sie persönlich wichtig wichtig Ist und es sich deshalb für sie lohnt, Zeit und Arbeit zu investieren." Das gelte sowohl für die Gestaltung von Gottesdiensten, wie auch für die geistlichen Connect-Freundeskreise der Gemeinde, als auch für Entwicklungshilfeprojekte, Eltern-Kind-Gruppen und für die Flüchtlingsarbeit der Gemeinde. Letztere reichte von der Sprachschule bis zum Kirchenasyl.

Immer wieder hat die freikirchliche Gemeinde an der Uhlandstraße auch ihre Türen geöffnet und ihrem schönen Gemeindesaal, der ein bisschen an einen Theater- und Kinosaal erinnert zum Beispiel für Konzerte zu öffnen. 

Aufgeschlossen bleiben

Mit Blick auf die Gegenwart und Zukunft der aktuell 250 Mitglieder zählenden und rein spendenfinanzierten Christusgemeinde sagt Vetter: "Wir sind im Kern eine sehr bürgerliche großfamiliäre Gemeinde, die bisher nur einen Ausschnitt der Gesellschaft erreicht. Auch wenn wir auf diesem Weg schon Fortschritte gemacht haben, müssen wir weiter daran arbeiten, dass sich die gesamte gesellschaftliche Spannbreite in unserer Gemeinde widerspiegelt. Das auch schon die Urchristen Vor dieser Gesellschaftlichen Integrationsaufgabe standen, macht Vetter mit einem Wort des Apostel Paulus deutlich: "Ob Männer, Frauen, Griechen oder Juden. Wer ihr auch seid! Ihr seid alle eins in Christus!"

Dass Ekkehart Vetter mit seinem beruflichen Lebensbeispiel als Pastor auch in die eigene Familie hinein gewirkt hat, zeigt die Tatsache, dass drei seiner sechs Kinder inzwischen beruflich in der freikirchlich-evangelischen Gemeinde und Entwicklungshilfearbeit tätig sind. Für den sichtbar in sich ruhenden Gottesmann und Familienmenschen Eckhard Vetter steht außer Frage, dass kirchliche Gemeindearbeit nur dann gesellschaftlich anschlussfähig bleibt, wenn Sie sich immer wieder vorurteilsfrei den sozialen und seelsorgerischen Aufgaben der Gegenwart öffne.

Wie sich die Corona-Pandemie langfristig auf das Gemeindeleben auswirkt, wagt Vetter noch nicht zu beurteilen. "Einige Gemeindemitglieder haben sich zurückgezogen", so Vetter, "und sind nicht mehr so präsent. Auf der anderen Seite haben wir durch unsere bereits früh begonnenen Livestreaming-Gottesdienste auch neue Mitglieder gewonnen, die sich gesagt haben: 'Ich möchte jetzt doch mal das Original kennenlernen!'" 

Mit Vetters Pensionierung übernimmt sein Nachfolger Clemens Pust, der bereits seit 15 Jahren zum Leitungsteam der Gemeinde gehört, seine Nachfolge als Pastor. Gleichzeitig hat die Christusgemeinde mit Ramanan Sivasothy einen hauptamtlichen Mitarbeiter für die Bereiche Jugendarbeit und Musik eingestellt.


MW/LK 15.11.2021

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