Mittwoch, 25. Januar 2023

Brechts Blick auf Mülheim

 Das Theater an der Ruhr hat sich das Brecht-Fragment „Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer vorgenommen und mit Regisseur Philipp Preuss und den Schauspielern Leonhard Hugger, Fabio Menendez, Steffen Reuber, Rupert Seidl und Gabriella Weber am 13. Januar eine Premiere auf seine Bühne am Raffelberg gebracht, die sich sehen lassen konnte.

„Das war ein sinnlicher Theaterabend“, kommentierte eine Zuschauerin ihren Eindruck. Und ein anderer Zuschauer fragte sich: „Hat Brecht seine Handlung tatsächlich in Mülheim an der Ruhr spielen lassen oder ist das ein Werbegag?“ Das Publikumsgespräch mit Regisseur Philipp Preuss und dem ebenfalls zur Theaterleitung gehörenden Helmut Schäfer klärte auf: „Bert Brecht hat die im Kriegswinter 1917/18 spielende Handlung seines in den Jahren 1927 bis 1931 geschriebenen, aber zu seinen Lebzeiten nie aufgeführten 400-Seiten Fragments tatsächlich in Mülheim an der Ruhr spielen lassen!“ Warum? Darüber können Preuß und Schäfer nur spekulieren. An wahrscheinlichsten erscheint ihnen die Tatsache, dass Mülheim, die damalige Garnisonsstadt an der Ruhr, in der Stinnes und Thyssen für die kriegswichtige Ruhrindustrie standen, „ein Symbol für das Ruhrgebiet war, in dem viele kriegsmüden Arbeiter und Soldaten von einer sozialistischen Revolution und von einer Räterepublik träumten, die im März 1920 dann auch hier errichtet werden sollte.“

Die mit sicht- und spürbarer Leidenschaft vom Ensemble auf die Bühne gebrachte Handlung spielte sich vor und hinter einem hauchdünnen und fast durchsichtigen Stoffvorhang ab. Ein Reporter, der mit seinem Mikrofon immer wieder vor den Vorhang trat, um die Handlungen der zwischen Solidarität und Verrat schwankenden vier Deserteure und einer ihrer nach Frieden, Alltagsnormalität und nach sexueller Befriedigung verlangenden Ehefrau kommentierte, erinnerte an die Fernsehkriegsreporter heutiger Tage. Ihn hatten Preuß und Schäfer in das von ihnen gemeinsam erarbeitete, etwa 40 Seiten starke Inszenierungsskript, hineinkomponiert.

Aus gutem Grund. Denn nicht nur der Krieg in der Ukraine machte die Fatzer-Inszenierung des Theaters an der Ruhr auf bedrückende Weise aktuell. Das Premierenpublikum erlebte eine buchstäblich filmreife Inszenierung. Die Bühnen- und Tontechniker Ramallah Aubrecht und Uwe Muschinski machten es möglich.

Auch wenn die Darsteller und Protagonisten sich für ihr konspiratives Tun hinter ihren Vorhang zurückzogen, konnten die Zuschauer sie aus der Vogelperspektive genau beobachten. Dass hatte etwas von Big Brother.  Der Einsatz von Mikrofon- und Kameratechnik machte es möglich. Hinzu kam der eingespielte (entfernt zu hörende) Geschützdonner.

Insgesamt gelang es der Inszenierung, die auch am 14. Januar und dann noch einmal am 26. Februar (jeweils um19.30 Uhr) im Theater an der Akkazienallee 61 am Raffelberg zu sehen sein wird, ihr Publikum in die Handlung hineinzuziehen und es jederzeit auf Höhe des Schauspiels zu halten.

Weitere Informationen zu der vom NRW-Kulturministerium und vom Kultursekretariat NRW geförderten Fatzer-Produktion finden Theaterfreunde im Internet unter: www.theater-an-der-ruhr.de oder telefonisch unter: 0208/5990188. 


Zu meinen Texten in der Mülheimer Tagespresse



Sonntag, 22. Januar 2023

Wer soll das bezahlen?

 Schluss mit Lustig im Mülheimer Karneval, zumindest finanziell. Eigentlich wollten die im Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval organisierten Narren am morgigen Sonntag (22. Januar) ihre Veranstaltungspremiere in der Alten Dreherei feiern und damit aus ihrer Saal-Not eine Tugend machen. Doch daraus wird nichts.

„Wir haben alle Veranstaltungen in der Alten Dreherei aus heizungstechnischen Gründen kurzfristig abgesagt. Wir hätten die Halle mit Diesel-Generatoren aufheizen müssen. Das wäre teuer und uneffektiv geworden. Probeläufe haben uns gezeigt, dass wir auch dann die Halle der Akten Dreherei nicht wirklich warm bekommen, hätten“, erklärt der Präsident des Hauptausschusses, Markus Uferkamp,  im Gespräch mit dieser Zeitung.

Hintergrund des Veranstaltungssaalproblems, von dem nicht nur die Karnevalsvereine betroffen sind, ist der Wegfall von geeigneten und bezahlbaren Veranstaltungsorten. „Als ich vor 22 Jahren in den Mülheimer Karneval kam, gab es in der Stadthalle sieben Karnevalsveranstaltungen. Heute sind es mit dem Prinzenball und der inklusiven Karnevalsparty Grenzenlos gerade noch zwei“, schildert der Geschäftsführer des Hauptausschusses, Hans Klingels, im gleichen Gespräch mit dieser Zeitung die Entwicklung. „Auch der Altenhof und der Handelshof stehen uns als Veranstaltungsorte nicht mehr zur Verfügung“, nennt Uferkamp ein verschärfendes Momentum.

Die beiden Chefkarnevalisten legen mit Blick auf den Festsaal der Stadthalle Zahlen auf den Tisch. Die Gesamtkosten, die bei einer Veranstaltung im Festsaal der Stadthalle anfallen, beziffern sie auf insgesamt 6500 Euro! Davon entfallen 1486 Euro auf die reine Saalmiete. Der größere Teil der Gesamtkosten besteht aus veranstaltungstechnischen Personalkosten. Klingels und Uferkamp nennen 184 Euro für die Lichttechnik, 850 Euro für die Tontechnik, 60 Euro für Computertechnik, 24 Euro für die Bestuhlung des Festsaales, der maximal 600 Sitzplätze bietet, 925 Euro für den Veranstaltungstechniker, 1429 Euro für alle Dienstleistungen, die mit der Bewirtschaftung der Stadthalle und ihres Parkplatzes zusammenhängen.

„Das ist für uns nicht mehr finanzierbar“, betonen Klingels und Uferkamp. Daran ändere auch der 40-prozentige Vereinsrabatt auf die reine Saalmiete und die kostenlose Unterstützung beim Bühnenbau nichts.

Angesichts dieser Ausgangslage sind die Chefkarnevalisten umso dankbarer, dass sie mit den Autohäusern Wolf und Extra sowie mit dem Gastronomiebetrieb Frankys Sponsoren an ihrer Seite haben, die ihre Räumlichkeiten mietfrei für Veranstaltungen bereitstellen. „So lange die Stadthalle für Vereine als Veranstaltungsort unbezahlbar bleibt, sollte die Stadt ein zentralgelegenes Haus der Vereine errichten, dass sie gemeinnützigen Vereinen als Treffpunkt und Veranstaltungsort zu vertretbaren Mieten zur Verfügung stellt“, sind sich die Chefkarnevalisten einig. Doch sind sie sich darüber im Klaren, dass ihr Wunsch angesichts einer städtischen Schuldenlast von zwei Milliarden Euro vorerst ein Wunsch bleiben dürfte.

Zuständig für den Betrieb der Stadthalle, mit deren Bau vor 100 Jahren begonnen wurde, ist die Mülheimer Stadtmarketing- und Toruismusgesellschaft MST. In deren Aufsichtsrat sitzen auch Stadtverordnete und Verwaltungsvorstände. Klingels und Uferkamp weisen darauf hin, dass „viele Ratsmitglieder Ehrensenatoren des Mülheimer Karnevals sind.“

Im Gespräch mit dieser Zeitung unterstreichen MST-Geschäftsführer Michael Birr und Stadthallenleiterin Sylvia Thum, „dass wir als Stadthallenbetreiber betriebswirtschaftlich unterwegs sein müssen und die steigenden Personal- und Energiekosten nicht beeinflussen können.“ Thum weist darauf hin, „dass wir die steigenden Energiekosten nur zu 15 Prozent an unsere Kunden weitergeben.“ Hinzu kommt, so Birr, „dass wir Corona-bedingt zwischenzeitlich als Stadthallenbetreiber faktisch ein Berufsverbot hatten und dennoch in die Instandhaltung der Stadthalle investieren müssen, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Thum geht davon aus, „dass wir derzeit noch 40 Prozent unter der Auslastung liegen, die wir vor der Coronapandemie hatten.“ Birr betont: „Als Ehrensenator der Moerser Karnevalsgesellschaft Fidelio kenne ich das Problem der Veranstalter, denen nur ein gutes Sponsoring helfen kann.“ Immerhin erklären Thum und Birr, dass sie an einem neuen Veranstaltungskonzept für das Stadthallenrestaurant Caruso arbeiten, „der es wieder mehr Vereinen erlauben wird die Stadthalle als Veranstaltungsort nutzen zu können.“


Meine Texte in der Tagespresse und: Zum Mülheimer Karneval

Donnerstag, 19. Januar 2023

Geschichte im Vorbeigehen

 Wer durch Styrum geht, der kann im Vorbeigehen auf die Spuren einer Zeit stoßen, die vor 150 Jahren mit der Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I. zum deutschen Kaiser begann. Damals, in der Zeit des Kaiserreiches war Styrum von 1878 bis 1903 eine eigenständige, von Theodor Tschoepke angeführte, Landbürgermeisterei, zu der neben Styrum auch Dümpten und Alstaden gehörte. Die Einwohnerzahl der Landbürgermeisterei stieg während ihres Bestehens von 21.000 auf 31.000. Ab 1893 hatte die Bürgermeisterei auch ein Rathaus, das am Marktplatz auf dem Grundstück der heutigen Gebrüder-Grimm-Schule stand stand und am 23. Juni 1943 den Bomben des Zweiten Weltkrieges zum Opfer fallen sollte.

Mit seinen Straßenamen entsprach Styrum dem patriotischen und nationalistischen Zeitgeist der sogenannten Gründerzeit, in der August Thyssen 1871 in Styrum sein erstes Stahlwerk gründete und damit eine massive Zuwanderung arbeitssuchender Menschen auslöste. Die Thyssen-Brücke, die die ab 1909 die 1862 angelegte Eisenbahnstrecke überbrückt, versteht sich in Styrum also schon mal von selbst. Anders ist das aus heutiger Sicht zum Beispiel mit der Sedanstraße, die die Hauskamp- mit der Moritzstraße verbindet. Als die Straße 1900 ihren Namen erhielt, kannte jedes Kind nicht nur in Styrum den Namen der ostfranzösischen Stadt, in dem sich am 2. September 1870 mit einer Schlacht der deutsch-französische Krieg mit der Gefangennahme des französischen Kaisers Napoleon III. zugunsten der deutschen Staaten entschied. Damit war der Weg frei für die deutsche Reichsgründung. Und deshalb wurde der 2. September als Sedanstag gefeiert. Neben dem Sedanstag, der die Kaiserproklamation vom 18. Januar 1871 im Schloss von Versailles erst möglich machte, wurde im Kaiserreich auch der Geburtstag des jeweils amtierenden Kaisers als Nationalfeiertag begangen. Ebenfalls im Jahr 1900 widmeten die Styrumer ihre vormalige Bahnhofstraße dem ersten deutschen Kaiser Wilhelm I. (1797-1888). Zeitgleich machte man aus der Luisenstraße die Augustastraße, an der heute unter anderem ein Schulzentrum und die Feldmannstiftung zu finden sind. Die Namengeberin war die als liberal denkende Gemahlin des ersten deutschen Kaisers Augusta Marie Luise Katharina von Sachsen-Weimar-Eisenach  (1811-1890). Sie hatte ihren Gatten schon früh dazu gedrängt, Preußen eine liberale Verfassung zu geben, war damit aber am konservativen Hof der Hohenzollern nicht durchgedungen. Auch die Roonstraße zwischen Moltkestraße und Oberhausener Straße  erinnert seit 1900 in Styrum an einen preußischen General und Minister, Albrecht Graf von Roon (1803-1879), der mit seinen Heeresreformen eine wichtige Grundlage für die militärischen Erfolge in den deutschen Einigungskriegen von 1864, 1866 und 1870/71 geschaffen hatte

Aus heutiger Sicht fremd ist uns auch die Begeisterung für das Militär, die das gesellschaftspolitische Klima zwischen 1871 und 1918 prägte. Der preußisch-deutsche Militarismus, der später in den Ersten Weltkrieg und zum Ende der deutschen Monarchie führte. Die Euphorie für des Kaisers Soldaten ist nur zu verstehen, wenn man sich vor Augen führt, dass es ein Krieg und ein militärischer Sieg über die französischen Nachbarn war, der zur ersten Vollendung der ersten Deutschen Einheit und zu einem nationalen Selbstbewusstsein geführt hatte. Indem Styrumer Straßen nach dem ersten deutschen Kaiser und nach preußischen Generälen benannt wurden, demonstrierte der kaiserliche und konservative Obrigkeitsstaat auch seine Macht gegenüber den zahlreichen katholischen und sozialdemokratischen Arbeitern, die mit ihren Familien in Styrum lebten. Diese Bevölkerungsgruppe, die politisch dem Zentrum und der SPD nahestanden, standen dem Staat der preußisch-protestantischen Hohenzollern aus gutem Grund kritisch gegenüber. Denn sie hatten während der 1870er und 1880er Jahre im Kulturkampf und in Folge der Sozialistengesetze staatlich und rechtlich legitimierte Repressalien erlitten.

Im Kaiserreich, in dem Mülheim ab 1899 Garnisonsstadt war, wurden viele Gespräche nicht mir der Frage: „Was machen Sie beruflich?“, sondern mit der Frage: „Wo haben Sie gedient?“ eröffnet. Dieser militärische Grundton des ersten deutschen Nationalstaates spiegelt sich bis heute auch in den Styrumer Straßennamen wider. So wurde die alte Styrumer Rathausstraße 1914 nach dem preußischen General und Minister Friedrich-Wilhelm von Zastrow (1752-1830) benannt. Auch die Goebenstraße, die am Sültenfuß in die Oberhausener Straße einmündet, hat mit General August von Goeben (1818-1880) einen militärischen Namenspatron, dessen Heeres-Kariere in den deutschen Einigungskriegen gegen Dänemark (1864), gegen Österreich (1866) ihren Höhepunkt erreichte. Das gilt auch für seinen preußischen Generalskollegen uns Stabschef des Heeres, Leonhardt Graf von Blumenthal (1816-1900), der 1914 niemanden Geringeres als den Dichter Johann Wolfgang von Goethe als Namensgeber für die Straße verdrängte, die heute südlich der A40 und nördlich der Schwerinstraße verläuft. Die kurz vor der Willy-Brandt-Schule von der Oberhauener Straße abzweigende Alsenstraße und die nahe der Siegfriedbrücke von der Hauskampstraße abzweigende Düppelstraße erinnern an 1864 erkämpfte deutsche Siege im Krieg gegen Dänemark. Und wir ahnen es schon: Die Schwerinstraße zwischen Heidestraße und Rosenkamp ist nicht nach der mecklenburgischen Landeshauptstadt, sondern nach dem Grafen Carl Christoph von Schwerin (1684-1757) benannt, der dem preußischen Soldaten-König Friedrich II. als Generalfeldmarschall in beiden Schlesischen und im Siebenjährigen Krieg diente. In diesen Kriegen des 18. Jahrhunderts standen sich unter anderem die Hohenzollern und die Habsburger gegenüber. Dass die vormalige Meidericher Straße, die zwischen 1900 und 1914 Hohenzollernstraße geheißen hatte, ihren heutigen Namen 1937 erhielt, zeigt: Die Nationalsozialisten, die damals unter der Führung Adolf Hitlers bereits auf einen Krieg zusteuerten, der den 1919 zu Lasten  Deutschlands geschlossenen Friedensvertrag von Versailles revidieren sollte, bemächtigten sich der preußisch-deutschen Generäle, um ihre eigene Kriegspolitik im öffentlichen Bewusstsein als Fortsetzung einer Tradition militärischer Erfolge zu rechtfertigen. Sowohl unter den Hohenzollern wie unter Hitler wurden Preußens Generäle als Ikonen einen autoritären und antidemokratischen Nationalismus instrumentalisiert.

In dieser Tradition waren Generäle vor 1945 nicht nur in Styrum, dessen Thyssenwerk auch ein Rüstungsbetrieb war, selbstverständliche Namensgeber für Straßen und Plätze. Und so erinnern seit Kaisers Zeiten auch die Spichernstraße, die Moltkestraße und die Steinmetzstraße im Styrumer Ortsteil, nördlich der Oberhausener Straße an eine für die deutschen Truppen siegreiche Schlacht vom 6. August 1870 im lothringischen Spichern sowie die in den deutschen Eingungskriegen erfolgreichen Generäle Karl-Friedrich von Steinmetz (1796-1877) und Helmuth von Moltke (1800-1891). Es ist eine tragische Ironie der deutschen Geschichte, dass der namensgleiche Großneffe des Generalfeldmarschalls Helmuth von Moltke, Hellmuth James Graf von Moltke (1907-1945) zu den Mitgliedern des Widerstandes gehörte, die ihren Kampf gegen Adolf Hitler nach dem am 20. Juli gescheiterten Attentat mit dem Leben bezahlen mussten. Moltke und seine Mitstreiter, die versucht hatten, mit einem Staatsstreich hatten, die NS-Diktatur und mit ihr den Zweiten Weltkrieg zu beenden, wurden damit auch zu Opfern des deutschen Militarismus und Nationalismus . Nach dem Zweiten Weltkrieg, der mit seinen Luftangriffen erstmals auch die Zivilbevölkerung zum massenhaften Opfer des Krieges gemacht hatte, kam nicht nur in Styrum niemand mehr auf die Idee, eine Straße nach einem militärisch erfolgreichen General zu benennen. Waren im Deutsch-Französischen Krieg etwa 30 Mülheimer als Soldaten gefallen, so waren es in den beiden Weltkriegen insgesamt rund 7000. Hinzu kamen noch einmal mehr als 1000 Zivilopfer des Luftkrieges. Schaut man in Mülheim, das während der NS-Zeit auch eine Adolf-Hitler-Straße (heute Friedrichstraße), einen Platz der SA (heute Kaiserplatz) und eine Hermann-Göring-Brücke (heute Mendener Brücke) hatte, auf die politisch motivierte Straßenbenennung, so ist die heutige Friedrich-Ebert-Straße, die Styrum mit der Stadtmitte führt ein Beispiel für den demokratischen Paradigmenwechsel, der nach 1945 durch die Alliierten erzwungen und erst allmählich von immer mehr Deutschen nachvollzogen wurde. Denn die nach dem Sozialdemokraten und ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik, Friedrich Ebert (1871-1925) benannte Straße, hatte zwischen 1916 und 1946 den Namen des kaiserlichen Generalfeldmatschalls Paul von Hindenburg (1847-1934) getragen, jenem Hindenburg, der Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt und damit den Nationalsozialisten den Weg zur Macht freigemacht hatte. Sowohl Hitler als auch Hindenburg waren zwischen 1933 und 1945 Ehrenbürger Mülheims.

An der Frage, ob man die politisch überholte, aber historisch symbolträchtigen Straßennamen beibehalten oder ersetzen sollte, scheiden sich die Geister. Das zeigte zuletzt auch die Kontroverse um die seit 1967 so genannte Fritz-Thyssen-Straße, die Dümpten und Styrum miteinander verbindet. Der Industrielle Fitz Thyssen (1873-1951) hatte Hitler erst gefördert und sich dann angesichts seiner Terror- und Kriegspolitik von ihm abgewendet. Von ihm stammte das legendäre Geständnis: „Ich bezahlte Hitler!“


Zur Feldmannstiftung

Mittwoch, 18. Januar 2023

Trotz allem närrisch

2023 ist für den Karneval ein besonderes Jahr. Das Komitee Kölner Karneval feiert als Mutter aller Karnevalsvereine seinen 200. Geburtstag. Dagegen ist der Mülheimer Karneval eine junge Veranstaltung. Die älteste existierende Mülheimer Karnevalsgesellschaft ist die Erste große Mülheimer Karnevalsgesellschaft MÜKAGE.

1937 wurde sie in der Saarner Gaststätte Rosendahl unter dem Vorsitz von Willi Enaux ins Leben gerufen. Auch in der NS-Zeit verlangten die Menschen in unserer Stadt nach fröhlicher Geselligkeit.

Tatsächlich ist der Karneval in Mülheim wesentlich älter als die MÜKAGE, die in den letzten Sessionen vor allem durch ihre närrischen Hausfrauennachmittage und durch die Gemeinschaftssitzung mit den Mülheimer Kirchengemeinden St Engelbert und St Mariä Rosenkranz („Firlefanz im Engelkranz“) in Erscheinung getreten ist.

Auch vor 1937 gab es in Mülheim karnevalistisches Leben. Wer in die alten Mülheimer Zeitungen schaut, stößt auf Anzeigen, die zu Kostüm- und Maskenbällen, Karnevalsfesten oder zu einer Karnevalskirmes auf dem Viktoriaplatz einladen, den wir heute als Synagogenplatz kennen.

"Als ich 1955, als Cowboy verkleidet, mit der Straßenbahn zu einer Karnevalssitzung fuhr, haben mich die Leute wie einen Außerirdischen angeschaut!" (Horst Ludwig + Ehrenvorsitzender der Mölmschen Houltköpp)

Im Stadtarchiv findet sich zum Beispiel auch ein Heft mit rheinischen Karnevalsliedern aus dem Jahr 1914 und Presseberichte über alte Karnevalsgesellschaften, wie die Lustigen Leute, die Aula, oder die 1955 neui gründete Karnevalsgesellschaft Mölm Boovenaam („Mülheim obenauf“).

Vor dem Zweiten Weltkrieg waren die meisten Menschen noch nicht automobil. Sie suchen deshalb nicht nur zur Fünften Jahreszeit ihre Gelegenheiten zur fröhlichen Geselligkeit vor allem in der eigenen Stadt. Auch in den ersten Hungerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg, ließen sich die närrisch gesonnenen Mülheimer das Lachen und Feiern nicht verbieten. So gründeten die Broicher und Speldorfer Kolpingsgeschwister 1947 eine Karnevalsgesellschaft. Weil sie versehentlich blauweiße Narrenkappen geliefert bekamen, benannten sie sich spontan als KG Blau Weiß.

Auch die dritte Karnevalsgesellschaft im närrisch-mölmschen Bund entsprang einer Kolpingfamilie, die 1950 in der Heimaterde die inzwischen aufgelöste KG Knatsch Geck aus der Taufe hob. Gefeiert wurden Karnevalssitzungen damals am Karnevalssonntag, weil die meisten Menschen 6x8 Stunden pro Woche arbeiten mussten. Die Verbindung zwischen Kirche und Karneval, zwischen frohe Botschaft und Frohsinn, die bis heute unter anderem durch karnevalistische Gottesdienste gefeiert wird, kommt nicht von ungefähr. Denn der Karneval ist die frech-fröhliche und opulente Zeit vor dem Aschermittwoch, der die vorösterliche Fastenzeit einläutet.

Gefeiert wurde vor 1939 und nach 1945 vor allem in Gaststätten. Große Prunksitzungen im Festsaal des Handelshofes und der 1957 wiedereröffneten Stadthalle, wurden erst mit dem voranschreitenden westdeutschen Wirtschaftswunder in den 1960er Jahren zum karnevalistischen Standard. Die 1950er Jahre waren eine Hochzeit des Mülheimer Karnevals. Die Menschen hatten nach Zwei Weltkriegen, zwei Geldentwertungen und einer Diktatur viel Nachholbedarf in Sachen Lebensfreude. Deshalb wurden in diesem Jahrzehnt mit Knattsch Geck, Mölm Boowenaan, Mölmsche Houltköpp, den Roten Funken, dem Mülheimer Carnevalsclub und der Röhrengarde gleich fünf Karnevalsgesellschaften ins Leben gerufen.

Vergleichbar dem Komitee Kölner Karneval, konstituierte sich 1957 im Hotel Handelshof der Hauptausschuss Groß Mülheimer Karneval. Die Bündelung der karnevalistischen Kräfte machte 1958 den ersten Mülheimer Rosenmontagszug möglich. Bis dahin waren die meisten Mülheimer Karnevalisten im Duisburger Rosenmontagszug mit von der närrischen Partie gewesen. Als erster Karnevalsprinz ging der Mülheimer Brauereibesitzer Erich Ibing in den närrische Stadtgeschichte ein. Jetzt bürgerten sich die öffentliche Prinzenproklamation und der närrische Rathaussturm ein. Eine Stadtprinzessin und ein Kinderprinzenpaar gönnten sich die Mülheimer Narren aber erst seit den späten 1960er Jahren.

In den 1960er Jahre veränderte sich mit der Gesellschaft auch der Karneval. Aus dem Karneval Marke Eigenbau, der nur ehrenamtliche Karnevalskünstler aus den Reihen der Mülheimer Gesellschaften kannte, wurde ein Saalkarneval, der mit dem Fernsehkarneval konkurrieren und deshalb professionelle, aber teure Unterhaltungskünstler einkaufen musste.

Mit Ihren Prunksitzungen zogen die Karnevalsgesellschaften zunehmend in die Stadthalle ein und ließen sich nicht mehr nur von ihren eigenen Musikern und Büttenrednern unterhalten. So wurde der Mülheimer Saalkarneval attraktiver, aber auch teurer und damit zum wirtschaftlichen Risiko.

Hinzu kam der wirtschaftliche Strukturwandel, der seit den späten 70er Jahren die öffentlichen und privaten Finanzen schwinden ließ. Jetzt suchten die Karnevalsgesellschaften verstärkt nach preiswerten Veranstaltungsorten und Veranstaltungsformen. So feierte die KG Blau Weiß ihre Prunksitzungen zwischenzeitlich in einem Zelt an der Duisburger Straße. Neben dem Rosenmontagszug versuchten die Namen auch mit öffentlichen und eintrittsfreien Biwaks unter freiem Himmel Lust auf Karneval zu machen.

Hatte zuerst der Zweite Weltkrieg den Karneval unterbrochen, so wurde der Straßenkarneval auch später durch tragische Ereignisse, wie durch einen Flugzeugabsturz im Mendener Ruhrtal am 8. Februar 1988, die Rosenmontagsstürme (1990 und 2015), den Irakkrieg im Januar und Februar 1991 oder zuletzt durch die im März 2020 begonnene Corona-Pandemie und den im Februar 2022 begonnen Krieg in der Ukraine beeinträchtigt oder verhindert.

Schon  in den 1950er Jahren suchten die Karnevalisten den Schulterschluss mit der Stadt und mit anderen Vereinen. Die Mölmenschen Houltköpp (ihr Namenswahl war Ausdruck närrischer Selbstironie), gingen 1957 aus dem Bund der Hirnverletzten hervor. Die 1959 gegründete Röhrengarde war ein Produkt der Mülheimer Röhrenwerke. Seit den 1960er Jahren verbreiteten die Karnevalsgesellschaften ihren närrischen Frohsinn auch in Mülheimer Pflegeheimen und ab 1992 mit der Röhrengarde auch im Dorf der Theodor-Fliedner-Stiftung. Außerdem knüpften die Mülheimer Karnevalisten in den 1970er Jahren, etwa mit dem 1972 gegründeten Mülheimer Karnevalsverein, den Mölmschen Houltköpp, den Roten Funken und dem MCC internationale Kontakte in die Niederlande, in die französische Partnerstadt Tours und nach New York, wo Mülheimer Karnevalisten in den 1970er Jahren an der Steuben-Parade teilnahmen. Internationalen Show-Glamaour ala Broadway hat auch die 2001 von Sylvia und Peter Heibel in Broich gegründete Ruhrgarde in den mölmschen Karneval gebracht, während die MüKaGe seit den 1970er Jahren unter anderem als Gastgeberin der Tanzturniere des Bundes Deutscher Karneval in der Stadthalle und in der Sporthalle an der Mintarder Straße für Furore sorgte.

Unter Führung des Unternehmers Heiner Jansen verstärkte der Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval seit Ende der 1990er Jahre seine Vernetzungsstrategie und die Einwerbung von Sponsorengeldern zur Finanzierung des närrischen Treibens. Die Karnevalisten mussten in den 200er Jahren aber auch hinnehmen, dass die 1998 gegründete Mülheimer Stadtmarketing- und Toruismusgesellschaft MST die Stadthalle zunehmend als gewinnbringendes Vermarktungsobjekt einsetzte und sie damit als Veranstaltungsort für das bürgerschaftliche Engagement der Karnevalisten fast unbezahlbar gemacht hat. Hinzu kam die Schließung des Handelshofsaales. Dort, wo das möglich war, schufen sich die Karnevalisten jetzt eigene Räume, etwa die Wagenbauhalle im Speldorfer Hafen. Auch Sponsoren, wie das Forum, die Sparkasse, das Dümptener Autohaus Extra oder das Saarner Autohaus Wolf sprangen als Gastgeber der Narretei für die vor 100 Jahren von der Stadt für die Stadt gebaute Stadthalle ein. Hier schließt sich der Kreis des Karnevals, wenn in dieser Session erstmals auch die Alte Dreherei in Broich zur Närrischen Hochburg wird. Immerhin können die Karnevalisten bis dato ihre Prinzenproklamation, ihren Prinzenball, die Kür ihres närrischen Ritters vom Schiefen Turm und die das zusammen mit dem Verein für Bewegungsförderung und Gesundheitssport VBGS durchgeführte inklusive Musik- und Tanzfest Grenzenlos im Festsaal der Stadthalle feiern. Geschichte dagegen ist die 1970 ins Leben gerufene Seniorensitzung im Theatersaal der Stadthalle, die diesen oft bis auf den letzten ihrer 1100 Sitzplätze füllen konnte.

Zum Mülheimer Karneval und: Zu meinen Presseberichten

Sonntag, 15. Januar 2023

Filmreife Spurensuche

 Fritz Kann war einer von 270 Mülheimer Juden, die ab 1941 gen Osten in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten deportiert wurden und dort ermordet wurden. Der Enkel seiner Frau Lina, der 1969 geborene Dokumentarfilmer Marcel Kolvenbach, hat ihm und seinen jüdischen Leidensgenossen den 100-minütigen Film: „Auf der Suche nach Fritz Kann“ gewidmet, der am 16. Januar um 19.30 Uhr im Kino Rio zu sehen sein wird.

Hier schließt sich ein historischer Kreis. Denn dort, wo seit 2009 das Medienhaus mit dem Kino Rio steht, stand bis zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 die Synagoge der Jüdischen Gemeinde. Deshalb heißt der ehemalige Viktoriaplatz heute Synagogenplatz oder Platz der ehemaligen Synagoge.

„Sie wurden über Nacht zu Fremden im eignen Land gemacht, enteignet und ausgebürgert. Und am Ende mussten sie sogar ihre Deportation ins Vernichtungslager mit dem Kauf einer Fahrkarte selbst zahlen“, sagt Kolvenbach über Fritz Kann und seine jüdischen Glaubensgenossen, die sich zuerst als Deutsche sahen. Die rund 650.000 jüdischen Staatsbürger im Deutschen Reich des Jahres 1933 waren trotz eines schon langen vorher vorhandenen Antisemitismus gesellschaftlich ebenso gut integriert wie die damals rund 700 Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Mülheims.

Als die Synagoge auf dem Viktoriaplatz 1907 eingeweiht wurde, sprach die Mülheimer Zeitung von einer „Zierde der Stadt“! 31 Jahre später sollte diese Zierde der Stadt in den Flammen des Hasses untergehen, angesteckt vom damaligen Feuerwehrchef Alfred Freter.

Diesen Flammen des gewaltbereiten und menschenverachtenden Hasses sollte auch Fritz Kann zum Opfer fallen. An ihn und seine Familie erinnern seit dem 4. Mai 2022 Stolpersteine vor seinem Elternhaus an der heutigen Friedrich-Ebert-Straße 73 erinnert. Dort betrieben seine Eltern Simon und Lina Kann eine Metzgerei. Am 31. Dezember 1898 geboren, wuchs Fritz Kann mit sechs Geschwistern auf und besuchte die heutige Karl-Ziegler-Schule. Seine Schwestern Selma und Jannette besuchten die Luisenschule. 1927 heiratete Kann seine evangelische Frau Christine Caroline Kremer. Die Ehe wurde 1941 von Staats wegen geschieden, weil die sogenannten Nürnberger Rassegesetze aus dem Jahr 1935 sogenannte „Mischehen“ zwischen Christen und Juden verboten. Zuletzt in einem „Judenhaus“ am Scharpenberg interniert, wurde Fritz Kann mit 60 anderen Mülheimer Juden am 22. April 1942 mit der Reichsbahn ins polnische Izbica deportiert, wo sich seine Spur verliert. Seine letzte Mülheimer Meldekarte weist ihn als Arbeiter aus erklärt ihn am 31. Dezember 1945 für tot.

„Wir sehen überall, dass Hass, Gewalt, Diskriminierung und Rassismus auch heute nicht überwunden sind“, sagt Annett Fercho. Über die Mitarbeiterin des Stadtarchivs, die ihn seit 2018 mit ihren Recherchen unterstützt und ihn in Kontakt mit Berliner Verwandten seiner Großmutter Lina Kann zusammengebracht hat, sagt Kolvenbach. „Ohne sie wäre mein Film nicht möglich geworden!“ Fritz und Lina Kanns Berliner Verwandte, Elke Tischer und Hans-Joachim Gutmann, die auch schon die Verlegung der Stolpersteines für Fritz Kann, seine Schwester Jannette Gutmann, seine Mutter Lina und seine Neffen Hans, Fritz und Kurt begleitet haben, werden nicht nur bei der Kinopremiere im Rio, sondern auch bei dort geplanten Schulaufführungen für Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler der Luisenschule, des Gymnasiums Heißen, des Gymnasiums Broich, der Gesamtschule Saarn und der Gustav-Heinemann-Schule als nachgeborene Angehörige und Zeitzeugen mit dem Filmemacher und der Stadtarchivarin Rede und Antwort stehen. „Das ist kein Film, nach dem man einfach gut unterhalten ist. Da wird es sicher Gesprächsbedarf geben. Und ich würde mich darüber freuen, wenn mein Film dazu motivieren könnte, sich selbst auf die Spurensuche nach der eigenen Familiengeschichte zu begeben“, sagt Kolvenbach, der auch aktuelle und investigative Dokumentarfilme für das öffentlich-rechtliche Fernsehen dreht. Ihm war wichtig: „dass Schicksal des Fritz Kann und seiner Familie, die zum Teil ermordet und zum Teil durch Flucht aus Nazi-Deutschland in Argentinien und Schottland überleben konnte von einer politischen auf eine persönliche und biografische Ebene zu heben, um es vor allem menschlich und emotional nachvollziehbar zu machen.“

Das begeistert auch die aus Siebenbürgen stammende Pädagogin Andrea Stern vom Kommunalen Integrationszentrum. Deshalb freut sie sich, „dass auch Schülerinnen und Schüler diesen Film nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft sehen können, um damit ihr eigenes Leben, Denken und Handeln zu reflektieren, weil das Thema Diskriminierung, Rassismus, Gewalt und Vorurteile in unserem zunehmend multikulturell geprägt Schulalltag ein durchgängiges Thema ist.“

Diese Aspekte eines nicht nur historischen, sondern auch aktuellen Dokumentarfilms war wohl auch Grund dafür, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund in Nordrhein-Westfalen und die Film- und Medienstiftung des Landes Nordrhein-Westfalen die Produktion des nicht nur dokumentarisch, sondern auch choreografisch gestalteten Films über Fritz Kann finanziell unterstützt hat, ebenso wie das Publikum des Filmfestes Lünen, das Kolvenbachs 2022 mit seinem Preis gewürdigt und honoriert hat. Außerdem werden die Schulveranstaltungen rund um die Mülheimer Kinopremiere im Rahmen der Landes- und Bundesprogramme Schule ohne Rassismus und Demokratie leben finanziell gefördert.


Zu meinen Texten in der Mülheimer Tagespresse

Freitag, 6. Januar 2023

Wo bleibt das Positive?

 „Wo bleibt das Positive?“, wurde schon der Schriftsteller und Publizist Erich Kästner in den 1920er und 1930er Jahren von seinen Leserinnen und Lesern gefragt? Als Leserin und Leser dieser Zeitung wissen Sie aus Ihrer täglichen Lektüre: Die Frage ist leider zeitlos aktuell. Deshalb haben wir die Gelegenheit zum Jahreswechsel genutzt bekannte Mülheimerinnen und Mülheimer nach ihrer positiven Schlagzeile gefragt, die Sie 2023 an dieser Stelle gerne lesen würden.

Weil er als Stadtoberhaupt und Verwaltungschef um die Wechselwirkungen zwischen der nationalen, internationalen, regionalen und lokalen Politik weiß und sich im Klaren darüber ist, dass unsere Demokratie nur so stark sind wie die Handlungsfähigkeit der Städte und der Zusammenhalt ihrer Bürgerinnen und Bürger, sagt Oberbürgermeister Marc Buchholz:  „Wenn ich denn den Weihnachtsklassiker ‚Drei Nüsse für Aschenpudel bemühen darf, würde ich am liebsten gleich drei Schlagzeilen in dieser Zeitung lesen: ‚Endlich Frieden!‘, ‚Bund, Länder und Kommunen einigen sich auf eine Altenschuldenregelung, die die Gemeinden wieder finanzielle Luft zum Atmen gibt‘ und: „Zusammenhalt in der Mülheimer Stadtgesellschaft wird ausgezeichnet!‘“

 Weil er als Mülheims Sparkassen-Chef weiß, dass unsere Stadt sozial nur so stabil und kulturell so attraktiv sein kann, wie sie wirtschaftlich stark ist, sagt Martin Weck: „Ich würde mich freuen, wenn die Zeitung berichten könnte: ‚Mülheim im Dynamik Städteranking 2023 unter den TOP 10 in Deutschland‘.  Denn dann wäre unser Wirtschaftsstandort aufgebrochen zu einem neuen Status und das würde auch den Bürgerinnen und Bürgern und damit der Verschuldung der Stadt helfen, wenn wir den Weg erfolgreich dann weiter beschreiten können.“

Die Ehrenvorsitzende der Mülheimer FDP und ehemalige Bundestagsabgeordnete Ulrike Flach schließt sich dem Oberbürgermeister und dem Sprakassenchef inhaltlich gerne an und wünscht sich deshalb für das neue Jahr die Schlagzeile: „Geldsegen für unsere Stadt: Mülheim kann wieder investieren!“

Aus seinen unleibsamen Erfahrungen mit den Folgen des Missbrauchs der Notrufnummer 112 ergibt sich für den Mülheimer Feuerwehrchef Sven Werner seine Wunschschlagzeile, die da lauten sollte: „Rettungsdienst vor dem Kollaps bewahrt – nur noch für echte Notfälle alarmiert“

 Der Mülheimer Notfallpädagoge und Hochschullehrer Harald Karutz, hat die Stadt als Mitglied des kommunalen Krisenstabes angesichts von Coronapandemie und Ukraine-Krieg bei ihrem psychosozialenKrisenmanagement beraten. Nicht zuletzt bei den krisenbezogenen Themenabenden im Evangelischen Gemeindehaus am Scharpenberg hat er gemerkt, wie viel kreatives Problemlösungspotenzial in unserer Stadtgesellschaft steckt, das dafür sorgen kann, dass wir als kommunales Gemeinwesen die aktuellen Krisenzeiten nicht nur überstehen, sondern gestärkt aus ihnen hervorgehen. Deshalb würde er 2023 am liebsten gleich drei positive Schlagzeilen in dieser Zeitung lesen: „Endlich Frieden! Der Krieg ist aus! Auch in Mülheim fließen Freudentränen vor Glück! Aus dem, was passiert ist, haben wir alle viel gelernt! „Krisenzeit hat das Miteinander verbessert!“

 Als Arzt und Psychiater weiß er, wie eng seelische Gesundheit, soziale Gerechtigkeit, Bildung und Qualifikation, politische Teilhabe uns wirtschaftliche Handlungsfähigkeit und wirtschaftliche Stabilität miteinander zusammenhängen Deshalb formuliert der SPD-Landtagsabgeordnete und Ko-Vorsitzende der Mülheimer Sozialdemokraten, Rodion Bakum,  die Titelschlagzeile, die er 2023 gerne in dieser Zeitung lesen würde, so: „Soziale Politik wirkt. Kinderarmut sinkt und seelische Gesundheit steigt!“

 Weil ihm daran gelegen ist, unsere Demokratie auch mit Hilfe von lebenslanger und gemeinsamer Bildung auch auf der kommunalen Ebene stabil und glaubwürdig zu erhalten, lautet die Wunschschlagzeile des Fotografen und Ruhrpreisträgers Heiner Schmitz für 2023: „Politik packt die Wiedereröffnung der Heinrich-Thöne-Volkshochschule an der Bergstraße an: Bürgerentscheid wird umgesetzt!“

 Weil er als Künstler weiß, dass Kunst kein Luxus für reiche Schöngeister, sondern elementarer Ausdruck menschlicher Kreativität und menschlichen Denkens ist, aus der die innovative Fähigkeit erwächst, auch altbekannte Dinge immer wieder neu und damit in ungewohnten Zusammenhängen zu sehen, wünscht sie der eben erst ausgezeichnete Ruhrpreisträger Alexander Voß für 2023 die Schlagzeilen: „Das Kunsthaus Mülheim steht: „Künstlerinnen und Künstler ziehen in die ehemalige Grundschule Meißelstraße.“ Und: „Das Kunstmuseum ist wieder am Platz, die Mülheimer Kunst wieder zu Hause.“

 Weil er sich als Filmregisseur, dessen Filme „Pottkinder & Co“ auch schon in der Freilichtbühne als Open-Air-Kino zu sehen waren, wünscht sich Alexander Waldhelm, dass die Reglerproduktion und ihre Kooperationspartner ihre bewährte und beliebte, weil bürgernahe Kulturarbeit gerade in den stürmischen Zeiten des Klimawandels wetterunabhängig fortsetzen und vielleicht sogar erweitern kann. Deshalb läse er 2023 gerne in dieser Zeitung die Schlagzeile: „Freilichtbühne erhält transparentes Regendach.“

 Mit Wasser hat auch die Wunschschlagzeile der christdemokratischen Linksruhr-Bezirksbürgermeisterin zu tun. Weil Elke Oesterwind weiß, dass Schwimmbäder ein Stück Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger sind und das Schwimmen schon als gelernt sein will, weil es Leib und Seele stärkt. Deshalb würde sie 2023 gerne die Schlagzeile lesen: „Schwimmbadbau links der Ruhr ist beschlossene Sache!“

 Diesen Wunsch kann Martina Ellerwald als Leiterin des Mülheimer Sportservice gut nachvollziehen und titelt deshalb in ihrer Wunschausgabe für 2023: „„Mülheim freut sich über Förderzusage von Bund und Land zum Neubau des Heißener Hallenbades!“

 Als Gottesmann der Frohen Botschaft, die wir Weihnachten gefeiert haben, weiß der Styrumer Pfarrer Michael Manz aus der Evangelischen Lukaskirchengemeinde, dass die Botschaft des Neuen Testaments und der damit verbundene christliche Dreiklang, von Glauben, Liebe und Hoffnung eine Kraftquelle fürs Leben sein kann. Deshalb würde er sich 2023 über folgende Schlagzeile freuen: „Zeitenwende in Mülheimer Kirchen: „Hoffnungsstur und Glaubensheiter“ feiern begeisterte Menschen Gott und das Leben in vollen Kirchen.“ zu lesen!“

Weil er aus eigenem Erleben weiß, dass nicht nur die im Karneval und im Sport aktiven Vereine Gemeinschaft, Gemeinsinn und Lebensfreude fördern, würde der gerade erst zum Ritter vom Schiefen Turm geschlagene Karnevalist und Präsident des Mülheimer Prinzensenates, Ulrich Pütz, der sich außerdem als ehrenamtlicher Schatzmeister des VFB Speldorf engagiert, 2023 in dieser Zeitung gerne lesen: „Endlich Frieden in der Ukraine: Die Sporthalle an der Mintarder Straße wird nicht mehr für Flüchtlinge benötigt und steht deshalb den Sportvereinen wieder zur Verfügung und der Festsaal der Stadthalle wird den Vereinen mietfrei zur Verfügung gestellt, damit sie dort ihre Feste feiern können.“

Weil sich SPD-Fraktionsgeschäftsführer darüber im Klaren ist, dass der innere und der äußere Frieden unmittelbar miteinander zusammenhängen, würde er 2023 in dieser Zeitung gerne die Titelschlagzeile: „Frieden in der Ukraine macht alle Flüchtlingsunterkünfte überflüssig!“

Vergleichbar argumentiert auch Mülheims CDU-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Astrid Timmermann-Fechter, wenn sie sich für 2023 die Schlagzeile wünscht: „Die Waffen schweigen in der Ukraine: Mülheim und seine Cousinenpartnerstadt Mülheim feiern den Frieden in der Ukraine mit einem Festakt im Rathaus!“

Auch Martin Bader ist als Diakon aus St. Michael davon überzeugt, dass der Frieden unteilbar ist und für alle Menschen den Mehrwert bringt, den man in keinem angeblich noch so siegreichen Krieg gewinnen könnte. Deshalb titelt er für 2023: „Endlich Frieden! Ukrainische Partnergemeinde aus Stara Huta zu Besuch in St. Michael-Speldorf.“

Inhaltlich schließt sich auch Christian Böckmann, Doppel-Pfarrer von St. Mariä Himmelfahrt und St. Barbara Bader und Timmermann-Fechter an, wenn er 2023 in dieser Zeitung gerne lesen würde: "Nach Rückzug der russischen Truppen aus der Ukraine konnten die letzten heimkehrwilligen Geflüchteten mit einem großem Freundschaftsfest aus unserer Stadt verabschiedet werden, aber die Verbindungen werden auf verschiedenster Ebene gehalten"

Ähnlich argumentierten auch die Vorsitzende des Blinden und Sehbehindertenvereins, Maria St. Mont mit ihrer Wunschschlagzeile und stellt dabei heraus, dass Armut immer wieder Kriege, Krisen und Konflikte verursacht. Sie würde deshalb 2023 gerne titeln: Alle Kriege sind vorbei, und gibt keine Armut mehr auf der Erde.“

Genauso sieht das Superintendent Gerald Hillebrand, der Frieden und Wohlstand bzw. Armut und Krieg als zwei Seiten derselben Medaille sieht und sich deshalb für 2023 gleich zwei Schlagzeilen wünscht:  "Endlich schweigen die Waffen! Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine".

"Die Schere zwischen Arm und Reich schließt sich - Armut wird mit Nachdruck bekämpft"

Hillebrands katholischer Amtskollege, Stadtdechant Michael Janssen, möchte mit seiner Wunschschlagzeile für 2023 deutlich machen, dass jeder gesellschaftliche Fortschritt bei uns selbst beginnt. Deshalb würde er im neuen Jahr gerne die Schlagzeile lesen:
"Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe stehen in Mülheim an der Ruhr an erster Stelle"

Vergleichbar sieht das auch Mülheims SPD-Bundestagsabgeordneter Sebastian Fiedler, wenn er als Innen- und Rechtspolitiker mit einer Vergangenheit als Bundesvorsitzender der deutschen Kriminalpolizeibeamten die Wechselwirkung von Armut, Gewalt, Egoismus und sozialer Ungerechtigkeit in die Schlagzeile: "Mülheim an der Ruhr richtet Kriminalpräventiven Rat ein" übersetzt und damit deutlich macht, dass auch bei Gefahrenabwehr und Strafverfolgung Vorsorge besser als Nachsorge ist.

Als Vorsitzender des Mülheimer Klimaschutzinitiative wünscht sich der Ingenieur Bernhard Leidinger, dass wir als Mülheimer Stadtgesellschaft uns mit einem kleineren ökologischen Fußabdruck in unserem Leben, Wirtschaften, Bauen und Planen 2023 die Schlagzeile verdienen: „Mülheim erfolgreich auf dem Weg zur Klimaneutralität“.

„Die Sozialverbände leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag für die soziale Stabilität, den sozialen Frieden und den sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt“, begründet Caritas-Vorstand Martina Pattberg ihren Schlagzeilen-Favoriten für das neue Jahr: „Die Arbeit der Sozialverbände wird politisch und gesellschaftlich anerkannt und deshalb auch finanziell abgesichert.“

Bürgermeister Markus Püll sieht als Vorsitzender des Förderkreises Heimatmuseum Tersteegenhaus, „dass wir für unsere Gegenwart und Zukunft aus unserer Geschichte lernen müssen.“ Deshalb wünscht er sich für 2023 die Schlagzeile: „„Kriegende in der Ukraine belebt das Baugewerbe und befördert die Bauarbeiten am Heimatmuseum Tersteegenhaus, das 2024 wieder eröffnet werden kann.“

Der Mülheimer Kabarettist Rene Steinberg weiß aus Erfahrung, dass die Widrigkeiten des Alltags nur mit Humor zu ertragen ist. Außerdem ist er daran interessiert, dass möglichst viele Menschen aus allen Richtungen den Weg nach Mülheim an der Ruhr und dort zu seinen satirischen Abendveranstaltungen im Ringlokschuppen finden. Deshalb würde er in den kommenden zwölf Monaten gerne die Schlagzeilen lesen: „"Sensation! Ortsfremder findet ohne Navi den Weg in die Mülheimer Innenstadt - und wieder heraus!"

Den Mülheimer Unternehmer Ulrich Turck treiben zurzeit vor allem die Fragen rund um die Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern und der auch in seinem Unternehmen mit offenen Stellen sichtbaren Fachkräftemangel um. Auf eine einzige Wunschschlagzeile möchte er sich deshalb nicht festlegen., sondern er hofft allgemein 2023 und darüber hinaus auf viele gute gesellschaftspolitische Antworten auf unsere gemeinsamen Herausforderungen, die sich dann auch in positiven Schlagzeilen in dieser Zeitung ausdrücken.

Nicht ohne Schalk im Nacken würde Mülheims FDP-Fraktionschef 2023 in dieser Zeitung gerne die Schlagzeile lesen: „Alles ist gut. Es gibt nichts zu berichten!“

Ganz konkret und auf das Stadtbild und das Stadtleben Mülheims bezogen wünscht sich die Grafikerin und Kommunikationsdesignerin Ulrike Berkenkopf für das neue Jahr die Schlagzeile: „Abrisspläne auf der Schleuseninsel vom Tisch. Wassebahnhof bleibt der Mülheimer Bevölkerung erhalten!“

Auch mit einem Hintergedanken an die negativen Brexit-Folgen und mit Blick auf die 1953 begründete erste Mülheimer Städtepartnerschaft mit dem nordenglischen Darlington liefert der Geschäftsführer des Fördervereins Mülheimer Städtepartnerschaften, Dieter Flohr, wünscht sich für 2023 die wohl realistischste Wunschschlagzeile: „70 Jahre Freundschaft mit Darlington!“ Als Realistin zeigt sich auch die Leiterin des städtischen Kunstmuseums, Dr. Beate Reese, mit ihrer Wunsch-Schlagzeile für 2023: „Das städtische Kunstmuseum öffnet in der Alten Post!“ Visionär wünscht sich dagegen der AGB- und VBGS-Vorsitzende, Alfred Beyer: „Die Stadt Mülheim setzt sich mehr für Barrierefreiheit ein!“


Zur Mülheimer Tagespresse





Dienstag, 3. Januar 2023

Feuerzauber und Knalleffekte

 „Feuer frei!“ hieß es um den Jahreswechsel vor allem im Stadthafen. Die Straßenbeleuchtung hätte man sich zwischen 23.45 Uhr und 0.30 Uhr nicht nur dort, sondern auch an der Schloßstraße und an der Leineweberstraße getrost sparen können. Die Feuerwerksraketen machten den Nachthimmel teilweise taghell. Die Farben des feurigen Funkenregens reichten vom warmen Gelb über grelles Weiß bis hin zu Blau, Grün- und Rottönen.

Um Mitternacht läuteten die Glocken der Petri- und der Marienkirche das neue Jahr ein. Sie waren unter dem Feuerwerkslärm aber nur gedämpft zu hören.

Sowohl am Stadthafen, zwischen dem Stadtquartier Schloßstraße und dem Rathaus als auch zwischen Schloß- und Leineweberstraße tummelten sich viele Jugendliche, aber auch Familien mit Kindern. Manche Feuerwerkszuschauer waren noch so klein, dass sie im Kinderwagen zum explosiven und ohrenbetäubenden Feuerzauber zwischen 2022 und 2023 gefahren wurden.

Unter den Gelegenheitsfeuerwerkern und Schaulustigen in der Innenstadt waren die arabischstämmige Mülheimer und Mülheimerinnen deutlich in der Mehrzahl. Mindestens so wichtig wie die Feuerzeuge und Feuerwerkskörper waren in dieser Silvesternacht die Smartphones, mit deren Hilfe die Sekundenkunstwerke, die von Bürgersteigen, Fahrbahnen, Müllcontainern und Sitzbänken gen Himmel geschossen wurden, fotografisch festgehalten wurden. Vor allem am Stadthafen hatten Anwohner mit Balkon einen privilegierten Ausblick aufs Silvesterfeuerwerk. So mancher Silvestergänger versuchte auch telefonisch Neujahrswünsche zu übermitteln oder entgegenzunehmen. Das war aber aufgrund des Feuerwerkslärms ein fast hoffnungsloses Unterfangen.

„Ich habe heute keinen Sekt, aber einige Flaschen Bier verkauft“, bestätigte der Mann vom Kiosk Mathias an der unteren Schloßstraße den ersten Eindruck. Wenn auf der Straße im Schein des Silvesterfeuerwerks auf das neue Jahr angestoßen wurde, dann meistens mit einer Flasche Bier und nur ganz selten mit Sekt. Auf das neue Jahr angestoßen und getanzt wurde auch im Café Alex an der Ecke-Schloßstraße/Viktoriastraße, wo 150 Gäste eine Silvesterparty feierten.

An der Eppinghofer Straße, wo auch gefeuerwerkt wurde, war das Straßenbild noch etwas bunter. Hier wurden nicht ganz so viele Raketen abgeschossen. Dafür waren deutlich mehr Lokale geöffnet, vor denen sich die Gäste das bunte Treiben auf der Straße und am Kreisel anschauten und sich gegenseitig alles Gute für 2023 wünschten. Die Polizei zeigte um den Jahreswechsel in Stadtmitte und Eppinghofen eine starke Präsenz. Auch der eine oder andere Rettungswagen war zu sehen und zu hören. „Wir haben gut zu tun, aber bisher hatten wir keinen dramatischen Einsatz“, hieß es um eine Uhr aus den Leitstellen der Feuerwehr und der Polizei. Dort hatte man zu diesem Zeitpunkt insgesamt über 70 Einsätze registriert. Deren Bandbreite reichte von der Bekämpfung kleiner feuerwerksbedingter Brände über Schlägereien und Alkoholmissbrauch bis zu kleineren feuerwerksbedingten Verletzungen. Mit Sorge musste man bei der Polizei feststellen, „dass sich die jungen Leute heute oft gegenseitig mit ihren Feuerwerksraketen beschießen.“


Meine Texte in der Mülheimer Tagespresse


Schwarzes Gold

  Noch bis zum 1. Dezember kann man im Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße in die Geschichte des Mülheimer Bergbaus eintauchen...