Samstag, 9. Juni 2018

Die Leineweberstraße im Wandel der Zeit: Ein Zeitsprung in der Stadtmitte

Die Leineweberstraße 1996: Foto Walter Neuhoff
Die Leineweberstraße, die beim großen Luftangriff im Juni 1943 besonders stark getroffen wurde, ist seit Mitte der 1950er Jahren eine der Hauptverkehrsachsen Mülheims. Der Straßenname findet sich bereits im Urkataster von 1821. Zwischenzeitlich trug, die Straße, die vor dem 2. Weltkrieg einen anderen Verlauf hatte, auch die Namen Kurze Straße und Mühlenstraße. Ob an der Leineweberstraße, die seit den 70er Jahren zum Teil auch zur Fußgängerzone der Innenstadt gehört, einst Leineweber gewohnt haben, lässt sich nicht belegen. Das Adressbuch von 1860 hält fest, dass hier ein Kleidermacher und eine Strickerin ansässig waren. Um 1830, als die Troostsche Weberei an der Ruhr ihren Betrieb aufnahm, waren in Mülheim 61 Leinewebstühle registriert. Gewoben und gesponnen wurde in Mülheim, textiltechnisch gesehen, seit den 17. Jahrhundert. Darauf weisen auch Straßennamen, wie Walkmühlenstraße hin. Die heute mächtigen Bäume, die die Leineweberstraße heute zur Allee machen, waren vor 22 Jahren, als Walter Neuhoff seine Aufnahme machte, noch im zarten Wachstum begriffen. Rechts kann man die noch existierende Hirsch-Apotheke erkennen, die 2017 ihr 250-jähriges Bestehen feierte. Fachgeschäfte, wie das Haushaltsgeschäft Kocks und Herstein, der Juwelier Stuwe, der Herrenausstatter MSM oder Sport Küppers, weiter hinten links zu sehen, in denen man 1996 noch einkaufen konnte, gibt es heute leider nicht mehr. In den ehemaligen Geschäftsräumen von Kocks und Herstein findet sich heute an der Leineweberstraße 54 die Verbraucherzentrale. 

Dieser Text erschien am 4. Juni 2018 in der neuen Ruhr Zeitung

Freitag, 8. Juni 2018

Farbtupfer im Straßenbild

Wer derzeit durch die Stadt geht, sieht zunehmend Schwarz-Rot-Gold, wenn er nicht gerade schwarz oder rot sieht. Beides gibt die aktuelle Nachrichtenlage in unserer kleinen und großen Welt ja her.
Ist uns im hektischen Alltagsgetriebe etwa ein Nationalfeiertag durchgegangen. 

Nein. Es ist der Nationalsport Fußball, dessen Weltmeisterschaft ihre Schatten in Form von reichlich Schwarz-Rot-Gold voraus wirft.   Egal, ob wir im richtigen Leben oben auf oder unten durch sind: Während der Weltmeisterschaft, sind wir alle „Weltmeister“ und würde es gerne auch über den Finaltag hinaus bleiben, wenn wir schon kein Papst mehr sein dürfen.

Nun weiß ich nicht, ob nach der peinlichen 1:2-Pleite gegen Österreich eher schwarz-rot-goldene Fußball-Euphorie, in Erinnerung an den grandiosen Titelgewinn 2014 oder, Benedikt hilf, eher Beten und der Glaube an das Fußballwunder einer deutschen Titelverteidigung angesagt sind.

In einigen Geschäften habe ich auch schon andere Fahnen, als das deutsche Schwarz-Rot-Gold gesehen. Nicht nur in der Welt des Fußballs hängt so macher Zeitgenosse im Ernstfall sein Fähnchen nach dem Wind des Siegers. 

Dieser Text erschien am 5. Juni 2018 in der Neuen Ruhrzeitung

Donnerstag, 7. Juni 2018

Frieden ist möglich, auch bei uns

Das Gespräch und die Begegnung sind die wichtigsten Instrumente, um den Frieden zwischen den Menschen zu bewahren oder wiederherzustellen. Das war eine Kernbotschaft der Diskussion zum Thema Frieden vor Ort, die ich am 5. Juni im Katholischen Stadthaus, auf Einladung des Katholischen Bildungswerkes moderieren durfte.

"Selbst, wenn es am Ende zu keiner Schlichtung kommt, kann das sich an einen Tisch setzen und der Austausch der Positionen Konflikte zwischen Nachbarn entschärfen", berichtete Schiedsmann Knut Binnewerg aus seiner Praxis. Hannah Berntgen von der Caritas machte vor dem Hintergrund ihrer Sozialarbeit mit und für Menschen in Not deutlich, dass es nicht nur materielle Hilfen, sondern auch darum gehen müsse, zwischenmenschliche Beziehungen zu stärken und sie als Wert an sich zu erkennen und zu schätzen."

Angelika Romeik vom Friedensforum lenkte den Blick darauf, dass es in unserer Gesellschaft mehr Friedensstifter als Brandstifter gebe, Menschen, die gemeinsam mit anderen aktiv würden und damit vor Ort Gemeinschaft, Lebensqualität und damit auch sozialen Frieden stifteten. Wasser in den Wein schüttete die Leiterin der örtlichen Polizeiinspektion, Claudia Schepanski, in dem sie darauf hinwies, dass die Gewaltbereitschaft in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen habe. Hier sieht sie nicht nur die personelle und technische Stärkung der Polizei, sondern auch gezielte Investitionen in Bildung und soziale Infrastruktur als probates Gegenmittel, um einer weiteren Eskalation der Gewalt und Respektlosigkeit im Alltag entgegenzuwirken.

Dietmar Blümer von Pax Christi sieht das politische Engagement der Bürger und ihren Blick über den Tellerrand gefordert, um auf ihre gewählten Volksvertreter im Sinne einer Friedenspolitik, die auch die Schöpfung bewahre und globale Gerechtigkeit schaffen könne. Blümer wies darauf hin, dass Militärausgaben, die Stationierung von Atomwaffen und Rüstunsgsxporte die Welt nicht sicherer, sondern unsicherer machten und damit auch Fluchtursachen schaffe.

Der 1937 geborene Religionspädagoge Gerhard Bennertz, berichtete über seine prägenden Versöhnungserfahrungen, die er als Jugendlicher in der Nachkriegszeit bei Chorfahrten in die Niederlande und Frankreich gemacht habe. Seine Erfahrungen als Mitglied der späten Kriegsgeneration motivierten den evangelischen Theologen auch, in den frühen 1960er Jahren selbst den Waffendienst in der Bundeswehr zu verweigern und andere Kriegsdienstverweigerer zu beraten. Später leistete Bennertz ein Stück Friedensarbeit, in dem er durch zahlreiche Begegnungen mit Mülheimer Holocaust-Überlebenden in Israel die dunkelste Zeit der Stadtgeschichte aufarbeitete und 1993 zu den Mitinitiatoren der deutsch-israelischen Städtepartnerschaft zwischen Mülheim und Kfar Saba wurde.

Pastor Meinolf Demmel wies darauf hin, dass auch den Medien eine große Verantwortung für den inneren Frieden der Gesellschaft zukomme. Zu oft setzten Medienmacher auf Negativ-Schlagzeilen, während positive Initiativen, etwa im Umweltschutz, in der Entwicklungshilfe, in der Nachbarschaftshilfe, in der sozialen und kulturellen Stadtteilarbeit oder im interreligiösen Dialog medial und damit im öffentlichen Bewusstsein zu kurz kämen.

Mittwoch, 6. Juni 2018

In Memoriam: Robert F. Kennedy

Nicht nur für viele Amerikaner verkörperte Robert Kennedy die Hoffnung auf eine bessere Welt. Heute vor 50 Jahren starb der Hoffnungsträger an den Folgen eines Attentates. Er wurde nur 42 Jahre alt und teilte das Schicksal seines 1963 ermordeten Brunders John.

Ob Robert Kennedy, der mit seiner Präsidentschaftskandidatur, die Kluft zwischen Arm und Reich, Alt und Jung, Schwarz- und Weiß überwinden und den als ungerecht erkannten Krieg in Vietnam beenden wollte, Präsident der USA hätte werden können, war zum Zeitpunkt seiner Ermordung ungewiss. Denn nach seinen Vorwahlsiegen in South Dakota und Kalifornien, hatte der Senator von New York erst 622 von 1369 notwendigen Parteitagsdelegierten gewonnen. 

Ohne den Mann, der als Justizminister im Kabinett seines Brunders John die Weichen für das 1964 verabschiedete Bürgerrechtsgesetz gestellt- und 1962 einen wesentlichen Beitrag zur friedlichen Beilegung der Kuba-Krise geleistet hatte, braucht man nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass die Geschichte mit einem Präsidenten Robert Kennedy anders verlaufen wäre, als sie es mit dem Präsidenten Richard Nixon tat.

Obwohl sich Kennedy mit dem Nachfolger seines Bruders, Lyndon B. Johnson, in der Vietnam-Frage entzweit hatte, unterstützte er ihn als Senator im Kongress bei seinem sozialpolitisch ambitionierten Reformprogramm der Great Society. Nicht nur Afro- und Lateinamerikamer, sondern auch viele reformwillige Wähler aus der weißen Mittel- und Unterschicht, die mit dem durch Gewalt und Hass geprägten Alltag der durch den Vietnamkrieg und Rassenkonflikte traumatisierten amerikanischen Gesellschaft unzufrieden waren, ließen sich durch Robert Kennedys am 16. Märt 1968 gestartete Wahlkampagne inspirieren und motivieren.
Zu seinem Wahlkampfteam gehörte damals auch die deutsche Politikstudentin Petra Kelly, die ein Jahrzehnt später, zusammen mit dem Mülheimer Wilhelm Knabe zu den Gründerinnen der Grünen gehören sollte. Aus der heutigen Perspektive betrachtet, erscheint die politische Agenda des vor 50 Jahren ermordeten Robert Kennedy, wie eine wohltuende Alternative zum System Trump.

Mit Blick auf seine 1963 und 1968 ermordeten Brüder John und Robert, formulierte es ihr jüngerer Bruder, Senator Edward Kennedy in seiner Trauerrede am 9. Juni 1968 so: "Meine Brüder brauchen nicht idealisiert zu werden, aber sie sollten als gute Männer in Erinnerung bleiben, die Falsches erkannten und die Kraft hatten, das Richtige zu tun."

Montag, 4. Juni 2018

Ohne Schutzengel geht es nicht

Am Fronleichnamstag erinnerte sich Mutter an die Fronleichnamsprozessionen ihrer Kindheit, als nicht nur viele Menschen im frommen Zug durch die Gemeinde mitgingen, sondern ihn mit blumengeschmückten Häusern und kleinen Andachtsaltären auch in den Straßen erwarteten. Bei der diesjährigen Fronleichnamsprozession durch die Innenstadt wartete niemand auf den frommen Zug, wenn überhaupt, dann nur einige irritierte bis neugierige Zaungäste, die auf der Schloßstraße ihr Feiertagseis schleckten oder ihr Feiertagsbierchen schlürften oder, ob der frommen Verkehrsbehinderung, auf der Kaiserstraße hupten und an der Prozession vorbeirasten. Wie gut, dass die Demonstranten der Frohen Botschaft, die viele nicht hören wollen, obwohl sie sich im Innersten doch, nach einer solchen sehnen, leibhaftige Schutzengengel in Person einiger Polizeibeamter im Schlepptau hatte. Und doch gibt es sie auch heute noch, die frohen Botschaften. Am Abend schenkte ein kleines Mädchen, das Mutter auf ihrer ganz eigenen Prozession durch die Stadt freudestrahlend entgegenkam ihr eine Blume. Sie glänzt jetzt neben dem Bild ihrer Mutter, die ihren Lebensweg schon lange vollendet hat und uns vielleicht heute auf manchem Weg als Schutzengel begleitet. 

Dieser Text erschien am 2. Juni 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung

Samstag, 2. Juni 2018

Denk ich an 1968 – Gold-Abiturienten der heutigen Karl-Ziegler-Schule sahen sich im Wasserbahnhof wieder und tauschten ihre Erinnerungen aus

In diesem alten Schulgebäude, das 1970 für einen Neubau
abgerissen wurden, haben die Abiturienten 1968 noch gelernt.
Das Foto aus dem Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr
www.stadtarchiv-mh.de zeigt das Schulgebäude des
städtischen Gymnasiums an der Schulstraße im Jahr
1946.

13 reife Herrn, die meisten sind 68 Jahre alt, feiern im Wasserbahnhof ihr Wiedersehen. Sie verbindet das Abitur, das sie 1968 an der heutigen Karr-Ziegler-Schule bestanden haben.

„Wenn, dann war eher die sexuelle als die politische Befreiung für uns ein Thema“, schaut Gold-Abiturient Ulrich Mülheims auf das Jahr 1968 zurück. „Die Röcke wurden kürzer und die Haare wurden länger“, erinnert sich Klassenkamerad Franz Weimann an den Zeitgeist von 1968.

„Wir waren die braven Lateiner und wurden mit den wilden Engländern zusammengelegt, von denen wir dann eine Menge gelernt haben“, berichtet Mülheims. Als Klassensprecher musste er manches ausbügeln. Das konnte eine Schwammschlacht oder auch eine Landkarte sein, die aus dem Fenster hing. Lausbubenstreiche.

Und wo blieb die Rebellion? „Man kann sich heute nicht mehr vorstellen, wie wenig wir damals selbstständig denken durften. Was wir zu denken hatten, gab das Elternhaus vor“, erinnert sich Herbert Gleißenberger. „Ich weiß noch, dass ich damals mit anderen Jugendlichen Straßenbahnschienen besetzt habe, um mit ihnen gegen Fahrpreiserhöhungen zu demonstrieren. Später habe ich auch bei einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg teilgenommen und dabei Ho Ho Ho Chi Minh gerufen. Das war nicht alles reflektiert, was wir gemacht haben. Aber wir hatten das Gefühl gegen die verkrusteten Strukturen und Moralvorstellungen aufstehen zu müssen“, schildert Weimann das jugendliche Aufbegehren gegen die Eltern-Generation.

Die Deutsch- und Musikstunden bei Helmut Meyer waren für die 68er Abiturienten von der Schulstraße eine Offenbarung. „Das war für uns eine neue Welt. Der Mann hat uns angestiftet und einen Floh ins Ohr gesetzt. Mit Dantes Rat: ‚Geh deinen Weg und lass die Leute reden‘ hat er mir mein Lebensmotto mitgegeben“, erzählt Gerd May. Dass der Oberstudienrat und SPD-Stadtverordnete seine Schüler auch mit gesellschaftskritischen Autoren, wie Paul Satre, Albert Camus, Hans Magnus Enzensberger, Heinrich Böll, Uwe Johnson und Günter Grass vertraut machte und mit ihnen in der Stadthalle eine Rock-Musical-Inszenierung von Goethes Faust besuchte, brachte einige Eltern auf die Barrikaden.

„Viele Eltern haben die damalige Jugend nicht verstanden. Sie sagten: ‚Das wächst sich aus‘. Und wenn es sich nicht auswuchs, war das für sie der Untergang des Abendlandes“, erinnert sich Herbert Gleißenberger.

Georg Heinrichs denkt gerne an Meyers Jazzstunden und an die Schülertreffen in einem Stehcafe an der Schloßstraße, zurück: „Da konnten wir über Politik, Literatur und alles andere diskutieren konnten, worüber wir mit unseren Eltern nicht sprechen konnten.“

Gut weg kommt in den Erinnerungen der Gold-Abiturienten auch Lateinlehrer Gerd Boeckhorst, der in seinem Unterricht Parallelen zwischen den Konflikten der Antike und der Gegenwart aufzeigte. Unvergessen bleibt im kollektiven Gedächtnis der 68er-Abiturienten, aus denen später Lehrer, Ärzte, Juristen, Wissenschaftler, Ingenieure, Pädagogen, Altenpfleger und Unternehmer wurden, auch der Satz ihres Deutschlehrers Meyer: „Wir müssen den feinen Sand des selbstständigen Denkens in die Lungen der Mächtigen blasen.“

Doch Politikunterricht stand 1968 noch nicht auf dem Stundenplan. Der Geschichtsunterricht endete vor 1933. „Über die Geschichte zwischen 1933 und 1945 musste ich mich später selbst informieren“, sagt Franz Weimann. „Ich hatte einen väterlichen Freund, der das KZ überlebt hatte, und mir viel aus erster Hand berichten konnte. Ihn habe ich später zu Zeitzeugenseminaren begleitet“, berichtet Ulrich Mülheims.

Für ihren ehemaligen Klassenlehrer Hans Wuttke bleiben die Schüler des Abitur-Jahrgangs 1968 „als eine starke Gemeinschaft“ in Erinnerung, in der man gemeinsam lernte und sich gegenseitig das erlernte Wissen vermittelte.“ Zu dieser Gemeinschaft trug auch Wuttke bei, in dem er eine gemeinsame Alpenwanderung organisierte, die die Schüler und ihren Lehrer einander näher brachte. „Das war kein Zugeständnis an den Zeitgeist von 1968, sondern Ausdruck meiner menschlichen und pädagogischen Überzeugung“, unterstreicht Wuttke.


1968 war das städtische Gymnasium, das seit 1974 nach dem am Mülheimer Max-Planck-Institut für Kohlenforschung wirkenden Chemie-Nobelpreisträgers Karl Ziegler benannt ist, de facto eine reine Jungenschule. Dort wurden damals nur drei Mädchen unterrichtet, die als Quereinsteigerinnen von der Realschule Stadtmitte zum städtischen Gymnasium kamen. Der gemeinsame Unterricht für Jungen und Mädchen wurde damals nur am 1966 neugegründeten Gymnsium Broich praktiziert und war gesellschaftspolitisch noch hoch umstritten. Gymnasiastinnen besuchten damals in der Regel die Luisenschule, die bis 1973 ein reines Mädchen-Gymnasium war.
Der Klassenlehrer der 68er Abiturienten der heutigen Karl-Ziegler-Schule, Hans Wuttke (Abitur-Jahrgang 1956), leitete ab 1975 das neugegründete Gymnasium Heißen. Und seine Kollege Helmut Meyer wurde in den 1970er Jahren Kulturdezernent und 1980 zum Mitgründer des Theaters an der Ruhr.



Dieser Text erschien am 2. Juni 2018 in der Neuen Ruhrzeitung

Freitag, 1. Juni 2018

Demonstration für die Frohe Botschaft

Auch in der katholischen Stadtpfarrei St. Mariae Geburt feierten katholische Christen mit einer Prozession das seit dem 13. Jahrhundert begangene Fest Fronleichnam, an dem „der Leib Christi“ in Form der Hostie von 180 Gemeindemitgliedern mit Liedern und Gebeten durch die Innenstadt getragen wurde. In einer Andacht auf dem Synagogenplatz sagten Kommunionkinder und andere Gemeindemitglieder, was sie sich für unsere Stadtgesellschaft wünschen: „Sozialer Friede“, „ein friedliches Miteinander der Mülheimer aus 144 Nationen und allen großen Weltreligionen“ und „gelebte Nächstenliebe in der Familie und in der Nachbarschaft.“

Der vor 30 Jahren zum Weihbischof ernannte Franz Grave, der seit 2007 als Seelsorger in St. Mariae Geburt arbeitet sagte in seiner Predigt: „Auch wenn wir dafür keinen Beifall bekommen und viele sich nicht dafür interessieren, tragen wir als unverzagte und begeisterte Christen Christus und seine Frohe Botschaft auf die Straße. Denn nur, wer überzeugt und begeistert ist, kann andere Menschen begeistern und überzeugen.“

Ein Platz für den Kaiser

Als Parkplatz bleibt der Kaiserplatz in der Mitte Mülheim unter seinen Möglichkeiten, entspricht aber in seiner Funktion einer Stadt mit 174...