Montag, 3. Juni 2024

Hilfe für Flüchtlinge

Was tut der Evangelische Kirchenkreis An der Ruhr für die Menschen, die in unserer Stadt Zuflucht gefunden haben? Diese Frage beschäftigte jetzt 35 Mitglieder der Kreissynode, die rund 40.000 evangelische Christen aus sechs Mülheimer Kirchengemeinden vertritt.

Die Flüchtlingsreferentin des Kirchenkreises, Saskia Trittmann, und ihre beiden Mitarbeiterinnen Maren Helder und Kathrin Rothaas berichteten über ihre herausfordernde Arbeit, die einhelliges Lob erfuhr. Aktuelle betreut das vierköpfige Flüchtlingsreferat 1300 Geflüchtete in Mülheim. 

Bürgermeister Markus Püll bedankte sich im Namen von Rat und Verwaltung für die kompetente und engagierte Unterstützung der kommunalen Flüchtlingsarbeit. Er wies darauf hin, dass die Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft in den kommenden Monaten auf dem Gelände der alten Friedhofsgärtnerei am Hauptfriedhof 135 Wohnungen für die Unterbringung von Flüchtlingen errichten werde, die später als Sozialwohnungen genutzt werden sollten. 

Mülheim, dass auf der Basis des sogenannten Königssteiner Verteilungs-Schlüssels ein Prozent aller Flüchtlinge aufnehmen muss, die nach Nordrhein-Westfalen kommen, betreibt schon jetzt eine Zentrale Flüchtlingsunterkunft in Raadt.

Nach Angaben der Bezirksregierung Arnsberg leben in Mülheim aktuell 1669 geflüchtete Menschen. 

Saskia Trittmann warb um eine ökumenische Zusammenarbeit der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, um mehr Kirchenasylplätze zu schaffen. Binnen Jahresfrist habe das Flüchtlingsreferat 92 Anfragen nach Kirchenasyl erhalten, von denen 26 aus Mülheim kamen. Das Kirchenasyl, so Trittmann, biete in sogenannten Grenz- und Härtefällen abgelehnten Asylbewerbern einen Zeitgewinn und damit die Möglichkeit, die Rechtmäßigkeit ihres Asylantrages gegenüber dem letztendlich über den Asylanspruch auf der Basis des Grundgesetz-Artikels 16 entscheidenden Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu dokumentieren. Auch wenn es dem Quartett des evangelischen Flüchtlingsreferates in den vergangenen zwölf Monaten gelungen ist, zehn Flüchtlinge als Pflegefachkräfte zu vermitteln und ihnen so einen dauerhaften Aufenthaltsstatus zu verschaffen, räumten Trittmann und ihre Kolleginnen Maren Helder und Katrin Rothhaas  ein, dass nur wenigen Flüchtlingen der Spurwechsel zur Fachkraft gelinge.


Zur Flüchtlingsberatung der Evangelischen Kirche

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