Dienstag, 17. März 2026

Legendäre Luise

Lange bevor von Diana Spencer die Rede war, war Luise hierzulande die Königin der Herzen und das weit über ihren frühen Tod hinaus.

Als preußische Madonna wurde sie von ihren Landesleuten verehrt und verklärt. Vor 250 Jahren wurde Luise am 10. März 1776 als Prinzessin von Mecklenburg Strelitz geboren. Elf Jahre später besuchte sie zusammen mit ihrer Schwester Friederike und mit ihrer Großmutter Marie-Luise-Albertine von Hessen-Darmstadt und Leiningen-Dagsburg das Schloss Broich. Dort, wo ihre Großmutter als regierende Landgräfin nach dem Rechten schaute, verbrachte sie nach 1787 auch noch einmal 1789 und 1791 ihre Sommerfrische. 

Damals soll sich die junge Prinzessin die Herzen des Broicher Volkes erobert haben, in dem sie Kindern vorlas, ihnen ihr Spielzeug schenkte und den Bürgersleuten mit kindlicher Neugier in die Kochtöpfe schaute.
Damals war noch nicht absehbar, dass sie 1793 den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm heiraten würde, mit dem sie 1797 den preußischen Thron besteigen sollte.

Luise war nicht nur Landesmutter, sondern auch siebenfache Mutter. Mit ihrem Ehemann und ihren Kindern lebte sie ein liebevolles Familienleben. Gemäßigt gebildet, war Luise als Mit-Regentin des aufgeklärten Absolutismus nur insofern politisch wirksam, als das sie die Reformen ihrer Minister vom Stein und von Hardenberg befürwortete und Napoleon 1807 bei einem Treffen in Tilsit vergeblich um einen milden Frieden für Preußen bat. Preußen verlor seine westelbischen Gebiete.

Der Kaiser der Franzosen verspottete sie erst, war aber nach der Begegnung von ihr beeindruckt. In ihre Regentschaft fallen der Beginn der Kommunalen Selbstverwaltung und das Ende der Leibeigenschaft auf dem Lande.

Ihre Regentschaft endete mit ihrem Tod am 19 Juli 1810 auf ihrem elterlichen Schloss in Mecklenburg. Wie wir heute wissen, starb sie an den Folgen eines Lungentumors, der auf ihren Herzmuskel übergegriffen hatte.

Postum entfaltete Luise als preußische Nationalheilige und als Ikone der deutschen Nationalbewegung ihre größte Wirkung. Die 1838 gegründete Freimaurerloge zur verkehrten Luise, die 1892 sogenannte Luisenschule, das Luisental und die 1914 sogenannte Prinzess-Luise-Straße erinnern uns bis heute an den Luisenkult, der auch in einer Büste zum Ausdruck kommt, die bis 1922 in den Ruhranlagen stand und heute im Schloss Broich steht, wo die kleine Luise einst herumgetollt ist. Selbst als nach 1918 die Monarchie in Deutschland untergegangen war, wurde die preußische Königin Luise von der antirepublikanischen deutschen nationalen Volkspartei (DNVP) als politisches Covergirl instrumentalisiert.

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