Mit ihrer Musicalklasse hat die Gesamtschule Saarn ein echtes Alleinstellungsmerkmal. 110 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren haben jetzt ihre inzwischen 19. Musicalproduktion auf die Bühne gebracht und ihre neue Schulaula in einen kleinen Broadway verwandelt.
Nach der "School of Rock" haben die beiden Lehrer Stephanie von der Marwitz und Sebastian Klein mit ihren Nachwuchsstars "Anastasia" die Geschichte der jüngsten Zarentochter, auf die Bühne gebracht.Wer die Generalprobe gesehen hat, staunt über die enorme Professionalität von Jugendlichen, die ihre Bühnenarbeit, inklusive des Textlernens und der Gesangsproben, neben ihrem Schulalltag bewältigen. Für die jungen Damen und Herren aus der Musicalklasse ist jeder Samstag ein Probetag. Und nach der Premiere ist vor der Premiere. Die Castings für die 20. Musicalproduktion laufen bereits.
Wer in einer Pause mit den jungen Darstellerinnen und Darstellern ins Gespräch kommt, spürt schnell ihren Enthusiasmus und ihre Energie, mit der sie alle Zeit und Arbeit vergessen lassen, die sie in das Projekt investieren. Einige der Schülerinnen und Schüler haben sich zuvor mit der Geschichte der letzten Zarenfamilie auseinandergesetzt, um ihre Rolle besser spielen zu können. Andere zeigen sich als kreative Schauspieltalente, die von einer zur nächsten Probe immer besser und intensiver in ihre Rolle hineinschlüpfen.
Einig sind sich die Schülerinnen und Schüler, dass ihre Gemeinschaftsarbeit an dem Projekt Musical, für Sie eine seelische Vitaminspritze par excellence ist, die ihrem Selbstwertgefühl und ihrem Selbstbewusstsein gut tun. Und sie lassen keinen Zweifel daran, dass sie sich anstrengen müssen und wollen, um das Eintrittsgeld ihres Publikums wert zu sein. Dieser gemeinsame Ehrgeiz lässt Lehrende und Lernende ihre Inszenierung immer wieder optimieren.
Dahinter steht aber nicht nur Ehrgeiz, sondern auch die materielle Notwendigkeit, die Produktionskosten von rund 30.000 Euro einspielen zu müssen, nicht nur durch den Verkauf von Eintrittskarten, sondern auch durch Catering und das Einwerben von Spenden und Sponsoring.
Denn bezahlt werden müssen die Aufführungsrechte und die via Internet gekauften Kostüme sowie die Licht- Ton- und Bühnentechnik Allerdings kann das Musicalensemble der Gesamtschule Saarn bei ihren Requisiten auf die Marke Eigenbau zurückgreifen. Dem 3-D-Drucker von Sebastian Klein sei Dank. Klein, der als Musiklehrer auch den Schulchor leitet, ist unter anderem für das Gesangstraining des Ensembles sowie für die Ton- und Lichttechnik verantwortlich. Viel Geld wurde, dem Förderverein und den Sponsoren sei Dank, auch in eine moderne Videowand investiert. Mit ihrer Hilfe kann man die unterschiedlichsten Kulissenauf die Bühnenwand projizieren, was sich auf mehrere Produktionen hochgerechnet, schnell auszahlt und darüber hinaus ein sehr professionelles Theatererlebnis kreiert.
Am Ende bleibt bei dem begeisterten Zuschauer der Eindruck, dass man die eine oder andere Schülerin und den ein oder anderen Schüler später noch einmal auf der einen oder anderen Profibühne wiedersehen und wieder hören wird, dass aber auch die anderen Ensemblemitglieder, die nach ihrer Schulzeit einen anderen beruflichen Weg einschlagen werden, in der Musicalklasse ihrer Schule viel für die Rolle ihres Lebens gelernt haben. Denn hier werden ganz neben bei Sozialverhalten, Kreativität und Teamfähigkeit geschult.
Mehr über die Gesamtschule Saarn erfährt man unter anderem hier.
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