Mittwoch, 9. September 2015

Die Stadtspitze im Wandel: Ein Rückblick auf Mülheimer Bürger- und Oberbürgermeister

Die 1961 von der Friedrich Wilhelms Hütte gestiftete Amtskette der Oberbürgermeister

Am 13. September wählen die Mülheimer ihren neuen Oberbürgermeister. Als Chef der Stadtverwaltung und Vorsitzender des Stadtrates wird er, wie Vorgängerin Dagmar Mühlenfeld, als Bindeglied und politischer Impulsgeber zwischen Rat, Verwaltung und Bürgerschaften agieren müssen. Mit Blick auf die Wahl stellen wir einige der Persönlichkeiten vor, die als Bürger- und Oberbürgermeister in der Vergangenheit Mülheim auf ganz unterschiedliche Weise bewegt und den Gang der Dinge beeinflusst haben.

Das galt auch für die Oberbürgermeister, die zwischen 1945 und 1999 nicht von den Bürgern, sondern vom Stadtrat als ehrenamtliche Repräsentanten der Stadt und Ratsvorsitzende gewählt wurden. Auch sie konnten – mit den Oberstadtdirektoren, die in dieser Zeit an der Verwaltungsspitze standen – wichtige Impulse setzen.

Von der Stadtwerdung (1808) bis zur nationalsozialistischen Gleichschaltung im Jahre 1933 waren die Bürgermeister und Oberbürgermeister der Stadt nicht nur ihre ersten Repräsentanten, sondern auch ihre Verwaltungschefs. Sie wurden aber nicht, wie seit 1999, durch die Bürger, sondern von der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Einige Bürgermeister wurden auch von der Bezirksregierung ernannt. Aber auch das gewählte Stadtparlament wurde erst ab 1919 wirklich demokratisch gewählt. Denn noch bis 1918 galt im zu Preußen gehörenden Mülheim das Dreiklassenwahlrecht.

Dieses Wahlrecht sicherte den 400 größten Steuerzahlern der Stadt ein Drittel der Stimmen. Erst 1919 durften auch die Frauen wählen. Damals zogen mit Maria Büssemeyer, Luise Blumberg und Katharina Havermann auch die ersten Ratsfrauen in das bis dahin rein männliche Stadtparlament ein. Doch es dauerte bis 1982, ehe mit der Sozialdemokratin Eleonore Güllenstern die erste Oberbürgermeisterin Mülheims ins Amt gewählt wurde.


Dieser Text erschien am 8. September 2015 in NRZ und WAZ

Dienstag, 8. September 2015

Vor der Oberbürgermeister-Wahl: Mit dem NRZ-Mobil unterwegs: OB-Kandidat Ulrich Scholten von der SPD im Bürgergespräch auf dem Kurt-Schumacher-Platz


Früh aufzustehen, damit hat Ulrich Scholten  kein Problem. „Ich stand auch schon mal um 5.30 Uhr beim Schichtwechsel vor den Werkstoren von Mannesmann und Siemens“, erzählte der OB-Kandidat der SPD gestern Morgen am NRZ-Mobil vor dem Forum in der Innenstadt. Der Terminplan gut eine Woche vor der Wahl ist eng getaktet. Aber die Zeit, mit NRZ-Lesern und Passanten ins Gespräch zu kommen, die nimmt sich Ulrich Scholten an diesem Morgen.

Eine 46-jährige Saarnerin, die in der NRZ gelesen hat, dass an der Mintarder Straße ein „Dorf“ für 600 Flüchtlinge entstehen soll, möchte von Scholten wissen, wie er es als Oberbürgermeister mit der Flüchtlingsverteilung halten würde. „Ich bin Fan einer gerechten Verteilung auf alle Stadtteile. In Styrum müssen wir mit gebremstem Schaum vorgehen, weil an der Gustavstraße schon 150 Flüchtlinge leben und die SWB mit ihren Wohnungen für Flüchtlinge durch ist“, sagt Scholten.

Als Mutter eines Grundschulkindes fürchtet sie, „dass die Stadt vielleicht die Standards in der Offenen Ganztagsgrundschule absenken könnte, um das so eingesparte Geld in die Flüchtlingsversorgung investieren zu können. „Das ist für mich ein absolutes No Go. Denn die Investitionen in eine gute Offene Ganztagsschule, an der auch Eltern, Arbeitnehmer und Arbeitgeber interessiert sind, ist für mich ein Teil der Wirtschaftsförderung“, versichert der Sozialdemokrat.

Reingard Kirkhouse, die an der Leineweberstraße wohnt, hat Angst, dass im Zuge der Neugestaltung der Leineweberstraße die Platanenallee fallen könnte. Scholten kennt die Stimmen, die eine Verschattung der Straße beklagen und deshalb eine Fällung der Baumriesen fordern. „Das ist keine sehr realistische Option“, so Scholten. Die Anwohnerin warnt: „Dann bekämen wir in der Innenstadt ein noch schlechteres Klima und höhere Feinstaubwerte.“

Scholten nimmt einige Themen aus den Bürgergesprächen mit, um die er sich kümmern wird: „Da frag ich mal bei der Mülheimer Verkehrsgesellschaft nach und rufe sie in der nächsten Woche an“, verspricht er beispielsweise Hans-Dieter Kaiser. Der Mann wohnt an der Blumendeller Straße in Heißen und ärgert sich, dass der U-Bahnhof Eichbaum immer noch keinen Aufzug bekommen hat und darüber hinaus einen sehr ungepflegten Eindruck mache. Sympathie und Verständnis zeigt Scholten für Heinz Auberg und Helmut Ebener, die den Flughafen ausgebaut und wirtschaftlich besser genutzt sehen möchten. Doch das ist seine private Meinung. Er sagt aber auch ganz klar. „Als Oberbürgermeister muss ich den Ausstiegsbeschluss des Rates umsetzen.“


Dieser Text erschien am 5. September 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Montag, 7. September 2015

Vor der Oberbürgermeisterwahl: Mit dem NRZ-Mobil unterwegs: Oberbürgermeister-Kandidat Werner Oesterwind (CDU) im Bürgergespräch auf dem Saarner Wochenmarkt

Themen gab es viele. Ein Bürger beklagt sich über eine „mangelende Sicherheit in Eppinghofen. Da fliegen die Kugeln tief“, formulierte er seinen Eindruck. Dunkelmänner seien mit Leihwagen unterwegs seien, die von der Polizei nicht beschlagnahmt werden könnten. Werner Oesterwind warnte davor, „zu dramatisieren.“ Stadt, Ordnungsamt und Polizei müssten sicher jede Kriminalität bekämpfen. Doch: „Wir müssen zwischen der gefühlten und der tatsächlichen Sicherheitslage unterscheiden“, so Oesterwind.

Oft wurden Probleme angesprochen, die die Menschen direkt vor der Haustür bewegen. Ein Landwirt beklagt sich über die zugewucherten Wegränder an der Voßbeckstraße. Auch eine Anwohnerin der Brüssler Allee klagt über mangelnde Grünpflege der Stadt. Oesterwind versprach, sich über die Bezirksvertreter seiner Partei, zu denen auch seine Frau Elke gehört, schlau zu machen und beim Amt für Grünflächenmanagement nachzuhaken. Ein Ehepaar, das an der Straßburger Allee wohnt, klagt über „rücksichtslose Radfahrer“, die auf dem kombinierten Rad- und Gehweg eine Gefahr für Anwohner und Passanten darstellten. Von einem Unternehmer nimmt Oesterwind den auch aus seiner Sicht berechtigten Auftrag mit, im Falle seiner Wahl zum Oberbürgermeister, für ein schnelleres Internet in Selbeck zu sorgen. Oesterwind will als OB „ein offener und ehrlicher Kümmerer sein, für den erst die Stadt und dann die Partei kommt.“

Angesprochen wurde Werner Oesterwind von mehreren Bürgern auf das am Saarner Kirmesplatz geplante Flüchtlingsdorf. Wie sieht die Betreuung dort aus? „Da kommt ja was auf uns zu“, sagte ein Leser. Der OB-Kandidat warb für die Mülheimer Willkommenskultur und sagte klar: „Ich habe derzeit auch keine andere Lösung“. Dem Land, das die Erstaufnahme der Flüchtlinge an die Stadt delegiert habe und sie auf 77,5 Prozent der für die Flüchtlingsversorgung anfallenden Kosten sitzen lasse, wirft er Versagen vor. „Länder, wie Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen tragen 100 Prozent der Kosten, NRW nur 22,5 Prozent,“ erklärt er. Die Flüchtlinge müssten gerechter auf die Länder der Europäischen Union verteilt werden. Und: Die in Deutschland im Durchschnitt fünf Monate dauernden Asylverfahren müssten beschleunigt werden. Nur so könne man sich intensiver um die politisch verfolgten Flüchtlinge kümmern und die Wirtschaftsflüchtlinge nach Hause schicken.



Dieser Text erschien am 31. August 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Sonntag, 6. September 2015

Eine Chance für beide Seiten: Weihbischof Franz Grave und die Agentur für Arbeit werben für mehr Ausbildungsplätze

Weihbischof Franz Grave und Christiane Artz bei Edeka-Kels


In Mülheim liegt die Arbeitslosenquote bei 8,5 Prozent. 333 Jugendliche (4,5 Prozent) sind ohne Arbeit. Gleichzeitig stehen, kurz nach Beginn des Ausbildungsjahres immer noch rund 200 Jugendliche ohne Lehrstelle auf der Straße, während genauso viele Ausbildungsplätze noch nicht besetzt werden konnten.
„Leider passen die Profile der Ausbildungsbewerber und der noch zu vergebenden Ausbildungsplätze nicht 1:1 zusammen“, beschreibt die stellvertretende Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit, Christiane Artz, das Grundproblem. 


Junior-Chef Felix Kels vom gleichnamigen Edeka-Markt an der Kleiststraße und sein Ausbildungsleiter Felix Fischer bestätigten: „Wir würden gerne noch Auszubildende einstellen, die wir zu Frischespezialisten, also zu Fachverkäufer für unsere Käse,- Fleisch und Wursttheken, ausbilden könnten. Wir finden aber keine Bewerber.“ Dabei wirkt der 19-jährige Niklas Engel, der genau diese Ausbildung gerade absolviert, sehr zufrieden. „Der Anfang war nicht leicht. Aber inzwischen habe ich Freude am Kontakt mit den Kunden entwickelt. Die Arbeit gibt meinem Leben Struktur und verschafft mir Selbstvertrauen“, betont er. Seine Ausbildungskollegen Leon Gillessen und Vanessa Kleine, die sich bei Kels zum Handelsfachwirt und zur Einzelhandelskauffrau ausbilden lassen, sehen es ähnlich. Beide freuen sich nicht nur auf die Aussicht, nach einer erfolgreichen Lehre in eine Festanstellung übernommen zu werden. Sie schätzen auch „die familiäre Atmosphäre in unserem Betrieb, in der es kein Problem ist, wenn man als Auszubildender mal einen Fehler macht oder sich etwas vielleicht auch zweimal erklären lassen muss, um es richtig zu verstehen und richtig zu machen.“

Gillessen ermutigt Ausbildungssuchende, „keine Angst vor einem Praktikum zu haben, mit dem man ausprobieren kann, ob man für einen Beruf geeignet ist.“ Das sieht die stellvertretende Agentur-Chefin Artz auch so. Nicht so gerne sieht sie, dass die Zahl der Ausbildungsstellen, die der Agentur 2015 gemeldet worden sind, im Vergleich zum Vorjahr um 3.7 Prozent zurückgegangen ist.
Deshalb empfiehlt sie Edeka-Kels anderen Arbeitgebern als Vorbild, weil hier aktuell 12 von 102 Mitarbeitern Azubis sind. Der eine oder andere könnte noch dazu kommen. Besonders dankbar ist Artz für seelsorgerischen Beistand von Weihbischof Franz Grave, der heute als Geistlicher in St. Mariae Geburt arbeitet. Der emeritierte Weihbischof, der sie auch diesmal begleitet, engagiert sich seit Jahrzehnten als Türöffner bei Arbeitgebern, die ausbilden wollen oder sollen. „Viele mittelständische Unternehmen sind bereit auszubilden, weil sie wissen, dass sie nur dann eine Zukunft haben“, sagt Grave.


Dieser Text erschien am 4. September 2015 in NRZ und WAZ

Samstag, 5. September 2015

Mit dem Deutsch-Mobil in die Zukunft: Ein Besuch in der Internationalen Klasse der Karl-Ziegler-Schule

"Sechsunddreißig“, wiederholt Annette Lostermann De Nil und schreibt die sprachlich aus 6 und 30 zusammengesetzte Zahl an die Tafel. Zwölf Schüler-Augenpaare folgen ihr. Christopher (17), vor drei Wochen aus der Dominikanischen Republik nach Mülheim gekommen, spricht ihr nach. Nicht nur er staunt darüber, dass die kleinere Ziffer der großen Zahl 36 im Deutschen als erste ausgesprochen wird.

Nicht nur Zahlen, sondern auch Ordnungszahlen, Daten, Uhrzeiten oder das kleine Einmaleins der deutschen Grammatik stehen heute auf dem Lehrplan der Internationalen Klasse, mit der das Karl-Ziegler-Gymnasium zehn- bis 18-jährige Kinder und Jugendliche an den Unterricht in den deutschsprachigen Regelklassen heranführt.

Zwischen sechs und zwölf Kinder und Jugendliche sitzen an diesem Vormittag in der Internationalen Klasse, die ihrem Namen alle Ehre macht. Hier lernen Schüler aus Moldawien, Rumänien, Syrien, Ghana, Kamerun, Spanien, Bulgarien, der Türkei und Brasilien. Nur wenige von ihnen sind Flüchtlinge. Die meisten kamen im Rahmen einer Familienzusammenführung nach Mülheim, weil hier bereits ein Elternteil lebte und arbeitete. Einige besuchen die Schule erst seit einigen Wochen, andere seit Monaten. Manche sprechen schon ganz gut, andere nur ansatzweise deutsch.


Während des Unterrichtes ist die gespannte Aufmerksamkeit zu spüren, mit der die Schüler den Ausführungen ihrer Lehrer Annette Lostermann DeNil und Michael Wiegel folgen. Niemand will etwas verpassen. Hier ist man erstaunlich ruhig und hilft sich bei Bedarf und so weit man kann. „Manchmal wird es aber auch lauter und alle reden in ihrer Muttersprache durcheinander“, geben der 13-jährige Jack und der gleichaltrige Georgi zu. Jacks Eltern kommen aus China, während er in den Niederlanden geboren wurde. Dort möchte er später Architektur studieren. Auch der aus Bulgarien stammende Georgi weiß schon, was er nach dem Abitur machen möchte. „Entweder werde ich Arzt oder Fußballstar.“ Während Annette Lostermann DeNil und ihr Kollege Michael Wiegel, der sie seit eineinhalb Jahren regelmäßig unterstützt, je nach Sprach- und Wissensstand mit ihren Schülern Aufgaben bearbeiten, beschäftigen sich Jack und Georgi in einem Nebenraum mit ihren Schulatlanten und ordnen verschiedenen Ländern ihre Hauptstädte zu. Die Lehrer wechseln immer wieder ihre Position, sind dort, wo sie gebraucht werden und bewahren die Ruhe, auch wenn von der Seite oder von hinten schon die nächste Frage auf sie einprasselt.

„Man ist hier nicht nur Lehrer, sondern auch Vertrauensperson und Helfer der Schüler und entwickelt eine intensive Beziehung zu ihnen“, erklärt Deutsch- und Geschichtslehrer Michael Wiegel, warum er sich neben seinen Unterrichtsverpflichtungen in den Regeklassen auch in der internationalen Klasse engagiert.

„Im Regelunterricht lerne ich Schüler nur punktuell kennen und kann ihren Wissenstand in einem bestimmten Fach beobachten. Aber in der internationalen Klasse lernt man sie viel besser kennen und hat ihren ganzen Werdegang im Blick,“ sagt seine Kollegin. Genau im Blick hat Lostermann DeNil auch, welcher Schüler kommt oder geht. Macht hier jeder so lange mit, wie er will? „Nein. Jeder Schüler der internationalen Klasse besucht, je nach Sprach- und Wissenstand, auch den Regelunterricht. Wir beginnen mit weniger sprachintensiven Fächern, wie Kunst, Sport oder Mathematik. Nach zwei Jahren sollten die Schüler dann so weit sein alle Fächer im Regelunterrichtes lernen zu können.“

Einige Schüler, die hörbar so gut deutsch sprechen, dass sie nur noch in Regelklassen unterrichtet werden, kommen aber in Freistunden weiterhin in die Internationale Klasse, „weil Frau Lostermann so freundlich und hilfsbereit ist“, wie die aus Ghana stammende 18-jährige Kyria und die syrischen Brüder Bisher (13) und Bader (15) versichern. „Ich habe immer noch Probleme mit langen zusammengesetzten Wörtern“, gibt Kyria zu. Für Bader, der, wie sie bereits in die Oberstufe versetzt worden ist, ist Interpretation deutscher Gedichte oft ein Buch mit sieben Siegeln. Doch er weiß: „Frau Lostermann hat für jedes Problem eine Lösung!“ Die syrischen Brüder, die wie Kyria später Medizin studieren wollen, betonen, dass sie „es ohne Frau Lostermann nie soweit geschafft hätten.“ Gerne erinnern sie sich daran, dass sie mit Lostermann nach der Schule die Stadtbücherei im Medienhaus mit all ihren Möglichkeiten entdeckt haben.

Für Bisher und Bader, die in Syrien Hunger und Schultage mit Schießereien und Bombeneinschlägen kennen, ist nicht nur die Stadtbücherei das reinste Wunder.


Dieser Text erschien am 2. September 2015 in NRZ & WAZ

Freitag, 4. September 2015

So gesehen: Unglaublich, aber wahr

Warum finden Wahlen bei uns eigentlich immer sonntags statt? Natürlich, weil die Wahlveranstalter glauben, dass die meisten Menschen sonntags die meiste Zeit haben, vor oder nach dem Kirchgang ihr Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen.

Doch mit dem Kirchgang ist es für viele Zeitgenossen wohl so, wie mit dem Wahlgang. Nach dem Motto: „Allein, mir fehlt der Glaube“ lassen sie gleich beides ausfallen. Weil ihnen so mancher Priester und Politiker das Blaue vom Himmel versprochen oder Wasser gepredigt und selbst Wein getrunken hat, sind sie vom Glauben politische und geistliche Heilsbotschaften abgefallen.

Doch wer glaubt, damit aller Sorgen ledig zu sein, vergisst, dass wir alle irgendwann daran glauben müssen, wenn wir glauben uns aus allen Angelegenheiten unseres gemeinsamen Lebens heraushalten zu können und nicht auch selbst bereit sind, tatkräftig für die eine oder andere Frohe Botschaft zu sorgen.


Dieser Text erschien am 2. September 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Dienstag, 1. September 2015

So gesehen: Anspruch trifft Wirklichkeit

Vom künftigen Oberbürgermeister erwarten Bürger viel. Er soll ein offener und ehrlicher Kümmerer sein, der nicht nur im Büro sitzt, sondern vor Ort bei den Bürgern ist und ein offenes Ohr für ihre Anliegen hat. Er soll die Finanzen der Stadt in Ordnung bringen und gleichzeitig die kommunale Infrastruktur in Schuss halten. Und dann soll er auch noch seine ganze Kraft einsetzen, um die zu uns kommenden Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen, zu versorgen und zu integrieren. Das wird nicht vergnügungsteuerpflichtig für den Wahlsieger, der sich nach dem 13. September in mancher Zwickmühle wie ein Verlierer fühlen dürfte.

Dieser Text erschien am 31. August 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Ein Platz für den Kaiser

Als Parkplatz bleibt der Kaiserplatz in der Mitte Mülheim unter seinen Möglichkeiten, entspricht aber in seiner Funktion einer Stadt mit 174...