Donnerstag, 29. Juni 2017

Caritas bietet "neue" Tagesstätte für psychisch kranke Menschen an

Das Team der Tagesstätte: (v.l.) Erzieherin Kerstin Kraft, Fachdienstleiterin
Dagmar Auberg, Ergotherapeutin Carla Schöneberger und Sozialpädagogin
Stefanie Möller
Mit einem neuen Team in neuen Räumen stellt sich die Caritas einer alten Aufgabe. Die Sozialpädagogin Stefanie Möller, Erzieherin Kerstin Kraft und Ergotherapeutin Carla Schöneberger betreuen in der Psychiatrischen Tagesstätte im Katholischen Stadthaus an der Althofstraße 15 Menschen, deren Seele krank ist.
Es sind Frauen und Männer zwischen 30 und 60, die durch Berufsstress oder durch Schicksalsschläge aus der Bahn geworfen worden sind. „Hier bin ich nicht mehr allein.“ „Hier werde ich aufgefangen, wenn es mir schlecht geht.“ „Hier merke ich, dass ich noch etwas kann und dass es sich lohnt, morgens aufzustehen.“ Solche und ähnliche Sätze hört man, wenn man die Besucher der Tagesstätte fragt, warum es sie an zwei, drei oder fünf Tagen, jeweils zwischen 8 und 15 Uhr zur Althofstraße zieht.

Ort, an dem Besucher Kraft schöpfen können

„Unsere Besucher erfahren die Tagesstätte als einen Ort, an dem sie neue Kraft schöpfen können“, betont Stefanie Möller. Wer die Psychiatrische Tagesstätte der Caritas besucht, wird überrascht. Man betritt keinen klinischen Raum, sondern einen wohnlichen Gebäudetrakt. Wohnküche, Sofas und Sessel, ein großzügiger Balkon, eine große Küche und ein gut ausgestatteter Werksraum laden ein.
Hier wird nicht nur gefrühstückt, gegessen oder Kaffee getrunken. Hier werden in Gesprächen nicht nur Probleme gewälzt. Hier ist man aktiv. Da wird gemalt; da wird gekocht; da werden Bücher kunstvoll eingebunden. Einige Frauen häkeln gemeinsam und unterhalten sich dabei über die aktuelle Preisentwicklung.

„Sehr kreativer und verantwortungsvoller Beruf“

Apropos Preise. Ein Besucher hat sich mit einer Betreuerin zum Einkaufstraining verabredet. Dass passt gut zum gemeinsamen Mittagessen. Dessen Zutaten müssen besorgt werden. „Die Gäste sollen sich hier nicht wie an einer Endstation erleben, sondern erfahren, dass sie Potenziale haben und sich weiterentwickeln können“, unterstreicht Carla Schöneberger.
„Ich habe hier einen sehr kreativen und verantwortungsvollen Beruf, bei dem ich mit ganz unterschiedlichen Menschen, ihrer Geschichte und ihren Talenten arbeiten kann“, erklärt Kerstin Kraft ihre persönliche Motivation. Stärker als in früheren Jahren gehen Kraft und ihre Teamkolleginnen mit den Gästen der Tagesstätte auch raus ins richtige Leben, um sie mit Spaziergängen, Ausflügen oder gemeinsamen Kinobesuchen wieder an den Alltag heranzuführen. Gerade erst hat eine junge Frau die Tagesstätte verlassen, nachdem sie sich wieder stark genug für erste Schritte auf dem Arbeitsmarkt fühlte.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar und sie darf sich nicht nur an seiner Arbeitsproduktivität orientieren“, erklärt Fachdienstleiterin Dagmar Auberg die Notwendigkeit der Tagesstätte. Carla Schöneberger stellt sich angesichts ihrer Arbeit die Frage, „ob das in unserer Gesellschaft wirklich richtig läuft, wenn wir alle nur noch nach dem Motto schöner, besser, schneller leben und arbeiten müssen“.

UNTERSTÜTZT VOM LANDSCHAFTSVERBAND


Die psychiatrische Tagesstätte der Caritas Sozialdienste wird vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) finanziert und vom Förderverein für ambulante sozialpsychiatrische Dienste finanziell gefördert. Günter Maaß, Fördervereinsvorsitzender, freut sich über jedes neue Mitglied und jede Spende.
Weitere Infos bei Stefanie Möller unter den Rufnummern 308 53 50 oder 0177/200 12 85 sowie per E-Mail an: tagesstaette@caritas-muelheim.de

Dieser Text erschien am 27. Juni 2017 in der NRZ/WAZ

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